1999-249

Landrat / Parlament


Dringliche Interpellation von Ruedi Brassel: Schliessung der schweizerischen Produktionsbetriebe der ADtranz



Geschäfte des Landrates || Hinweise und Erklärungen



Autor: Ruedi Brassel, SP-Fraktion

Eingereicht: 25. November 1999


Nr.: 1999-249




Die angekündigte Schliessung der schweizerischen Produktionsbetriebe der ADtranz hat Bestürzung, Unverständnis und Wut ausgelöst. Das Baselbiet ist mit dem Werk Pratteln und den zahlreichen Zulieferbetrieben besonders stark betroffen. Ebenso gross wie die Empörung ist das Informationsbedürfnis über die Auswirkungen einer solchen Betriebsschliessung sowie über die dagegen in die Wege zu leitenden Massnahmen. Wir bitten deshalb den Regierungsrat um die Beantwortung der folgenden Fragen:

1. Wieviele Arbeitsplätze - unter Einbezug der Zulieferbetriebe - stehen im Baselbiet auf dem Spiel?


2. Wieviele der Betroffenen sind im Baselbiet wohnhaft?


3. Wie hoch ist der zu erwartende Steuerausfall von juristischen und natürlichen Personen für den Kanton und die Standortgemeinde zu veranschlagen.


4. Der Entscheid der ADtranz soll gemäss Konzernchef von Daimler-Chrysler mit der Erwartung verknüpft sein, dass ADtranz in Zukunft eine Kapitalrendite von 15,5 % zu erwirtschaften habe (Sonntags-Zeitung vom 21.11.99). Wie hoch sind die volkswirtschaftlichen Kosten einzuschätzen, die der Kanton Basel-Landschaft, die Region Basel und die Schweiz dafür in Kauf nehmen müssten?


5. Die Beschaffung von Rollmaterial ist in hohem Masse ein politisches Geschäft. Welche Möglichkeiten sieht die Regierung, im Verbund mit anderen Kantonen, dem Bund, der SBB und anderen Verkehrsbetrieben, bei der Rollmaterialbeschaffung Druck auf die ADtranz auszuüben? Wie gross ist das diesbezügliche Investitionsvolumen der BLT in den nächsten Jahren?


6. Es sind verschiedene Ansätze zur Sicherung einer Weiterführung der Produktion am Standort Pratteln in die Diskussion gebracht worden (Unterstützung eines Management-Buyouts, Vergünstigung des Mietzinses oder Übernahme des Areals durch Kanton und Gemeinde, Steuerermässigung usw.). Welche Möglichkeiten der Verbesserung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für die Fortführung der Produktion in irgendeiner Form sieht die Regierung?


7. Zurzeit scheint (nicht nur) in unserer Region ein rasanter Abbau industrieller Kapazitäten im Gange zu sein - erinnert sei an die Schliessungen von Alu Münchenstein, Bertrams Muttenz, Burckhardt-Sulzer Basel, ADtranz Pratteln, sowie die neuesten Abbauankündigungen bei Haefely-Trench. Wie beurteilt der Regierungsrat die mittel- und längerfristigen Folgen dieses Prozesses?


8. Weiche Auswirkungen hat dieser Prozess auf den Ausbildungs- und Fachhochschulbereich? Wie wirkt er sich auf das künftige Lehrstellenangebot aus?


9. Welche kurz- und mittelfristigen Massnahmen sind vorzunehmen, um den Betroffenen eine arbeitsmarktadäquate Qualifikation und Weiterbildung zu vermitteln?


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