1999-250

Landrat / Parlament


Dringliche Interpellation der FDP-Fraktion: Schliessung der ADtranz Pratteln



Geschäfte des Landrates || Hinweise und Erklärungen



Autor: FDP-Landratsfraktion

Eingereicht: 25. November 1999


Nr.: 1999-250




Mit Bestürzung haben wir von der Ankündigung der Schliessung der ADtranz Pratteln Kenntnis genommen. Dass die weltweite Restrukturierung bei ADranz-Daimler Chrysler Rail Systems in der Schweiz auch Auswirkungen haben würde, war zwar zu erwarten. Überrascht hat aber die Ankündigung, dass auf Mitte 2001 die Produktionsstätten in Pratteln und Oerlikon geschlossen werden sollen und dadurch rund 700 Arbeitsplätze abgebaut würden. Ebenfalls betroffen ist eine Vielzahl von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU), schätzungsweise 1000 Arbeitsplätze, die als Zulieferer von ADtranz tätig sind. Besonders stossend empfindet es die FDP Landrätsfraktion, dass ein Unternehmen betroffen, ist, das als effizient -wirtschaftender, leistungsfähiger Produktionsstandort gilt; ja selbst von den AStranz-Verantwortlichen punkto Produktivität als zu den Spitzen im Konzern gehörend bezeichnet wurde (NZZ, 23.11.99). Deshalb liegt die Vermutung nahe, dass die Arbeitsplätze nicht dort abgebaut werden, wo die wirtschaftlichen Probleme wirklich sind.

Es liegt nicht in der Absicht der FDP Landratsfraktion, protektionistische Massnahmen zu fordern, aber es liegt uns daran, dass solch drastische Massnahmen nur beschlossen werden, wenn sie wirklich nötig sind und auf anständige Art und Weise kommuniziert werden. Ferner muss im Rahmen der Möglichkeiten der betroffenen Arbeitnehmerschaft Unterstützung gewährt wird. Wir bitten daher den Regierungsrat, dessen energisches Handeln wir unterstützen, um Beantwortung folgender Fragen:


1. Anscheinend war der Presse bereits am 2. und 9. November 1999 zu entnehmen, dass Pratteln unter die Restrukturierungsmassnahmen fallen würde. War der Regierungsrat vorgängig von der Geschäftsleitung der ADtranz über die geplante Schliessung des Werkes Pratteln informiert worden?


2. Welches sind nach der Beurteilung des Regierungsrates die massgebenden Gründe für die Schliessung?


3. Hat es vor der Mitteilung des Schliessungsbeschlusses jemals Verhandlungen über mögliche Bedingungen zur Vermeidung der geplanten Werksschliessung gegeben?


4. Hat die Geschäftsleitung der ADtranz für die betroffenen Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen einen der wirtschaftlichen Situation angemessenen Sozialplan angeboten?


5. Ist die Adtranz bereit, den betroffenen Werksangehörigen bei der Suche nach neuen Arbeitsplätzen Unterstützung und Beratung anzubieten?


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