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Spitalkosten BL: Kostenentwicklung im Schweizer Durchschnitt

22.10.2014
Die tatsächliche Kostenentwicklung für stationäre Spitalaufenthalte im Kanton Basel-Landschaft für das Jahr 2013 liegt nach Bereinigung bei drei Prozent und somit im Schweizer Durchschnitt. Dies ist das Hauptergebnis einer von der Volkswirtschafts- und Gesundheitsdirektion Basel-Landschaft extern in Auftrag gegebenen Studie. Ursache für das in der Staatsrechnung 2013 zu hoch ausgewiesene Kostenwachstum waren zu tief gemeldete Abgrenzungen durch die Spitäler.

Der in der Staatsrechnung 2013 des Kantons Basel-Landschaft enthaltene Kostenanteil für stationäre Spitalaufenthalte der Baselbieter Bevölkerung betrug 331,6 Millionen Franken. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einer Zunahme von acht Prozent oder rund 25,9 Millionen Franken. Dieses Kostenwachstum lag auch deutlich über dem Budget. Weil der Anstieg nicht erklärt werden konnte, hat die Volkswirtschafts- und Gesundheitsdirektion (VGD) in Abstimmung mit den involvierten Kommissionen des Landrats die Analyse der stark gestiegenen Gesundheitskosten 2013 bei einer externen Unternehmung in Auftrag gegeben. Um die Ursachen für den überdurchschnittlichen Anstieg der Kosten zu ermitteln, wurden die Leistungsdaten von zehn Institutionen (Spitäler) ausgewertet, welche eine massgebliche Anzahl von Baselbieter Patienten behandeln und die Leistungen für 95 Prozent der kantonalen Ausgaben in der stationären Akutsomatik erbringen. Berücksichtigt wurden Leistungsabrechnungen aus den Jahren 2012, 2013 und dem ersten Halbjahr 2014.

Abgrenzungen nicht korrekt
Als zentrales Ergebnis kann konstatiert werden, dass die Abgrenzungen per Ende 2012 aufgrund der eingegangenen Meldungen durch die Leistungserbringer nicht korrekt beziffert wurden. Das bedeutet, dass ein Teil der Kosten nicht dem Rechnungsjahr zugewiesen sind, in welchem die entsprechende Leistung erbracht wurde. Insbesondere wurden für das Jahr 2013 zuviele Kosten verrechnet, die eigentlich noch für 2012 abgerechnet hätten werden müssen. Es ist davon auszugehen, dass der Wechsel zum neuen System der Fallpauschalen (DRG) im Jahr 2012 teilweise zu einer aussergewöhnlichen Verzögerung in der Leistungsabrechnung geführt hat. Die zeitgerechte Zuordnung der Fälle nach Ein- und Austrittszeitpunkt reduziert die Kostenentwicklung gegenüber der Betrachtungsweise nach Abrechnungszeitpunkt von acht Prozent auf plausible drei Prozent. Diese liegt somit im Schweizer Durchschnitt.

Die Gründe für die Kostenentwicklung von drei Prozent liegen einerseits im Bevölkerungswachstum, das sich zwischen 2012 und 2013 auf rund ein Prozent belief. Des Weiteren verstärkt die zunehmende Alterung die Kostenentwicklung. So zeigt sich nach Prüfung der zehn Institutionen, dass der Anteil von Behandlungen an Patienten im Alter von über 65 Jahren relativ hoch ist und zwischen 2012 und 2013 nochmals von 53 Prozent auf 55 Prozent angestiegen ist.

Damit zeigt sich, dass das Bevölkerungswachstum von Basel-Landschaft höher ausgefallen ist als im Versorgungsbericht des Kantons Basel-Landschaft 2010 angenommen. Mit dem damals unterstellten Wachstum würde Basel-Landschaft erst in 2019 auf die Bevölkerungszahl ansteigen, welche bereits per Ende 2013 erreicht wurde.

Damit besteht im Kanton Basel-Landschaft, namentlich im bevölkerungsreichen Bezirk Arlesheim, heute die Altersstruktur, die der Durchschnitt der Schweizer Kantone in zehn Jahren aufweisen wird. Die ältere Bevölkerung beansprucht berechtigterweise mehr Gesundheitsleistungen als die Jüngere, namentlich im stationären Bereich. Typisch sind in dieser Altersgruppe mehrere gleichzeitige Diagnosen, die so genannte Multimorbidität. Dies hat auch einen Einfluss auf das Fallkostengewicht, das sich zwischen 2012 und 2013 in beinahe allen Spitälern deutlich erhöht hat.

Näher bei den Spitälern
Die Expertise verfolgte das Ziel, Klarheit über die Hintergründe der Kostenentwicklung im sta-tionären Bereich zu schaffen. Die Erkenntnisse aus der Expertise sollen eine solide Grundlage schaffen, um die Kostenentwicklung in Zukunft mit grösserer Sicherheit zu prognostizieren und zuverlässigere Finanzpläne zu erstellen.

Aufgrund der Erkenntisse aus der Expertise ist für 2015 mit einer Minderbelastung gegenüber dem regierungsrätlichen Entwurf von 6,6 Millionen Franken zu rechnen. Aufgrund der demografischen Entwicklung geht die VGD allerdings von einem jährlichen Kostenanstieg ab 2015 von 1,9 Prozent aus. Dieser liegt über dem bisher prognostizierten Wachstum von 1,5 Prozent, so dass bereits ab 2018 wieder der alte Werte erreicht wird, wonach der Kanton rund 360 Millionen Franken an die stationären Spitalaufenthalte ausrichtet.  

Um frühzeitig Abweichungen der Spitalkosten zu erkennen, wird künftig eine systematische Auswertung der Leistungsdaten auf Stufe der einzelnen Institutionen erfolgen. Zudem sollen die aus der Analyse der Leistungskontrolle gezogenen Erkenntnisse im Rahmen von Gesprächen mit den wichtigsten Leistungserbringern besprochen werden. Durch den regelmässigen Austausch mit den Leistungserbringern kann einerseits die Abgrenzungsqualität erhöht werden, andererseits können durch einen solchen Austausch auch frühzeitig die Auswirkungen von Leistungsverschiebungen erkannt und beurteilt werden.

Volkswirtschafts- und Gesundheitsdirektion Basel-Landschaft, Kommunikation

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