1999-189

Landrat / Parlament


Postulat der FDP-Fraktion: Zukunftsgerichteter, attraktiver und kostengünstiger öffentlicher Verkehr Nordwestschweiz



Geschäfte des Landrates || Hinweise und Erklärungen



Autor: Max Ribi/Heidi Tschopp, FDP-Fraktion

Eingereicht: 16. September 1990


Nr.: 1999-189





Die SBB hat die Seelinie, Schaffhausen - Romanshorn, anfangs der 90er-Jahre stark vernachlässigt. Es war von Aufhebung der Linie und Ersatz durch einen Busbetrieb die Rede. Die Mittel-Thurgau-Bahn (MThB), bereits erfolgreiche Betreiberin des deutschen Teilstückes Konstanz-Singen-Engen, legte ein neues Konzept vor. Nach langem Hin und Her fiel am 21. Februar 1996 der historische Entscheid durch den Bundesrat. Der Bundesrat bewilligte einen zehnjährigen Versuchsbetrieb. 1898 beschloss das Schweizer Stimmvolk die Verstaatlichung der Eisenbahnen. 1996 fand zum ersten Mal nach 1898 der umgekehrte Weg, nämlich eine Bahnprivatisierung, statt. Auf der ganzen Strecke wurden neue Sicherungsanlagen eingebaut, so dass die Linie von einer Person gesteuert werden kann. Es wurden Gelenktriebwagen der Firma Stadler angeschafft, die den halben Preis eines konventionellen Zuges ausmachten. Auch der Unterhalt der neuen Fahrzeuge ist wesentlich günstiger.

Kürzlich konnte sich der Unterzeichnete vom Erfolg des neuen Konzeptes überzeugen. Alle Bahnhöfe und Haltestellen haben niveaugleiche Bahnsteige bekommen. Es wurden 3 neue Haltestellen gebaut. Das Angebot ist dichter geworden, Halbstundentakt zu bestimmten Tageszeiten und auf bestimmten Streckenabschnitten. Die neuen, tramähnlichen Gelenktriebwagen sind sehr komfortabel. Grosse Fenster geben einem das Gefühl, in einem Aussichtswagen zu sitzen.


Die von der Handelskammer beider Basel am 26. August 1999 der Öffentlichkeit vorgestellte Studie zeigt in die gleiche Richtung wie das Konzept, der MThB. Die Studie sieht das Sparpotential vor allem bei modernerem Rollmaterial: kürzere und leichtere Zugskompositionen, weniger Unterhalts- und Energiekosten, weniger Trassegebühren auf Grund des geringeren Gewichts. Die tramähnlichen Fahrzeuge könnten auch von Tramführerinnen und Tramführern gefahren werden.


Die Studie verdient es, mit grossem Einsatz weiter vertieft und vorangetrieben zu werden. Das Beispiel MThB und die Studie der Handelskammer geben zu berechtigten Hoffnungen für einen "Quantensprung der Verbesserung" des öffentlichen Verkehrs in der Nordwestschweiz Anlass.


Antrag:
Der Regierungsrat wird gebeten, die Studie der Handelskammer mit hoher Priorität zu vertiefen und weiter zu verfolgen und dem Landrat im Rahmen des nächsten Leistungsauftrages "Öffentlicher Verkehr" Bericht und Antrag zu stellen.


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