- Basel-Landschaft
- Organisation
- Direktionen
- Volkswirtschafts- und Gesundheitsdirektion
- Medienmitteilungen
- Wald und Klimawandel – Naturnahen Waldbau fördern
11.07.2014
Wald und Klimawandel – Naturnahen Waldbau fördern
Als Folge des Klimawandels müssen heimische Baumarten gefördert werden, welche das höchste Potential haben, den anstehenden Herausforderungen angemessen zu begegnen: einer dieser Bäume ist die Traubeneiche. Zudem forciert die Bürgergemeinde der Stadt Basel im Hardwald noch intensiver einen naturnahen Waldbau. Das heisst: eine standortsgerechte Baumartenzusammensetzung durch Naturverjüngungen begünstigen. Über die entsprechenden Massnahmen wurde heute im Hardwald informiert.
Die vergangenen Jahre lassen uns den Klimawandel spüren. Zum einen häufen sich Stürme, zum anderen gibt es stärkere Niederschlagsereignisse. Trockenperioden dauern oftmals länger. Dennoch, wir sprechen beim Klima nicht vorrangig von einzelnen Wetterereignissen, sondern vielmehr von langfristigen Entwicklungen. Die Betrachtungen der vergangenen Jahre und Jahrzehnte liefern dafür die Datenbasis. Die Jahresmitteltemperaturen werden weiter steigen. Für das Baselbiet bedeutet das: Die Durchschnittstemperatur im Sommer wird im Jahr 2060 um 21°C liegen. Verbunden sind diese Temperaturanstiege voraussichtlich mit einer ungleichmässigeren Verteilung von Niederschlägen und längeren Trockenperioden, insbesondere im Sommer.
Wenn nun für 2060 in der Region Basel Temperaturen zu erwarten sind, wie heute in Lugano oder Locarno, so wird deutlich, dass auch die Vegetation nicht mehr wie heute aussehen kann. Im Wald planen wir langfristig. Zeiträume über mehrere Generationen liegen in unserem Blickfeld. Von der Saat/Pflanzung bis zur Ernte vergehen leicht 100 oder 150 Jahre. Diesen Zeithorizont betrachtend kommt die zu erwartende Erwärmung des Klimas rasend schnell. Wir wollen keine Zeit verlieren. Wir wollen unseren Enkeln einen gesunden Wald und ein funktionierendes Ökosystem überlassen können.
Traubeneiche hat Potential
Die Traubeneiche ist sicher eine der heimischen Baumarten, welche mitunter das höchste Potential hat, den anstehenden Herausforderungen angemessen zu begegnen. Sie hat eine gut ausgeprägte Trockentoleranz und ist mit ihrem tiefreichenden Wurzelwerk auch in Zeiten lang anhaltender Trockenheit gut wasserversorgt. Das macht sie gleichzeitig weniger anfällig für starke Stürme. Im Allgemeinen gilt diese Baumrasse als robust gegenüber Schadorganismen. Zur Minimierung des Risikos und zur Erhöhung der Chancen für einen stabilen Wald der Zukunft wird es vor allem auf Diversifikation (hier Baumartenvielfalt) ankommen. Dafür sollen geeignete Provenienzen heimischer Baumarten gefunden werden, welche mit dem zu erwartenden Klima gut zu Recht kommen sollten.
Unter Provenienz versteht man das Herkunftsgebiet einer Baumrasse. Im Mittelpunkt stehen dabei die klimatischen (Temperatur und Niederschlag) sowie geologischen (Nährstoffversorgung) Bedingungen unter denen die Rasse einer Baumart aufgewachsen ist.
