2000-1 (1)

Landrat / Parlament || Bericht vom 17. Februar 2000 zur Vorlage 2000-001


Bericht der Finanzkommission an den Landrat


Personal- und Lohnadministrationssystem / Zusatzkredit


Geschäfte des Landrats || Hinweise und Erklärungen





1. Vorlage

Im Herbst 1998 hat der Landrat einem Kredit von Fr. 2,40 Mio für die Beschaffung und Einführung eines neuen Personal- und Lohnadministrationssystems zugestimmt.


Von diesem Betrag waren per Ende Dezember 1999 Fr. 1,26 Mio bzw. per Ende Januar 2000 Fr. 1,41 Mio beansprucht. Der Abschluss des unveränderten Projekts ist wie vorgesehen auf Anfang des Jahres 2001 geplant.


Es zeichnet sich allerdings bereits jetzt ab, dass die gesamten Projektkosten um höchstens Fr. 0,7 Mio über dem bewilligten Kreditrahmen liegen werden. Deshalb beantragt der Regierungsrat gemäss § 26a Abs. 1 des Finanzhaushaltsgesetzes einen entsprechenden Zusatzkredit.




2. Kommissionsberatung


2.1 Einleitung


Die Finanzkommission behandelte die Vorlage an ihrer Sitzung vom 16. Februar 2000 in Anwesenheit von Herrn Regierungsrat Dr. Hans Fünfschilling sowie den Herren Dr. Martin Thomann, Finanzverwalter, und Roland Winkler, Vorsteher der Finanzkontrolle.




2.2 Begründung für die Zusatzkosten


Zur Hauptsache sind höhere Aufwendungen für Fremddienstleistungen für die Zusatzkosten verantwortlich. Insbesondere erwies es sich als notwendig, für das Projekt externe Experten (Begleitung Steuerungsausschuss sowie Know-How-Verbreitung in der Verwaltung) zuzuziehen, was ursprünglich nicht vorgesehen war. Zudem sind gewisse Kosten (Detailuntersuchungen) von der Projektleitung, aber auch von der Lieferfirma unterschätzt worden.


Im bewilligten Kredit von Fr. 2,40 Mio sind gemäss Aussage der Finanzdirektion zuwenig Reserven eingebaut worden, damit die erwähnten Mehrkosten allenfalls hätten abgedeckt werden können.




2.3 Kommissionsmeinung zu den Zusatzkosten


Der Grundtenor in der Kommission kann mit dem Satz zusammengefasst werden, dass "die Kröte wohl zu schlucken" ist. Es muss einmal mehr festgestellt werden, dass bei EDV-Projekten Kostenüberschreitungen leider nicht sehr überraschend sind und gleichzeitig eine gewisse Abhängigkeit von den grossen EDV-Firmen belegen.


Ein allfälliger Abbruch des Projekts kommt nicht in Frage, da dies letztendlich noch mehr Kosten nach sich ziehen würde. Beispielsweise erfordert alleine der Unterhalt des heutigen alten Programmes hohe jährliche Aufwendungen.


Positiv gewertet wird aus Sicht der Kommission die offene Kommunikation durch die Verantwortlichen.




2.4 Besoldungsrevision


Aus heutiger Sicht sieht die Projektleitung keine wesentlichen kritischen Punkte mehr, die das Projekt nochmals verteuern könnten - mit einer Ausnahme: Noch unklar sind die Konsequenzen, falls gleichzeitig mit der Inbetriebnahme des neuen Personal- und Lohnadministrationssystems per 1.1.2001 auch die Besoldungsrevision umgesetzt werden müsste. Vom technischen Ablauf her wäre es wohl sinnvoll, zuerst das neue Programm in Betrieb zu nehmen und anschliessend (wohl frühestens ein halbes Jahr später) die Besoldungsrevision umzusetzen.


Aus politischer Sicht hingegen erscheint es allerdings eher problematisch, die schon früher verschobene Besoldungsrevision, die nun eigentlich per 1.1.2001 in Kraft treten soll, nochmals hinauszuschieben.


Diesbezüglich ist also zweifelsohne noch Handlungs- bzw. Verhandlungsbedarf vorhanden.




2.5 Konsequenzen für die Zukunft


Aus Sicht der Finanzdirektion ergeben sich aus dieser Überschreitung des ursprünglichen Kredits keine besonderen Konsequenzen für die Zukunft. Es wird darauf verwiesen, dass es besser sei, Projekte relativ knapp zu budgetieren und dann gelegentlich einmal (begründete) Kostenüberschreitungen in Kauf zu nehmen, als grundsätzlich von Anfang an grosse Reserven einzubauen.




3. Antrag


Die Finanzkommission beantragt dem Landrat einstimmig, dem Landratsbeschluss gemäss Regierungsvorlage zuzustimmen.


Namens der Finanzkommission
der Präsident: Roland Laube


Gelterkinden, den 17. Februar 2000


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