1999-260_3.htm

Landrat / Parlament || Inhalt der Vorlage 1999-260 vom 7. Dezember 1999


2. Ausbauetappe Werkhof Tiefbauamt Kreis 1, Reinach; Baukreditvorlage


Geschäfte des Landrats || Hinweise und Erklärungen





3. Begründung / Bedarf

Die Aufgaben des baulichen und betrieblichen Unterhalts der basellandschaftlichen Kantonsstrassen sind heute vier Strassenverwaltungskreisen übertragen:


- Kreis 1 Reinach


- Kreis 2 Liestal


- Kreis 3 Sissach


- Kreis 4 Zwingen


Für die Betreuung der nationalen und kantonalen Hochleistungsstrassen ist der Autobahnwerkhof in Sissach zuständig.


In den letzten 30 Jahren haben sich die historisch gewachsenen, dezentralen Wegmacherbezirke zur heutigen Organisationsstruktur entwickelt. Der frühere Unterhalt bestand vor allem aus Arbeiten wie Reinigen, Ausbessern, Zurückschneiden und Schneeräumen. Er ist durch die umfassende Strassenerhaltung abgelöst worden. Die Gliederung in spezialisierte Arbeitsgruppen erlaubt die Bewältigung der immer anspruchsvoller und ausgedehnter werdenden Aufgaben nach den neusten technischen Erkenntnissen. Darüber hinaus sind aber auch im Bereich der Infrastruktur günstige, zentralisierte Voraussetzungen unerlässlich, damit mit den maschinellen Hilfsmitteln ein Maximum an Ertrag bei einem Minimum an Aufwand erwirtschaftet werden können.


Gegenstand dieser Vorlage ist die Vervollständigung der zentralen Infrastrukturanlagen im Strassenverwaltungskreis 1 auf dem Werkhof-Areal in Reinach.




3.1 Gesamtausbaukonzept Werkhof Strassenverwaltungskreis 1


Am 19. September 1990 hat der Landrat das Gesamtausbaukonzept des Werkhofs Strassenverwaltungskreis 1 des Tiefbauamtes gutgeheissen und den Baukredit von Fr. 5'020'000.-- für die 1. Ausbauetappe bewilligt (Landratsvorlage Nr. 90/103).


Das Gesamtausbaukonzept umfasst:


- Bürogebäude


- Werkhalle und Untergeschoss


- Einstellhalle


- Tankstelle für PW und Lastwagen


- Lagerplatz


Mit dieser infrastrukturellen Zusammenführung sollen die auf verschiedene Standorte aufgeteilten Räumlichkeiten auf dem kantonseigenen Werkhof-Areal an der Fluhstrasse in Reinach, direkt am J18-Anschluss Reinach-Süd, vereint werden.




3.2 Etappenlösung


Aus finanziellen Gründen wurde auf die Erstellung aller Werkhofneubauten in einem Schritt verzichtet und als erste Bauetappe die Werkhalle erstellt. Sie ist seit Mai 1993 in Betrieb und umfasst:


- Werkstätten im Erdgeschoss


- Lager im Untergeschoss


- Aufenthalts- und Garderobenräume im Obergeschoss


Als Einmietungen blieben weiterhin bestehen:


- Die Lagerhalle in Aesch, vor Bezug des Neubaus auch als Werkhalle und Aufenthaltsraum für das Handwerkspersonal dienend, musste weiterhin gemietet werden, insbesondere für das Einstellen der Winterdienstgeräte und Lastwagen.


- Für die Büros des Strassenverwaltungskreises 1 - ehemals an der Alten Reinacherstrasse in Münchenstein - wurde in unmittelbarer Nähe des Werkhofes Reinach ein Mietobjekt gefunden.




3.3 Heutige Situation


Kantonseigene Räume


Der Kreis 1 ist heute an verschiedenen Orten, zum Teil in eigenen, zum Teil in eingemieteten Räumen, untergebracht. Es sind vorhanden:


- Neue Werkhalle an der Fluhstrasse in Reinach


- Widerlager in der Trambrücke Schänzli. 317 m 2 Fläche für Einstellplatz, Personalraum (WC, Dusche, Garderobe), Arbeitsplatz und Lager. Die grosse Wischmaschine ist hier abgestellt.


- Altes Wegmachermagazin mit 45 m 2 Fläche an der Baslerstrasse in Binningen.


