1998-93

Landrat / Parlament


Motion: Öffentlicher Verkehr und Behinderte gemeinsam



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Autor: Peter Brunner, SD (Aebi, Aeschlimann, Bachmann, Bollinger, Bucher, Chappuis, Degen, Frutiger, Giger, Graf, Halder, Jäggi, Keller, Klein U., Krähenbühl, Lusser, Meschberger, Meury A., Meury R., Mohler, Müller, Rudin Ch., Rudin K., Schilt, Stöcklin O., Wüthrich, Wyss, Zimmermann A. (28))

Eingereicht: 14. Mai 1998


Nr.: 1998-093




Menschen mit einer Behinderung wie Geh-, Seh- und Hörbehinderte sowie rollstuhlabhängige Personen werden in unserer Gesellschaft in vielen Bereichen noch immer diskriminiert und benachteiligt. Ein Beispiel ist der Öffentliche Verkehr, der es mobilitätsbehinderten Mitmenschen verunmöglicht, diese spontan und ihren Bedürfnissen entsprechend zu benützen. Zwar wurde in den letzten Jahren auf den BLT-Linien mit der Einführung von Niederflurbussen und Tramzügen mit Niederflur-Mittelteil der Zugang erleichtert, was das Ein- und Aussteigen mit einem Kinderwagen ohne fremde Hilfe ermöglicht. Die Einstieghöhe beträgt jedoch, je nach Fahrzeugtyp, immer noch 30 bis 35 cm, die sich bei den üblicherweise 12 bis 15 cm hohen Halteinsein bzw. Trottoirs auf 15 bis 23 cm reduziert. Betagten, Gehbehinderten und Personen mit Kinderwagen wird dadurch der Zugang erleichtert, Fahrgästen im Rollstuhl die selbständige Benutzung aber weiterhin verunmöglicht. Der Einsatz von Einstieghilfen wie Ausfahr- bzw. Klapprampen oder Hubliften zur Überbrückung der Höhendifferenz und des Spalts zwischen Fahrzeug und Haltekante, werden von BLT und BVB wegen angeblicher Störanfälligkeit sowie befürchteten Fahrplanverzögerungen abgelehnt. Alternativ wäre es jedoch kurzfristig möglich, durch eine Erhöhung der Haltestellen (beim Tram sektoriell auf der Haltehöhe des Niederflur-Mittelteils), mit relativ geringem finanziellem Aufwand, einen ebenen Zugang zu schaffen, der auch Gehbehinderten und Rollstuhlfahrern eine selbständige Benutzung ermöglicht (siehe auch Postulat Peter Kuhn vom 20. 1. 1994 / 94/16).

Wir bitten daher den Regierungsrat,


1.) in Zusammenarbeit mit Vertretern der Behinderten- und Seniorenorganisationen, ein Bau- und Beschaffungskonzept für behindertengerechte öffentliche Verkehrsmittel des Kantons (im Baselbiet) wahrzunehmen.


2.) auf den BLT-Tramlinien 10 und 11, raschmöglichst bis zur Einführung von neuem behindertengerechtem Rollmaterial (oder Einbau von Einstieghilfen) die Haltestellen sektoriell im Haltebereich des Sänfteneinstiegs so zu erhöhen, dass ein Ein- und Ausfahren behinderter Mitmenschen mit Rollstühlen möglich ist.


3.) mit Basel-Stadt analoge Lösungsvorschläge für die durch die BLT-Tramlinien 10 und 11 befahrenen Stadtbasler Haltestellen zu suchen.


4.) auf den vom Kanton (BLT, AAGL etc.) betriebenen Buslinien die Haltestellen so anzuordnen und zu erhöhen, dass ein ebener Zugang in die Niederflurbusse entsteht, der auch Fahrgästen im Rollstuhl die selbständige Benutzung ermöglicht.


5.) bei einer (Teil)-Sanierung der BLT-Haltestellen diese mit taktilen Leitlinien (Rillenplatten) und Aufmerksamkeitsfeld zur Orientierung von blinden und sehbehinderten OeV-Benutzern auszurüsten.


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