2000-13

Landrat / Parlament


Interpellation von Alfred Zimmermann: Sicherheitsrisiko Korean Air



Geschäfte des Landrates || Hinweise und Erklärungen



Autor: Alfred Zimmermann, Grüne

Eingereicht: 13. Januar 2000


Nr.: 2000-013




Der Anwohnerschaft des Flughafens Basel-Mülhausen ist die bedrohlich tief fliegende Frachtmaschine der Korean Air (KAL) unrühmlich-bekannt. Der vollbeladene, dröhnende Jumbo kommt nur mühsam hoch und löst bei vielen Ängste aus. Dass diese Angst nur allzu berechtigt ist, beweist der Absturz eines solchen KAL-Frachtflugzeugs kurz nach dem Start vom Londoner Flughafen Sansted am 23. Dezember.

Die Boeing 747 mit 33 Tonnen Treibstoff explodierte mit einem riesigen Feuerball nur 100 Meter neben einem Dorf. Die Besatzungsmitglieder kamen dabei ums Leben. Ein Pilotenfehler wird vermutet. Die Korean Air geniesst einen sehr schlechten Ruf. Sie hat in den letzten zehn Jahren weltweit am meisten Abstürze und Unfälle zu verzeichnen. Seit 1990 erlitt sie 13 ernsthafte Unfälle, vier davon waren katastrophal. Im August 1997 stiess ein Jumbo der KAL beim Landeanflug auf die Pazifikinsel Guam gegen einen Hügel. Von den 254 Menschen an Bord wurden 228 getötet. Vier weitere schwere Unfälle ereigneten sich 1998 und letztes Jahr. 1998 überprüfte die amerikanische Delta Air die Sicherheitspraxis der Korean. Die Ergebnisse waren so alarmierend., dass die Delta den Zusammenarbeitsvertrag mit der KAL kündigte. Laut der englischen Zeitung "The Daily Telegraph" stellte der Prüfungsbericht u.a. folgendes fest: Das autoritäre Management der Fluggesellschaft versuche oft, über die Köpfe der Besatzung hinweg Sicherheitsbestimmungen zu missachten. Kommerzielle Ziele würden über die Sicherheit gesetzt. Die Korean stellt bevorzugt Militärpiloten ein, wobei für deren Karriere alles andere als fliegerische Qualitäten ausschlaggebend ist. Wegen der militärischen Herkunft der Piloten ist es undenkbar, dass ein Co-Pilot Fehler des Captains korrigiert, was bei jeder anderen Crew im Dienst der Sicherheit üblich, ja notwendig ist. Im KAL-Cockpit herrsche eine Mischung von "Selbstgefälligkeit, Arroganz und mangelnder Selbstdisziplin". Die vielen Unfälle der Korean und der deutliche Untersuchungsbericht lassen auch für die Umgebung des EuroAirports Schlimmes befürchten. Ein ähnliches Szenario wie in Sansted -ein Absacken kurz nach dem Abheben mit einem Ausscheren nach links - hätte für Allschwil und Basel-West katastrophale Folgen.


1. Ist der Regierungsrat mit mir der Meinung, dass die Flugbewegungen der Korean auf dem EAP für die Anwohnerschaft ein unzumutbares Risiko bedeuten?


2. Sind sich der Regierungsrat und die Organe des EAP bewusst, dass sie eine Mitverantwortung tragen, falls ein schwerer Unfall der KAL geschieht?


3. Ist der Regierungsrat bereit, zusammen mit Direktion und Verwaltungsrat des Flughafens Massnahmen zu ergreifen, die das Risiko durch die Korean Air namhaft verkleinern?


4. Ist der Regierungsrat bereit, sich für ein Landeverbot der KAL einzusetzen?


5. Ist der Regierungsrat auch der Meinung, dass es höchste Zeit ist, die in Aussicht gestellte Risikoanalyse für den EAP in Auftrag zu geben?


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