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Nachhaltig und naturnah bewirtschaftet, aber unternutzt

08.09.2016

In den Wäldern der Kantone Basel-Landschaft und Basel-Stadt wuchs im Jahr 2015 mehr Holz nach als genutzt wurde. Das zeigt der neue Jahresbericht des Amts für Wald beider Basel, den es jährlich für die FSC-Zertifizierung erstellt. Darin werden Daten unter anderem zur Holznutzung, Jungwaldpflege und Verjüngungssituation in den Wäldern erhoben.

Jede Minute wächst in den Wäldern der Kantonen Basel-Landschaft und Basel-Stadt soviel Holz nach, wie ein Würfel von 70 Zentimetern Kantenlänge beinhaltet. In einem Jahr macht das die Menge von rund 171‘000 Kubikmetern aus, was gut dem Volumen des Basler Messe-Turms entspricht. So viel Holz könnte jährlich geerntet werden, ohne den Wald zu übernutzen. Tatsächlich wurde im Jahr 2015 in der Region aber nur 106‘000 Kubikmeter Holz geschlagen und der Wald unternutzt. Geschieht dies über längere Zeit, führt dies zu überalteten, instabilen und artenarmen Wäldern. Die Unternutzung des nachwachsenden Rohstoffs Holz im letzten Jahr ist unter anderem auf die tiefen Holzpreise und den milden Winter zurückzuführen. Die Region Basel liegt damit im nationalen Trend, wie die eidgenössische Forststatistik 2015 zeigt, die heute präsentiert wird (https://www.admin.ch/gov/de/start/dokumentation/medienmitteilungen.msg-id-63652.html)

Naturverjüngung, Eichen-Kulturen und Jungwaldpflege

Die regionalen Wälder verjüngungen sich hauptsächlich auf natürliche Art und Weise und mit standortheimischen Baumarten. Wo die Forstreviere Kulturen einrichten und junge Bäume pflanzen, dienen diese vor allem zur Förderung von seltenen Baumarten und solchen, die an zukünftige Klimabedingungen angepasst sind. So pflanzten die Forstreviere im Jahr 2015 rund 8000 Eichen und seltene Laubbaumarten. Auf ertragreichen Standorten werden auch Kulturen für die Produktion von Nadelwertholz angebaut. Nicht standortgerechte Baumarten wachsen auf 12 Prozent der Verjüngungsflächen. Dieser Wert liegt deutlich unter dem geforderten FSC-Standard von maximal 20 Prozent.

Im Jahr 2015 haben die Forstreviere in beiden Basel 550 Hektaren jungen Wald gepflegt, was der Fläche von 600 Fussballfeldern entspricht. Durch diese Eingriffe regeln die Förster die Zusammensetzung der verschiedenen Baumarten, erhöhen die Artenvielfalt und die Vitalität der Bäume. Die Förster leisten damit einen wichtigen Beitrag für die Zukunftsfähigkeit des Waldes auch unter dem Aspekt des Klimawandels.

Waldreservatsfläche: Leichte Zunahme

Um knapp 60 Hektaren ist die Fläche der Waldreservate im Jahr 2015 gestiegen. Damit sind rund 3500 Hektaren Wald als Waldreservate ausgeschieden. Im Kanton Basel-Land sind 18 Prozent der Wälder Reservate, im Kanton Basel-Stadt 0.6 Prozent. Die Waldreservate dienen der Erhaltung und Förderung von speziellen Wald-Lebensräumen und von seltenen Tier- und Pflanzenarten.

Der Jahresbericht 2015 zeigt: Die Waldnutzung in den Kantonen Basel-Land und Basel-Stadt geschieht nachhaltig und naturnah. Aufmerksam zu beobachten bleibt das Problem der Unternutzung der nachwachsenden Ressource Holz. 

Weitere Informationen.

Bild Legende:
Junge Eichen für die Zukunft: Sie sind ökologisch nützlich, können sich den zukünftigen Klimabedingungen anpassen und liefern wertvolles Holz.

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