- Altes Wegmachermagazin mit 17 m 2 Fläche an der St. Jakobstrasse in Muttenz


Eingemietete Räume


- Am Bruggfeldweg in Aesch befinden sich die Büros Kreis 1.


- Die Lagerhalle in Aesch wurde vom Eigentümer per Ende 1997 gekündigt. Es musste kurzfristig eine Ersatzlösung gefunden werden. Diese bot sich mit einer Halle auf dem Gelände des Werkhofs an, welche im Leasingverfahren befristet als Provisorium im Herbst 1997 in Betrieb genommen wurde. Die provisorische Einstellhalle wird nach Fertigstellung der 2. Ausbauetappe abgebrochen und die freiwerdende Fläche wieder als Lagerplatz genutzt.


Tankstelle


Die im Gesamtausbaukonzept vorgesehene Tankstelle für Personen- und Lastwagen wurde in der Zwischenzeit erstellt und in Betrieb genommen. Sie ist lage-, erschliessungs- und gestaltungsmässig in die Umgebungsplanung des Gesamtausbaukonzeptes eingebunden.




3.4 Zusammenlegung der Strassenverwaltungskreise 1 und 4


Neben dem Bedarf des heutigen Kreises 1 nach betrieblichen Verbesserungen und Optimierungen hat sich in der Zwischenzeit eine neue Situation ergeben, welche die Notwendigkeit und Dringlichkeit der Realisierung der 2. Ausbauetappe noch zusätzlich unterstreicht: die Integration des Kreises 4, Zwingen, in den Kreis 1, Reinach.


3.4.1. Ausgangslage


Mit dem Kantonswechsel des Laufentals auf den 1.1.1994 wurde das ehemalige Strasseninspektorat Laufental als Strassenverwaltungskreis 4 in die Hauptabteilung Ausbau und Unterhalt des Tiefbauamtes integriert.


3.4.2. Anstösse zur Überprüfung der heutigen Situation


Folgende Gründe waren massgebend, die Auswirkungen einer Zusammenlegung der beiden Kreise 1 und 4 zu überprüfen:


- Der permanente Auftrag der Verwaltung, laufend nach Optimierungen und Kosteneinsparungen zu suchen.


- Bericht vom 24. Februar 1998 der landrätlichen Geschäftsprüfungskommission, Subkommission III, den sie im Anschluss an den Besuch bei der Amtsleitung des Tiefbauamtes verfasst hat und in dem sie die Frage aufwirft, ob es die heutige Anzahl an Werkhöfen brauche.


- Stellungnahme vom 11. Februar 1998 der Finanz- und Kirchendirektion BL zum ersten Entwurf der Baukreditvorlage für die 2. Ausbauetappe Werkhof Kreis 1, in der sie festhält, dass sie das Projekt nur unterstützen könne, wenn die Fusion der Kreise 1 und 4 in die Wege geleitet werde.


3.4.3. Externe Überprüfung, Ergebnis


Das Tiefbauamt hat der Firma ATAG ERNST & YOUNG CONSULTING, Zürich, im Herbst 1998 den Auftrag erteilt, die betriebswirtschaftlich / organisatorischen Aspekte einer allfälligen Zusammenlegung sowie deren Vor- und Nachteile zu prüfen.


Die Firma ATAG kommt zusammengefasst zu folgendem Ergebnis:


- Die Kreise 1 und 4 weisen ungünstigere betriebswirtschaftliche Kennzahlen als die Kreise 2 und 3 auf. Als wesentlichste Ursache für diese Unterschiede werden die deutlich kleineren Strassennetze im Verhältnis zur vorhandenen Infrastruktur der Kreise 1 und 4 vermutet.


- Eine Zusammenlegung der Kreise 1 und 4 lässt mittelfristig erwarten, dass sich bei entsprechenden Optimierungen die Kennzahlen in Richtung derjenigen der Kreise 2 und 3 verbessern lassen.


- Der Trend zur grösseren Komplexität und stärkeren Spezialisierung im Bereich des Strassenunterhaltes lässt sich mit grösseren räumlichen und organisatorischen Einheiten besser bewältigen.


- Das Einsparungspotential bei der Zusammenlegung wird auf rund 25 % des heutigen Gesamtaufwandes für die Sicherstellung der Betriebsbereitschaft in den Kreisen 1 und 4 geschätzt.


- Mittelfristig ist mit effektiven Kosteneinsparungen von rund Fr. 700'000.-- pro Jahr zu rechnen.


