1999-164_3.htm

Landrat / Parlament || Inhalt der Vorlage 1999-164 vom 31. August 1999


Neubau Werkstatt- und Bürogebäude für die Abteilung Signalisation des Tiefbauamtes in Liestal; Baukreditvorlage


Geschäfte des Landrats || Hinweise und Erklärungen





4. Bisherige Planungsschritte

Vorgängig der gewählten und nun vorgeschlagenen Lösung wurden im Jahre 1998 zwei Studien für den Umbau von bestehenden Liegenschaften ausgearbeitet, die sich neben den bereits erwähnten Standortnachteilen auch als betrieblich und wirtschaftlich nachteilig erwiesen.


Im März 1999 erarbeitete die Bau- und Umweltschutzdirektion mit Coop eine Tauschvereinbarung aus, die neben einem Parzellentausch zwischen Coop und Basellandschaftlicher Kantonalbank ebenfalls einen Tausch der bestehenden Liegenschaft der Signalisation gegen ein für die Bedürfnisse des Kantons auf dem Areal des Tiefbauames in Liestal neu erstelltes Gebäude vorsah.


Parallel zur Ausarbeitung des Bauprojektes mit Leistungsbeschrieb mit dem Ziel mit Coop einen Totalunternehmervertrag unter Anrechnung der erwähnten Fr. 2 Mio. abzuschliessen, liess die Bau- und Umweltschutzdirektion die Abwicklung dieses Geschäftes durch den Rechtsdienst des Regierungsrates auf Gesetzeskonformität überprüfen.


Das Vorhaben des Kantons, mit Coop Grundstücke zu tauschen sowie - als Ausgleich für unnütze Investitionen - Coop zu beauftragen, einen Neubau zu erstellen, fand der Rechtsdienst auf den ersten Blick durchaus sinnvoll.


In einer differenzierten juristischen Analyse dieses Geschäftes begründete aber der Rechtsdienst, dass im Prinzip der Kanton Besteller und Bauherr bei diesem Geschäft sei, Coop eine Dienstleistung erbringe und nach dem sogenannten Legalitätsprinzip alle Verwaltungstätigkeit an das Gesetz gebunden ist, und somit bei der Vergabe des Bauauftrages ein öffentliches (Auswahl-) Verfahren vorzusehen ist im Rahmen des üblichen Vorgehens bei Investitionsvorhaben des Kantons.


Aus diesen Überlegungen beantragt der Regierungsrat mit der Überweisung einer Baukreditvorlage beim Landrat einen Verpflichtungskredit für die Realisierung eines Büro- und Werkstattgebäudes, wobei ein wesentlicher Teil der Finanzierung durch den Beitrag eines Dritten sichergestellt ist.




5. Das Projekt


5.1 Raumprogramm




5.2 Neubau Werkstatt- und Bürogebäude


Der Gebäudekörper besteht aus einem Bürotrakt, einer Zwischenzone und einem Hallentrakt. Durch diese Gliederung wird die Möglichkeit einer späteren Erweiterung der Anlage bestens gewährleistet.


Im Erd- und Obergeschoss des Bürotraktes befinden sich die Büros, der Aufenthaltsraum, das Besprechungszimmer und die Toiletten. Im Untergeschoss sind die Garderoben mit Duschen und WC-Anlagen angeordnet.


Die Zwischenzone dient als Pufferzone zwischen Werkstattbereich (Lärmemission) und Bürotrakt. In dieser Zone befindet sich die vertikale Erschliessung, der Eingangsbereich, der Technikraum und der Putzraum.


Der Hallentrakt besteht aus Lagerräumen im Untergeschoss, aus Werkstätten und einer Einstellhalle im Erdgeschoss. Die Lagerräume sind durch einen Warenlift, eine Aussentreppe und durch die Treppe in der Zwischenzone erschlossen.


