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Änderung des Vertrags zwischen dem Kanton Basel-Landschaft und den Vereinigten Schweizerischen Rheinsalinen über die Rechte an den Salzlagern und Solen im Kanton Basel-Landschaft

Landrat / Parlament || Vorlage 1998-186 vom 22. September 1998


Änderung des Vertrags zwischen dem Kanton Basel-Landschaft und den Vereinigten Schweizerischen Rheinsalinen über die Rechte an den Salzlagern und Solen im Kanton Basel-Landschaft (Konzessionsvertrag) vom 30. Oktober 1962/29. März 1963 (1)


Geschäfte des Landrats || Hinweise und Erklärungen
Inhaltsverzeichnis Vorlage 1998-186 || Entwurf Landratsbeschluss



Etwas Geschichte

Vom Jäger zum Sammler - nur mit Salz


Vor etwa 10 000 Jahren trat die grosse Wende in der Menschheitsgeschichte ein: Vom Jäger und Sammler wurde der Mensch zum Bauern. Er begann, Getreide, Wurzelgewächse und andere essbare Pflanzen regelmässig anzubauen. Er wurde sesshaft. Andere fingen an, Tiere nicht nur zu jagen, sondern zu hegen und in Herden zu halten.


Nun änderten sich auch die menschlichen Ernährungsgewohnheiten: Die pflanzliche Kost nahm zu, und das Fleisch wurde nicht mehr nur gebraten, sondern auch gekocht. Durch Kochen verliert aber das Fleisch seinen natürlichen Salzgehalt. Deshalb musste und muss auch heute noch Salz beigefügt werden.


Vor rund 10 000 Jahren begann vermutlich die Verwendung des Salzes. Woher das Salz kam, ist nirgends überliefert. Wahrscheinlich aus den Salzgärten an den warmen Meeren. Aus dem bis 24 Prozent Salz enthaltenden Wasser des Toten Meeres liess sich Salz leicht gewinnen, im Sommer auch aus dem Mittelmeer oder aus dem Roten Meer, das etwas mehr als vier Prozent Salz aufweist.




sal, Salär, Sold


Vor etwa 3 000 Jahren begannen die Kelten, aufmerksam gemacht durch das Wild, im ältesten Salzbergwerk der Erde das weisse Mineral abzubauen, nämlich in Hallstatt in den Österreichischen Alpen. Hallstatt muss ein bedeutender Mittelpunkt des Salzhandels gewesen sein, denn man hat dort Zahlungsmittel aus dem ganzen Abendland gefunden. Wertvolle Dinge wurden gegen das lebenswichtige Salz eingetauscht.


Auch das Salz selbst, das "weisse Gold", galt da und dort als Geld. Die Römer zum Beispiel bezahlten lange ihre Soldaten und Staatsbeamten mit Salz, das lateinisch sal heisst. Deshalb die Bezeichnung Salär für Sold oder Lohn.




Ein Glücksfall für das Land


Die Salzvorkommen am Rhein zwischen Augst und Birsfelden wurden am 30. Mai 1836 angebohrt. Nicht nur für den damals erst vier Jahre alten Kanton Basel-Landschaft, sondern für die ganze Schweiz bedeutete diese Entdeckung einen wahren Glücksfall. Folgende Worte, gesprochen bei der Einweihung der Saline Schweizerhalle am 7. Juni 1837, belegen, wie sehr man sich der Wichtigkeit eigenen Salzes bewusst war: "Für kein Land war wohl die Auffindung eines Salzlagers von so grosser Wichtigkeit als für die Schweiz, welche bisher dasselbe vom Ausland bezog, wodurch bedeutende Summen dorthin gingen und nie zurückkehrten. Die Schweiz, seit Jahrzehnten ein freies, unabhängiges Land, war doch nicht gänzlich als unabhängig zu betrachten, so lange ihr das Salz fehlte; denn hätte Einigkeit die benachbarten Staaten vereint, bei irgend einer Gelegenheit kein Salz mehr in die Schweiz zu lassen, so hätte man diese zu so manchen Bedingungen zwingen können, indem kein Staat einer solchen Menge Salz bedarf als diese, da deren Haupterwerb die Viehzucht ist und zu deren Gedeihen besonders das Salz nicht entbehrt werden kann. Dieser Gefahr sind wir nun entronnen, indem das hier entdeckte Salzlager mächtig genug ist, die gesamte Schweiz auf Jahrhunderte damit zu versehen."