Regierungsrat Thomas Weber sagte heute an einer Medienkonferenz im Hardwald, ein strategisches Ziel der Volkswirtschafts- und Gesundheitsdirektion VGD laute: „Die Chancen und Risiken langfristiger Klimaentwicklungen erkennen und bewerten, um daraus Optionen zu entwickeln“. Genau dieses Ziel spiegelt sich in der Beteiligung an den Provenienzversuchen wider. Es ist elementar wichtig Erkenntnisse darüber zu erlangen, wie mit den Herausforderungen des Klimawandels sinnvoll umgegangen werden kann. Die Weichen für morgen wollen wir heute stellen. Dafür müssen wir die Optionen kennen. Nur so können wir die richtigen Entscheidungen für die Zukunft treffen. Die VGD hat es sich zum Ziel gesetzt, Ressourcen wie Landschaft und Natur zu schützen. Diese natürlichen Ressourcen sollen nachhaltig nutzbar sein. Die klimatischen Rahmenbedingungen werden sich ändern. Wir brauchen dafür Lösungen. Gemeinsam mit den Forstbetrieben und der Forschung werden wir diese finden und umsetzen. Der Wald wird so auch für die nachfolgenden Generationen dauerhaft Schutz bieten und als Erholungsraum und regenerative Ressource nachhaltig zur Verfügung stehen.
Christian Kleiber, Forstbetriebsleiter Bürgergemeinde der Stadt Basel, führte aus: „Im Hinblick der zunehmenden Klimaerwärmung werden wir noch intensiver einen naturnahen Waldbau fördern. Das heisst eine standortsgerechte Baumartenzusammensetzung durch Naturverjüngungen begünstigen. Dies sind vor allem Traubeneichen, Linden, Ahorn und Kirsche. An Orten an welchen die Naturverjüngung nicht möglich ist, werden Schneeblattblättriger Ahorn, Elsbeere, Mehlbeere, Speierling, Vogelbeere, Edelkastanien und Roteichen gepflanzt.“ Um grossflächige Ausfälle einer einzelnen Baumart zu verhindern, streben wir eine Erhöhung der Baumartenvielfalt an. Um die Vitalität gegenüber der Erwärmung zu fördern, wird der jährliche Zuwachs genutzt, denn je älter ein Baum wird, umso weniger erträgt er den Trockenstress. Wie wir in den letzten Jahren beobachten konnten, werden starke Stürme immer häufiger. Darum streben wir grosskronige Bäume und stufige Bestände an.
Kleiber: „Der Klimawandel ist kaum noch abwendbar. Darum ist es wichtig die Augen offen zu halten, die verschiedenen Baumarten zu beobachten wie sie auf die Klimaerwärmung reagieren. So können wir die Bäume, die die Wärme ertragen, fördern und mit ihnen vitale widerstandsfähige stufige Bestände formen.“
Die vergangenen Jahre lassen uns den Klimawandel spüren. Zum einen häufen sich Stürme, zum anderen gibt es stärkere Niederschlagsereignisse. Trockenperioden dauern oftmals länger. Dennoch, wir sprechen beim Klima nicht vorrangig von einzelnen Wetterereignissen, sondern vielmehr von langfristigen Entwicklungen. Die Betrachtungen der vergangenen Jahre und Jahrzehnte liefern dafür die Datenbasis. Die Jahresmitteltemperaturen werden weiter steigen. Für das Baselbiet bedeutet das: Die Durchschnittstemperatur im Sommer wird im Jahr 2060 um 21°C liegen. Verbunden sind diese Temperaturanstiege voraussichtlich mit einer ungleichmässigeren Verteilung von Niederschlägen und längeren Trockenperioden, insbesondere im Sommer.
Wenn nun für 2060 in der Region Basel Temperaturen zu erwarten sind, wie heute in Lugano oder Locarno, so wird deutlich, dass auch die Vegetation nicht mehr wie heute aussehen kann. Im Wald planen wir langfristig. Zeiträume über mehrere Generationen liegen in unserem Blickfeld. Von der Saat/Pflanzung bis zur Ernte vergehen leicht 100 oder 150 Jahre. Diesen Zeithorizont betrachtend kommt die zu erwartende Erwärmung des Klimas rasend schnell. Wir wollen keine Zeit verlieren. Wir wollen unseren Enkeln einen gesunden Wald und ein funktionierendes Ökosystem überlassen können.