- Die zeitliche Umsetzung einer Zusammenlegung und damit die Realisierung der Einsparungen ist von verschiedenen Faktoren abhängig wie Schaffung von zusätzlichen Einstellkapazitäten in Reinach, Anpassungen bei Fahrzeugen/Geräten/Maschinen sowie und vor allem jene im personellen Bereich.


3.4.4. Interne Überprüfung


Das Tiefbauamt kommt zu folgendem Ergebnis:


Leistungsauftrag


Das Tiefbauamt hat erstmals für das Jahr 1998 seinen Leistungsauftrag definiert. Im Zusammenhang mit der Zusammenlegung interessiert dabei in erster Linie das Produkt "Betriebsbereitschaft" der Kantonsstrassen. An den darin festgelegten Standards inbezug auf den Strassenunterhalt soll auch in einem zusammengelegten Kreis 1 festgehalten werden.


Synergien und Kosteneinsparungen


In personeller Hinsicht ist mittelfristig mit einem Abbau von 6 Vollstellen zu rechnen. Dieser Abbau lässt sich in folgenden Bereichen realisieren:


- Leitung: 1 Stelle


- Werkhof/Werkstatt: 1 Stelle


- Reinigung: 1 Stelle


- Baulicher Unterhalt: 3 Stellen


Der Sollbestand der heutigen Kreise 1 und 4 kann damit von 42 auf 36 Stellen reduziert werden.


Dieser Abbau soll so sozialverträglich wie möglich realisiert werden. Insbesondere wird es keine Entlassungen geben. Das Gros der Mitarbeitenden im Kreis 4 wird weitgehend adäquate Funktionen im Kreis 1 übernehmen können. Ein kleinerer Teil des Personals muss damit rechnen, einen neuen oder anderen Aufgaben- und/oder Arbeitsbereich in Kauf nehmen zu müssen.


Zusammen mit Synergien und Kosteneinsparungen im Bereich der Fahrzeuge und Geräte sowie insbesondere bei den Einmietungen (Aufgabe des Werkhofes Zwingen) lassen sich Einsparungen von rund Fr. 700'000.-- pro Jahr erzielen.


Laufentalvertrag


Gemäss § 12 des Laufentalvertrags sorgt der Regierungsrat des Kantons Basel-Landschaft dafür, dass bisher bernische Amtsstellen im Laufental soweit sinnvoll weiterhin in diesem Bezirk mit entsprechenden Aufgaben des Kantons erhalten bleiben.


Die Abklärungen beim Beauftragten des Kantons Basel-Landschaft für die Laufentalfrage ergaben, dass bei überzeugenden betriebswirtschaftlichen Gründen und erheblichen Kosteneinsparungen bestehende kantonale Amtsstellen im Laufental vor dem 31. Dezember 2003 aufgehoben werden können.


Der Regierungsrat ist der Auffassung, dass wegen der zu erwartenden Kosteneinsparungen einer Zusammenlegung der Kreise 1 und 4 keine andere Lösung als eine Fusion vertretbar sei.


Umsetzung


Die Zusammenlegung der beiden Kreise 4 und 1 erfordert infrastrukturmässig folgende Massnahmen:


- Personalräume : Die bestehende Garderobe in der Werkhalle des Kreises 1 in Reinach kann mit baulichen Massnahmen in kurzer Zeit von heute 32 Garderobenplätzen auf rund 40 Plätze erweitert werden (für Handwerker, Lehrlinge, Mitarbeitende im Sozialstellenplan etc.).


- Büros: Die bestehende Einmietung in Aesch bietet Platz für zusätzliche zwei Arbeitsplätze. Werden diese Mieträume durch eigene Büroräumlichkeiten auf dem Werkhofareal Reinach ersetzt, müssen die heutigen Bedürfnisse Kreis 1 um einen zusätzlichen Arbeitsplatz erweitert werden.


- Einstellhalle: Für die Winterdienstgeräte, Fahrzeuge, Maschinen und Geräte des Kreises 4 ist in der 2. Ausbauetappe entsprechender Platz vorzusehen d.h. rund 600 m 2 Fläche.


Orientierung des Personals Kreise 1 und 4, des Bezirksrates sowie der Gemeindepräsidenten im Laufental


Die Mitarbeiter der beiden Kreise 1 und 4 wurden am 15. Mai 1999 über die Ergebnisse der Abklärungen orientiert. Die Orientierung des Bezirksrates Laufental erfolgte am 19. Mai 1999, jene der Gemeindepräsidenten des Laufentals am 18. Juni 1999. Sowohl Bezirksrat als auch die Vertreter der Gemeinden äusserten dabei ihr Verständnis für die aus betriebswirtschaftlicher Sicht unumgängliche Massnahme.




