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Von Filets und Schinken – Eichennutzung in der Region Basel

18.11.2014
Eichenwälder sind aus der Region Basel nicht wegzudenken. Neben ihrem ökologischen Wert sind Eichen auch aus wirtschaftlicher Sicht bedeutend für die Forstbetriebe und die weiteren Akteure der Wertschöpfungskette Wald/Holz. Dies zeigte heute das Amt für Wald beider Basel mit den entsprechenden Partnern an einer Begehung im Allschwiler Wald.

Seit Jahrhunderten werden Eichen rund um Basel kultiviert und gefördert. Früher diente das dauerhafte Holz zum Bauen – beispielsweise für die Fachwerkhäuser in Allschwil – und als Brennholz. Die Eicheln waren eine wichtige Nahrungsquelle für die Hausschweine, daher der Spruch „Auf den Eichen wachsen die besten Schinken“.

Ökonomisch wertvoll
Heute werden vor allem das dauerhafte Holz der Eiche und ihr ökologischer Wert geschätzt. So schafft sie es - im Gegensatz zu anderen Laubbäumen - ihre Marktposition zu halten. Der durchschnittliche Erlös für Eichenholz liegt 20 bis 30 Prozent höher als für andere Laubbaumarten. Für das qualitativ hochwertige Stammholz, sozusagen das Filet des Baums, erhält der Waldeigentümer mehrere hundert Franken pro Kubikmeter. Der Erlös mag zwar hoch erscheinen, doch nur einzelne Stämme erzielen solche Erträge. Und bis die rund 150-jährigen Bäume geerntet werden können, brauchen sie viel Licht und Pflege. Über das Lebensalter einer Eiche kommen da viele Arbeitsstunden zusammen. Die Preise für das Eichenholz unterliegen zunehmend globalen Finanzströmen, wie Roman Wettstein von der Raurica Holzvermarktung AG erläutert. Das gilt auch für die Allschwiler Eichen. Holz ist ein international gehandeltes Gut. So hat die Finanzkrise bewirkt, dass mit den USA ein wichtiger Akteur der Laubholzindustrie geschwächt war.

Waldbaulich wertvoll
Ohne die entsprechenden Fördermassnahmen durch den Forstdienst Allschwil / Vorderes Leimental würden im Allschwiler Wald vorwiegend Buchen wachsen. Doch dank des hohen Anteils an Eichen und der damit verbundenen grossen Artenvielfalt ist die gesamte Fläche des Waldes im kantonalen Inventar der geschützten Naturobjekte aufgenommen. Markus Lack, Revierförster und Betriebsleiter, demonstriert mit der Fällung einer grossen Eiche, wie die Förderung der Eiche mit ihrer Nutzung zusammenhängt. Denn wo kein Licht im Wald ist, kommt auch keine Eiche auf. Weiter zeigt Lack, welche Massnahmen zur Pflege und zum Schutz der jungen Eichen notwendig sind, die sich auf natürliche Art und Weise vermehren.  

Mangelware Laubholzsägereien
Die weiterverabeitende Holzbranche schätzt das vielseitig verwendbare Eichenholz. Eine der wenigen in der Nordwestschweiz verbliebenen Laubholzsägereien ist die Albiez AG (Rheinfelden). Sie hat sich auf Spezialaufträge ausgerichtet und sägt pro Jahr mehrere tausend Kubikmeter Laubholz aus der Region, davon zu einem erheblichen Anteil Eichenholz. Dank dieser Nischenproduktion kann die Sägerei das Holz aus der Nordwestschweiz trotz der starken Konkurrenz aus dem Ausland verarbeiten und vermarkten. Es gibt Beispiele von lokalen Schreinern, die Eichenholz aus dem Allschwiler Wald verarbeiten – so profitiert die Region natürlich am meisten von ihrem Rohstoff Holz.  

Regionale Wertschöpfunkgskette dauerhaft stärken
Kantonsforstingenieur Ueli Meier sieht die Aufgabe des Amts für Wald darin, den Wald dauerhaft, sprich nachhaltig, mit all seinen Funktionen zu erhalten. Dafür ist es zum einen wichtig, den Wald auf die bevorstehenden Klimaveränderungen vorzubereiten. Eine der dafür erfolgsversprechenden Baumarten ist die Eiche. Zum anderen braucht es den Erhalt regionaler Absatzstrukturen. Dabei reicht die Wertschöpfung vom Wald über Sägereien, Hobelwerke, Schreinereien und Holzbaufirmen bis zu den Endkundinnen und -kunden. Alle sollen sich in dieser Herausforderung wiederfinden. Denn ohne Absatz lohnt es sich für viele Waldbesitzende nicht, den Wald zu bewirtschaften. Aber nur mit Bewirtschaftung können die Waldfunktionen langfristig aufrecht erhalten werden, von denen wir alle profitieren. Dazu zählen insbesondere die Naherholung wie im Allschwiler Wald, die Biodiversität, ein attraktives Landschaftsbild und der Schutz vor Naturgefahren. In der Nähe von Siedlungsräumen sind auch kleinräumige Klimaeffekte von Bedeutung.

Gesunden Wald zu erhalten, ist stets eine neue Herausforderung. Aktuelles Beispiel ist das Triebsterben an Eschen. Diese Pilzkrankheit wird in den nächsten Jahren viele Eschen verenden lassen. Für den Holzmarkt und die Verarbeitungskette sind grössere Veränderungen zu erwarten, da die Esche eine wichtige Baum- und Holzart in der Region ist.

Amt für Wald beider Basel

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