Traubeneiche hat Potential
Die Traubeneiche ist sicher eine der heimischen Baumarten, welche mitunter das höchste Potential hat, den anstehenden Herausforderungen angemessen zu begegnen. Sie hat eine gut ausgeprägte Trockentoleranz und ist mit ihrem tiefreichenden Wurzelwerk auch in Zeiten lang anhaltender Trockenheit gut wasserversorgt. Das macht sie gleichzeitig weniger anfällig für starke Stürme. Im Allgemeinen gilt diese Baumrasse als robust gegenüber Schadorganismen. Zur Minimierung des Risikos und zur Erhöhung der Chancen für einen stabilen Wald der Zukunft wird es vor allem auf Diversifikation (hier Baumartenvielfalt) ankommen. Dafür sollen geeignete Provenienzen heimischer Baumarten gefunden werden, welche mit dem zu erwartenden Klima gut zu Recht kommen sollten.
Unter Provenienz versteht man das Herkunftsgebiet einer Baumrasse. Im Mittelpunkt stehen dabei die klimatischen (Temperatur und Niederschlag) sowie geologischen (Nährstoffversorgung) Bedingungen unter denen die Rasse einer Baumart aufgewachsen ist.
Regierungsrat Thomas Weber sagte heute an einer Medienkonferenz im Hardwald, ein strategisches Ziel der Volkswirtschafts- und Gesundheitsdirektion VGD laute: „Die Chancen und Risiken langfristiger Klimaentwicklungen erkennen und bewerten, um daraus Optionen zu entwickeln“. Genau dieses Ziel spiegelt sich in der Beteiligung an den Provenienzversuchen wider. Es ist elementar wichtig Erkenntnisse darüber zu erlangen, wie mit den Herausforderungen des Klimawandels sinnvoll umgegangen werden kann. Die Weichen für morgen wollen wir heute stellen. Dafür müssen wir die Optionen kennen. Nur so können wir die richtigen Entscheidungen für die Zukunft treffen. Die VGD hat es sich zum Ziel gesetzt, Ressourcen wie Landschaft und Natur zu schützen. Diese natürlichen Ressourcen sollen nachhaltig nutzbar sein. Die klimatischen Rahmenbedingungen werden sich ändern. Wir brauchen dafür Lösungen. Gemeinsam mit den Forstbetrieben und der Forschung werden wir diese finden und umsetzen. Der Wald wird so auch für die nachfolgenden Generationen dauerhaft Schutz bieten und als Erholungsraum und regenerative Ressource nachhaltig zur Verfügung stehen.
Christian Kleiber, Forstbetriebsleiter Bürgergemeinde der Stadt Basel, führte aus: „Im Hinblick der zunehmenden Klimaerwärmung werden wir noch intensiver einen naturnahen Waldbau fördern. Das heisst eine standortsgerechte Baumartenzusammensetzung durch Naturverjüngungen begünstigen. Dies sind vor allem Traubeneichen, Linden, Ahorn und Kirsche. An Orten an welchen die Naturverjüngung nicht möglich ist, werden Schneeblattblättriger Ahorn, Elsbeere, Mehlbeere, Speierling, Vogelbeere, Edelkastanien und Roteichen gepflanzt.“ Um grossflächige Ausfälle einer einzelnen Baumart zu verhindern, streben wir eine Erhöhung der Baumartenvielfalt an. Um die Vitalität gegenüber der Erwärmung zu fördern, wird der jährliche Zuwachs genutzt, denn je älter ein Baum wird, umso weniger erträgt er den Trockenstress. Wie wir in den letzten Jahren beobachten konnten, werden starke Stürme immer häufiger. Darum streben wir grosskronige Bäume und stufige Bestände an.
Kleiber: „Der Klimawandel ist kaum noch abwendbar. Darum ist es wichtig die Augen offen zu halten, die verschiedenen Baumarten zu beobachten wie sie auf die Klimaerwärmung reagieren. So können wir die Bäume, die die Wärme ertragen, fördern und mit ihnen vitale widerstandsfähige stufige Bestände formen.“
Beilagen:
- Medienbausteine Eiche
- Klimaszenarien Schweiz – eine regionale Übersicht
- Provenienzvergleich in Bezug auf Trockenheitsresistenz
Amt für Wald beider Basel
Forstbetrieb Bürgergemeinde der Stadt Basel

Der Baselbieter Regierungsrat Thomas Weber und Bürgerrat Paul von Gunten (rechts). |

Forstbetriebsleiter Christian Kleiber informiert die Medien. |

Forstwartvorarbeiter François Goy schafft Platz für junge Eichen. |