1999-255

Landrat / Parlament


Postulat von Max Ribi: Verlängerung der Tramlinie 14 von Pratteln nach Liestal



Geschäfte des Landrates || Hinweise und Erklärungen



Autor: Max Ribi, FDP-Fraktion (Brodbeck, Frey, Geier, Kohlermann, Moll, Nufer, Pegoraro, Rytz, Schenk, Steiner, Tschopp, Van der Merve (13))

Eingereicht: 25. November 1999


Nr.: 1999-255




Am 27. Dezember 1913 reichte der Regierungsrat des Kantons Basel-Landschaft ein Konzessionsgesuch für eine elektrische Schmalspurbahn von der Kantonsgrenze bei St. Jakob nach Liestal, allenfalls mit einer Zweigstrecke von Muttenz nach der Neuen Welt ein. Der Bundesrat beantragte am 27. März 1914 den eidgenössischen Räten die Erteilung dieser Konzession. Der geneigte Leser beachte bitte die Kürze der Fristen.

Am 22. Januar 1921 war die Eröffnung der Strecke St. Jakob-Muttenz, am 22. Oktober 1922 die Eröffnung der einspurigen Verlängerung nach Pratteln. Wegen des 1. Weltkrieges verzögerte sich der Bau.


Nach Elektrifizierung der SBB wurde die Fortsetzung nach Liestal als unnötig betrachtet. Die Generalversammlung der Basellandschaftlichen Überlandbahn vom 2. Juni 1937 beschloss mit allen Stimmen - bei nur einer Enthaltung - den Verzicht auf die Strecke Pratteln-Liestal.


Am 11. April 1991 hat der Baselbieter Landrat an einer denkwürdigen Sitzung auf eine Verlängerung der Linie 14 um ca. 600m bis zur Zweiengasse in der Gemeinde Pratteln mit 37:37 Stimmen und dem Stichentscheid des Präsidenten, Willi Bernegger, verzichtet. Wegen prominenten grünen Anwohnern stimmte die sich sonst so vehement für den öffentlichen Verkehr einsetzende grüne Fraktion mehrheitlich gegen den Ausbaukredit.


Der Regionalplan Siedlung ist in Vorbereitung bei der Bau- und Planungskommission. Die Erschliessung durch den öffentlichen Verkehr ist bei der Siedlungsplanung ein wichtiges, mitzuberücksichtigendes Element. Stellt man sich die mögliche Siedlungsentwicklung durch die ständig wachsende Bevölkerung in den nächsten 50 Jahre vor, so macht eine Verlängerung der Tramlinie Pratteln-Liestal immer noch sinn. die SBB-Stammlinie Basel-Olten hat jetzt schon Mühe, zu gewissen Tageszeiten den Regionalverkehr zu schlucken. Nimmt der Transitverkehr zu, so leidet der Regionalverkehr. Das wird in Zukunft so sein.


Die Tramlinie hätte als grossen Vorteil ein feineres Verteilnetz als die Bahn. Die Gemeinden Frenkendorf und Füllinsdorf kämen zu besseren Verbindungen. In Liestal bestünde Anschluss an die Waldenburgerbahn.


Geben wir doch der weitblickenden Idee von 1913 eine Renaissance. Die Voraussetzungen: In der Planung sind die nötigen Trasseeflächen vor Überbauung freizuhalten.


Antrag:


Der Regierungsrat wird gebeten, die Verlängerung der Tramlinie 14 von Pratteln nach Liestal unter Berücksichtigung der Überlegungen des Regierungsrates von 1913 und der zu erwartenden Siedlungsentwicklung in den nächsten 50 Jahren zu überprüfen. Dem Landrat ist Bericht und Antrag zu stellen.


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