Senioren- und Alterspolitik: Leitbild

29.01.2013
Senioren- und Alterspolitik: Leitbild "Älter werden gemeinsam gestalten"   – Vorlage geht an den Landrat
Die im Bericht zur Altersversorgung von 1998 prognostizierten Veränderungen zur gegenwärtigen Generation der Seniorinnen und Senioren sind weitestgehend eingetroffen: Heute ist im Kanton Basel-Landschaft jede fünfte Person 65-jährig oder älter. Eine Mehrheit dieser Frauen und Männer ist bei guter Gesundheit, aktiv und mobil. Eine zeitgemässe Senioren- und Alterspolitik kann sich deshalb nicht auf die Alterspflegepolitik beschränken. Heute braucht es eine umfassende Sicht, die weitere wichtige Themen wie zum Beispiel lebenslanges Lernen, Freiwilligenarbeit, Mobilität oder Wohnen mit einschliesst und sich als Querschnittsaufgabe versteht.
Der Kanton trägt diesen Entwicklungen Rechnung und hat den Umgang mit dem demografischen Wandel als eines der zentralen strategischen Legislaturziele im Regierungsprogramm 2012-2015 festgelegt. Als Forum des Kantons wurde 2011 der Kantonale Runde Tisch für Altersfragen ins Leben gerufen. Beteiligt sind mit der Alterskonferenz Baselland (neu: Interessengemeinschaft Senioren Baselland IGSBL) die kantonalen Senioren- und Altersorganisationen sowie der Verband der Baselbieter Gemeinden (VBLG) und Vertretungen aller Direktionen. In der Volkswirtschafts- und Gesundheitsdirektion wurde zeitgleich die neue Abteilung „Alter und Gesundheit“ geschaffen, welche die Unterstützung der Gemeinden bei den Koordinations- und Informationsaufgaben im Altersbereich weiterführt, die mit dem Projekt 64+ begonnen wurden.
Da der Kanton Basel-Landschaft noch über keine Leitlinien für eine umfassende Senioren- und Alterspolitik verfügt, hat sich der Regierungsrat für die Erstellung eines Leitbilds zur Senioren- und Alterspolitik entschieden. Dabei wurde ein mehrphasiges Vorgehen gewählt. In einer ersten Phase sollten auf der strategischen Ebene wichtige Handlungsfelder und Wirkungsziele in einem partizipativen Prozess erarbeitet werden. Die Mitglieder des Kantonalen Runden Tischs für Altersfragen haben am 21. Mai 2012 das Leitbildentwurf „Älter werden gemeinsam gestalten“ verabschiedet. Darin werden acht Handlungsfelder und jeweils zwei bis sechs Wirkungsziele pro Handlungsfeld definiert. Dieses wurde nach dem Vernehmlassungsverfahren noch um einige wenige Punkte ergänzt und liegt der Landratsvorlage bei. Mit dem Leitbild „Älter werden gemeinsam gestalten“, verfügt der Kanton Basel-Landschaft über breit abgestützte Leitlinien für eine umfassende Senioren- und Alterspolitik. Die Hauptakteure bleiben dabei die Gemeinden, der Kanton handelt subsidiär.
Das weitere Vorgehen für die zweite Phase ist geplant: Der Kantonale Runde Tisch für Altersfragen soll weitergeführt werden und mindestens einmal jährlich über Vorschläge für Massnahmen in priorisierten Handlungsfeldern beraten, welche unter der Federführung der Volkswirtschafts- und Gesundheitsdirektion erarbeitet werden. Neben der Umsetzung der bereits im Regierungsprogramm 2012 bis 2015 verankerten Massnahmen, wie etwa die Stärkung der Freiwilligenarbeit sollen vor allem drei Handlungsfelder prioritär bearbeitet werden: Das Handlungsfeld Dienstleistung und Pflege, wo der Kanton eine aktivere Koordinationsrolle einnehmen wird und in den nächsten zwei Jahren kantonale Umsetzungen der Nationalen Strategien "Palliative Care" und "Demenzstrategie" geplant sind und das Handlungsfeld Wohnen. Hier hat der Regierungsrat bereits eine Arbeitsgruppe zur Massnahmenplanung im Bereich Wohnen im Alter eingesetzt, die im Herbst 2012 ihre Arbeit aufgenommen hat. Im Handlungsfeld der Information und Koordination in Gemeinden und Kanton ist in Erweiterung zum Runden Tisch für Altersfragen eine Arbeitstagung geplant.
Volkswirtschafts- und Gesundheitsdirektion, Informationsdienst