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Neuer Weg für gesundes Gewicht bei Kindern

06.08.2009
"Vitalina – Aktive Eltern für gesunde Kinder", heisst ein neues Projekt für ein gesundes Körpergewicht: Interkulturelle Vermittlerinnen und Vermittler informieren fremdsprachige Eltern mit Kindern im Vorschulalter über Ernährung und Bewegung. Wie  das funktioniert, haben Fachpersonen vor Ort im Jörin-Park in Pratteln gezeigt.

Rund ein Viertel der Mädchen und Jungen im Kindergartenalter sind im Kanton Basel-Landschaft übergewichtig. Überdurchschnittlich betroffen sind Kinder mit ausländischem Pass und deren Eltern eine tiefe Schulbildung haben. Diese Mütter und Väter sowie ihre Kinder sollen motiviert werden, auf gesunde Ernährung und viel Bewegung im Familienalltag zu achten. Die Gesundheitsförderung Baselland und das Hilfswerk der Evangelischen Kirchen Schweiz (HEKS) haben dazu das Projekt "Vitalina – Aktive Eltern für gesunde Kinder" lanciert.

Vertrauen gewinnen
"Wir wollen Eltern erreichen, die keinen Zugang zu den etablierten Angeboten für Familien haben", sagte Irène Renz, Leiterin der Gesundheitsförderung Baselland, an einer Medienorientierung im Jörin-Park in Pratteln. Das seien oft fremdsprachige Eltern mit wenig Deutschkenntnissen. Viele dieser Familien wüssten zu wenig darüber, wie sie mit Ernährung und Bewegung die Gesundheit und das Wohlbefinden ihrer Kinder fördern könnten. "Diese Eltern müssen wir direkt ansprechen", ist Irène Renz überzeugt.

"Vitalina" setzt dazu interkulturelle Vermittlerinnen und Vermittler ein, die von HEKS ausgebildet worden sind. Sie sprechen die Sprache der Eltern, kennen kulturelle Gewohnheiten und haben eigene Erfahrungen mit Migration gemacht. So können sie das Vertrauen der Eltern gewinnen und ihnen wichtiges Wissen und die richtigen Informationen rüberbringen. Die interkulturellen Vermittlerinnen sprechen Deutsch, Türkisch, Albanisch, Serbokroatisch, Tamilisch und Portugiesisch.

Eltern werden direkt angesprochen
Im Jörin-Park zeigten die Fachpersonen vor Ort, wie sie arbeiten. Der Park ist ein beliebter Treffpunkt für fremdsprachige Familien. Rund um das Planschbecken in der Mitte des Rasens herrscht ein buntes Treiben. Die tamilische Vermittlerin geht direkt auf zwei Mütter zu, die mit ihren kleinen Kindern auf einer Bank sitzen, stellt sich vor und beginnt ein Gespräch. Sie fragt die Frauen, ob sie sich Gedanken über die Ernährung der Kinder machen und welche Essgewohnheiten die Familie pflegt.

Die Frauen packen das Zvieri aus, das sie mitgenommen haben – Trauben, Schokoladenbiscuits und Sirup. Die Vermittlerin erklärt den beiden Müttern, wie schädlich Süssgetränke für die Milchzähne sind. Sie zeigt ihnen Alternativen auf und ermutigt sie gleichzeitig, weiterhin viel Obst zu essen. Ausserdem motiviert die Vermittlerin die Mütter, bei Fragen zur Ernährung ihrer Kinder die Mütter- und Väterberatung in der Gemeinde aufzusuchen.  "Die Vermittlerinnen begegnen den Familien auf Augenhöhe", sagt Andrea Ruder, "Vitalina"-Projektleiterin von der HEKS-Regionalstelle beider Basel. Dadurch könnten sie Kontakte schaffen, die den Behörden und Fachstellen oft verschlossen blieben.

Zufrieden mit bisherigen Erfolgen
Die ersten Erfahrungen mit "Vitalina" sind positiv. Die interkulturellen Vermittlerinnen sind bisher in Liestal und Pratteln acht Mal im Einsatz gewesen und hatten rund 40 Kontakte mit Eltern und ihren Kindern . Sie kommen mit den Familien schnell ins Gespräch und können teilweise längerfristige Beziehungen aufbauen. Es zeigt sich, dass beim Thema gesunde Ernährung und Bewegung das Bedürfnis der Eltern nach Informationen und Austausch sehr gross ist. Die Vermittlerinnen werden in den nächsten Wochen auch in Sissach, Füllinsdorf und Laufen vor Ort auf Eltern zugehen.

"Vitalina" ist Teil der "aktion gesundes körpergewicht" des Kantons Basel-Landschaft. Es wird vom Kanton und von Gesundheitsförderung Schweiz getragen. Die Projekte der Aktion haben alle zum Ziel, gesunde Ernährung und Bewegung bei Kindern und Jugendlichen zu fördern.

Liestal / Basel, 6. August 2009

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