Über einem betonierten Untergeschoss wird im Bereich des Hallentraktes eine Stahlkonstruktion aus Stützen und Trägern errichtet. Im Bereich Bürotrakt und Zwischenzone wird die Betondecke über dem Erdgeschoss auf Betonstützen aufgelagert. Im Obergeschoss wird das extensiv begrünte Dach durch eine Stahlkonstruktion getragen.


Die Aussenwände bestehen aus einer Kassettenkonstruktion mit einer Dämmung aus Mineralwolle, einer Vorsatzdämmung und einer hinterlüfteten Leichtmetallfassade.


Die räumliche Gliederung des Neubaus in drei Nutzungsbereiche spiegelt sich formal an der Fassade wieder. Die Zwischenzone, zweiseitig mit Glasfassade, ist Bindeglied zwischen dem Hallentrakt und dem Bürotrakt. Diese wiederum sind durch verschiedene Blechverkleidungen und Dachabschlüsse unterschiedlich thematisiert.


Die Umgebungsgestaltung wurde so gewählt, dass das Umgebungsmuster der Nachbarparzelle (Werkhof Kreis 2) weitergeführt werden kann.


Der Neubau wird so situiert, dass eine Verbindung mit Fahrzeugen im Areal des Kantons, zwischen dem Werkhof Kreis 2 und der Abteilung Signalisation, gewährleistet ist.


Eine spätere Erweiterung kann in der Längsachse des Gebäudes erfolgen, sowohl für eine Werkstatt- wie Büronutzung.


Durch die periphere Anordnung des Gebäudes auf dem Areal besteht eine Konzept- und Sanierungsfreiheit in Bezug auf mögliche Erneuerungen des bestehenden Garagebetriebes.




5.3 Abbruch


Der vordere Bereich der bestehenden, eingeschossigen Lagerhalle wird abgebrochen.


Die Konstruktion des 1957 entstandenen Baus besteht aus Betonstützen, Sichtmauerwerk und Fachwerkträgern aus Stahl.




5.4 Bauablauf


Die Wahl einer einfachen, funktionalen Konstruktion führt zu einer kurzen Bauzeit und gewährt eine hohe Flexibilität bei der Raumnutzung.


Durch die Realisierung des Bauvorhabens an einem neuen Standort, kann der Betrieb der Abteilung Signalisation während der Bauphase unbeeinflusst weitergeführt werden. Der Neubau sollte zu keiner wesentlichen Beeinträchtigung im Betriebsablauf der Nachbargebäude führen.


Es kann davon ausgegangen werden, dass für das Bauvorhaben guter, sauberer Baugrund vorhanden ist.




5.5 Baubiologie und Energie


Baubiologie:
Bei der Wahl der Baumaterialien werden die ökologischen und baubiologischen Aspekte gemäss Weisungen des Hochbauamtes für den Einsatz von umweltschonenden Baumaterialien berücksichtigt.
Die oekologischen Massnahmen für die Vorbildfunktion sind mit Fr. 38 000.-- veranschlagt.


Energie:
Die Wärmeversorgung wird durch Fernwärme (Fernwärmeverbund Liestal) gewährleistet.
Die Wärmeverteilung erfolgt über Heizkörper bzw. in der Schlosserei mit zusätzlichem Luftheizapparat.


Wärmedämmung:
Mit der vorgesehenen Wärmedämmung werden die gemäss der Kantonalen Verordnungen zulässigen Wärmeverluste um ca. 20 % unterschritten. Damit wird die vom Kanton praktizierte Vorbildfunktion erreicht.
Die finanziellen Aufwendungen für diese Zusatzmassnahmen betragen Fr. 25 000.--, dagegen werden pro Jahr Fr. 500.-- an Heizkosten eingespart.




5.6 Brandschutz


Der Neubau wird nach den geltenden baugesetzlichen Vorschriften, den Normen der Vereinigung Kantonaler Feuerversicherer und gemäss Vorbesprechung mit der Basellandschaftlichen Gebäudeversicherung (BGV) erstellt.



Fortsetzung


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