"Schlachte nicht mehr, als du salzen kannst"


Im bäuerlichen und bürgerlichen Haushalt spielte das Salz früher eine weit grössere Rolle als heute. Während man seit dem Zweiten Weltkrieg mit einem Jahresbedarf von vier bis acht Kilo je Kopf rechnet, benötigte früher eine Person etwa zwölf Kilo: Man ass "schärfer", zudem brauchte man vor den Erfindungen der Konserve und der Tiefkühltruhe viel Salz, um Gemüse wie Sauerkraut, Salzgurken sowie die Butter haltbar zu machen. Vor allem benötigte die damals vorwiegend bäuerliche Bevölkerung grosse Mengen Salz zur Frischhaltung von Fleisch, Speck und Würsten. Denn zur Zeit der Dreifelderwirtschaft und des allgemeinen Weidgangs, also bis etwa 1830, ernteten die Bauern zu wenig Heu, um ihr Vieh überwintern zu können. Darum schlachteten sie im Herbst mehrere Tiere und legten das Fleisch in eine Salzlauge oder salzten es tüchtig ein, bevor sie es räucherten. "Schlachte nicht mehr, als du salzen kannst", mahnte damals eine Bauernregel. Erst mit dem Anbau von Rüben als Winterfutter, mit der Einführung des Fruchtwechsels und der Stallhaltung änderten sich diese Verhältnisse.




Carl Christian Friedrich Glenck und der Name Schweizerhalle


Seit 1821 bohrte der deutsche Salzfachmann Carl Christian Friedrich Glenck (1779-1845) auf schweizerischem Gebiet nach Salz. Nach einer erfolglosen Bohrung in Oberdorf/BL stiess Glenck am 30. Mai 1836 beim Roten Haus am Rhein bei Muttenz in der Tiefe von 107 Metern auf ein sieben Meter mächtiges Salzlager. Das Fundbohrloch musste wegen Differenzen mit den Landeigentümern wieder verlassen werden, und man ging sofort daran, etwas weiter östlich im Gemeindebann Pratteln zwei neue Bohrungen niederzubringen. Zugleich wurde mit dem Bau einer Saline auf dem höhergelegenen Terrain, wo sie sich noch heute befindet, begonnen. Am 7. Juni 1837 wurde die erste schweizerische Saline am Rhein feierlich eingeweiht; in Anlehnung an die Tradition, die Stätten der Salzgewinnung im deutschen Sprachgebiet mit "Hall" oder "Halle" zu bezeichnen, erhielt sie den Namen Schweizerhalle.


In den Jahren 1843-1848 folgten oberhalb Schweizerhalle, im Gebiet des Kantons Aargau, weitere Salinengründungen, so dass die Schweiz mehr und mehr von ausländischen Einfuhren unabhängig wurde.


Saline Kaiseraugst (1843-1847 und 1865-1909). Sie fiel dem Bau des Kraftwerks Augst-Wyhlen zum Opfer.


Saline Rheinfelden (1845-1942). Wegen stockender Kohleeinfuhr wurde im Kriegsjahr 1942 die Salzproduktion eingestellt.


Saline Riburg: 1848 gegründet, seit 1909 mit Schweizerhalle und Rheinfelden zur Aktiengesellschaft "Vereinigte Schweizerische Rheinsalinen" zusammengeschlossen.




Salzschmuggel und Bauernaufstände


Salz war eines der teuersten Konsumgüter und bildete einen der höchsten Ausgabeposten für die Haushalte: Um 1620 musste ein Bauhandwerker etwa zweieinhalb Tage arbeiten, um den Jahresbedarf von ungefähr 8 Kilogramm für eine Person kaufen zu können. Heute genügt eine Viertelstunde Arbeit, um sich einen Vorrat von 8 Kilo Salz anzulegen.


Die Salzversorgung aus dem Ausland bildete bis 1837 eine der wichtigsten Aufgaben der Kantonsregierungen. Um eine gerechte, möglichst billige und gesicherte Salzversorgung zu gewährleisten, wurde der private Salzhandel schon während des Dreissigjährigen Krieges (1618-1648) in den meisten Kantonen zum Staatsmonopol oder Regal: Kauf und Verkauf von Salz wurde zum Alleinrecht der Obrigkeiten. Das Salz musste bei den staatlichen Salzauswägern bezogen werden; der Kauf in anderen Kantonen galt als Salzschmuggel und wurde schwer bestraft. Durch das Monopol öffnete sich den Regierungen auch die Möglichkeit, das Salz mit Steuern zu Gunsten der Staatskasse zu belegen, was den Untertanen gar nicht behagte. Bei zahlreichen Bauernaufständen stellten sie die Forderung nach freiem Salzverkauf.


(Auszüge aus der Schrift "unser salz", herausgegeben von den Vereinigten Schweizer Rheinsalinen)




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Fussnoten:


1.


GS 22.160, SGS 381.2


Weitere Informationen.

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