3.5 Künftige Situation und Ziele


Die Realisierung der 2. Ausbauetappe im Werkhofes des Strassenverwaltungskreises 1 ermöglicht:


- die Einmietungen für den Werkhof Zwingen, die provisorische Einstellhalle sowie die Büros am Bruggfeldweg in Reinach aufzugeben.


- die in Muttenz stationierte Wischmaschine in der Einstellhalle des Werkhofs einzustellen (wichtigste Vorteile: dieser Standort liegt nach der Zusammenlegung der beiden Kreise 1 und 4 zentraler, das Entleeren des Wischgutes muss aus Umweltschutzgründen in der Abtropfanlage des Werkhofes Reinach - einzige Alternative: Elbisgraben Liestal - erfolgen, Wartungs- und Servicemöglichkeit ist in unmittelbarer Nähe).


- die Büros der Strassenverwaltung am gleichen Ort wie das Handwerkspersonal unterzubringen.


- die Synergien und Kosteneinsparungen der Zusammenlegung Kreise 1 und 4 zu realisieren.




3.6 Planungsschritte


Aufgrund des Gesamtausbaukonzeptes von 1990 und zusätzlichen Anforderungen der Zusammenlegung der Kreise 1 und 4 wurde das Raumprogramm für die 2. Ausbauetappe Werkhof aktualisiert und in Zusammenarbeit von Projektierenden und Benutzern optimiert. Die 2. Ausbauetappe umfasst die Einstellhalle, Büroräumlichkeiten und Lager.


Grundlage für die Anordnung und Gestaltung der Gebäudekörper auf dem Werkhof-Areal bildet das Gesamtausbaukonzept. Dieses Konzept gibt auch die Erschliessung und die Umgebungsgestaltung des Areals vor. Dabei liegt die neue Einstellhalle parallel zur bestehenden Werkhalle. Der zwischen den beiden Gebäuden entstehende Platz dient den Fahrzeugen als Umschlagsplatz. Im nördlichen Teil des Areals befinden sich die verschiedenen Materiallager, Mulden, Salzsilo etc. Direkt an der Fluhstrasse ausserhalb des umzäunten Werkhof-Areals liegt die 1998 in Betrieb genommene Tankstelle.


Die im Herbst 1997 errichtete provisorische Halle wurde so auf dem Lagerplatz plaziert, dass sie die Bewirtschaftung des Lagers und die Realisierung der neuen Einstellhalle nur wenig beeinträchtigt.




3.7 Alternativen


Die Umsetzung der 2. Ausbauetappe des Gesamtausbaukonzeptes des Werkhofes Reinach umfasst folgende Möglichkeiten:


Einstellhalle und Bürogebäude als Einzelgebäude (gem. Vorlage Nr. 90/103)


Dieses klassische Konzept des Zentralwerkhofes mit nach verschiedenen Nutzungen getrennten Einzelgebäuden mit klarer Funktionstrennung entspricht dem ursprünglichen Gesamtausbaukonzept gemäss Landratsvorlage Nr. 90/103. Das Bürogebäude wäre demnach vorgesehen für sämtliche Büros, Garderoben, Sitzungszimmer, Aufenthaltsraum und eine Dienstwohnung. Durch die Etappierung wurden mit der 1. Ausbauetappe im Gebäude der Werkhalle bereits einige Personalräume (Garderoben, Aufenthaltsraum, Büro Vorarbeiter) erstellt. Mit dem Wegfall der Dienstwohnung würden für das Bürogebäude nur die Büros der Strassenverwaltung, das Sitzungszimmer und das Archiv verbleiben.


Einstellhalle mit integriertem Büroteil


Analog zur Werkhalle ist der Einbau eines Zwischengeschosses in einem Teil der Einstellhalle möglich, ohne die Dimensionen der Halle zu vergrössern. Die Raumhöhe in diesem Teil der Einstellhalle ist für die kleineren Fahrzeuge ausreichend. Im darüberliegenden Geschoss können die Raumbedürfnisse für Büros abgedeckt werden. Das Untergeschoss dient als Lagerraum für Material und Maschinen. Es bietet gleichsam die Ersatzfläche für die durch den Bau der Einstellhalle reduzierte, offene Lagerplatzfläche.


Fortsetzung


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