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Monitoring der Patientenströme in der Nordwestschweiz

18.11.2015
Die Kantone Aargau, Basel-Landschaft, Basel-Stadt und Solothurn haben die Patientenströme in der Nordwestschweiz für die Jahre 2011 bis 2013 untersucht. Aufgezeigt werden die Patientenzahlen, die Patientenströme zwischen den Kantonen und die Erreichbarkeit der Notfallversorgung und wichtiger Versorgungsbereiche. Die Region Nordwestschweiz ist ein weitgehend geschlossenes Versorgungssystem. Die Bevölkerung bezieht die medizinischen Leistungen grösstenteils innerhalb dieses Versorgungsraums. Insbesondere die Region nördlich des Juras erweist sich als sinnvolle Planungsregion. Dementsprechend beabsichtigen die Kantone Aargau, Basel-Landschaft, Basel-Stadt und Solothurn, auch in Zukunft die Versorgungsplanung zu koordinieren.

Das Projekt „Monitoring der regionalen und überregionalen Patientenströme“ ist Teil der koordinierten Versorgungsplanung der Kantone Aargau, Basel-Landschaft, Basel-Stadt und Solothurn und knüpft an deren bisherige versorgungsbezogene Arbeiten und den im Jahr 2010 gemeinsam veröffentlichten Versorgungsbericht an.

Erarbeitet wurden sechs Berichte: ein Bericht für die gesamte Versorgungsregion, je ein kantonaler Bericht sowie ein Bericht für die Region nördlich des Jura. Im Fokus stand dabei die Entwicklung von Nachfrage und Angebot von Spitalleistungen in den Bereichen Akutsomatik, Psychiatrie und Rehabilitation und die daraus resultierenden Schlussfolgerungen bezüglich der Versorgungslage in der Region. Untersucht wurden die Jahre 2011 bis 2013, um Veränderungen der Patientenströme im Zusammenhang mit der per 1. Januar 2012 umgesetzten Revision des Krankenversicherungsgesetzes (KVG) und der damit einhergehenden freien Spitalwahl abzubilden. Erstmals wurde auch der ambulante Sektor mit niedergelassenen Ärzten und spitalambulanten Behandlungen untersucht.

Planungsregion Nordwestschweiz
Die Region Nordwestschweiz ist ein weitgehend geschlossenes Versorgungssystem. Die Abwanderung aus der Nordwestschweiz blieb für alle Versorgungsbereiche (Akutsomatik, Psychiatrie, Rehabilitation und ambulante Versorgung) über die Jahre 2011 bis 2013 konstant und bewegt sich im einstelligen bzw. knapp zweistelligen Prozentbereich. Insbesondere die Region nördlich des Juras (Kantone Basel-Landschaft und Basel-Stadt, aargauisches Fricktal und die Bezirke Thierstein und Dorneck des Kantons Solothurn) ist eine weitgehend in sich geschlossene Planungsregion. Die Gebiete südlich des Juras zeigen insofern ein anderes Bild, als die aargauischen Kantonsangehörigen je nach Wohnort auch die Versorgungsangebote in den Kantonen Zürich, Luzern und Zug nutzen und die solothurnischen Kantonsangehörigen die Versorgungsangebote im Kanton Bern. Die Kantone Aargau, Basel-Landschaft, Basel-Stadt und Solothurn beabsichtigen auch in Zukunft, die Versorgungsplanung unter Berücksichtigung der jeweiligen kantonalen Besonderheiten zu koordinieren.

Veränderungen der Marktanteile
Im Zusammenhang mit der KVG-Revision bzw. der freien Spitalwahl lassen sich in der akutstationären Versorgung Veränderungen der Marktanteile zugunsten kleinerer, spezialisierter Leistungserbringer ausmachen. Insbesondere die Kantonsspitäler verzeichnen einen leichten Rückgang des Marktanteils zwischen 2011 und 2013.

Sehr gute Erreichbarkeit der Gesundheitsversorgung
Die Erreichbarkeit in der Versorgung ist über alle untersuchten Bereiche in allen Kantonen als sehr gut zu bezeichnen. In der Notfallversorgung erreichen über das gesamte Versorgungsgebiet hinweg 91.7% der Bevölkerung innerhalb von 15 Minuten eine Notfallstation.

Steigende Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen
Grundsätzlich kann für alle Versorgungsbereiche in der Nordwestschweiz eine steigende Tendenz der Inanspruchnahme festgestellt werden. Teilweise kann diese Tendenz durch das Bevölkerungswachstum sowie durch die älter werdende Bevölkerung bzw. durch die Alterung der bevölkerungsreichen Kohorten erklärt werden. Sie lässt sich erfahrungsgemäss auch aus einem grundsätzlich steigenden Bedürfnis der Bevölkerung nach Gesundheitsleistungen ableiten.

Anstieg von Spitalaufenthalten
Die Zahl der akutsomatischen Hospitalisationen von Einwohnern der Nordwestschweiz stieg von 2011 bis 2013 jährlich durchschnittlich um +2.5% auf 213‘665 Fälle. 91,2% der akutstationären Hospitalisationen von Nordwestschweizer Patienten erfolgten 2013 im Versorgungsgebiet Nordwestschweiz. Dieser Anteil blieb über die Jahre hinweg weitgehend stabil.

Mehr psychiatrische Leistungen und konstante Rehabilitationsaufenthalte
Betrachtet man die Inanspruchnahme psychiatrischer Leistungen, so zeigt sich ein kontinuierlicher Anstieg der Hospitalisationen von Nordwestschweizer Patienten von 12‘169 Fällen im Jahr 2011 auf 13‘151 Fälle im Jahr 2013. 88.8% der Behandlungen erfolgten 2013 im Versorgungsgebiet Nordwestschweiz. In der stationären Rehabilitation wurden 2013 insgesamt 14‘275 Fälle verzeichnet. Die Nachfrage ist gegenüber 2011 (14‘047 Fälle) weitgehend stabil geblieben. 86,8% der Patienten liessen sich innerhalb des Versorgungsraums behandeln, hauptsächlich in Kliniken im Kanton Aargau.

Zunahme der ambulanten Leistungen
Insgesamt stieg die Zahl der von den Nordwestschweizer Patienten nachgefragten Grundleistungen (Summe der Konsultationen und Hausbesuche) zwischen 2011 und 2013 von 10.0 Mio. auf 10.9 Mio. (+8.6%). 93.6% der Nordwestschweizer Patienten nahmen 2013 ambulante Grundleistungen innerhalb des Versorgungsraumes in Anspruch. 2013 entfielen 74% der in der Nordwestschweiz erbrachten Behandlungen auf niedergelassene Ärzte und 26% auf den spitalambulanten Bereich.

Wichtige Datengrundlage für Projektarbeiten beider Basel
Was die Zahlen der Gebiete nördlich des Juras betrifft, fliessen diese in die derzeit laufenden Projektarbeiten zur gemeinsamen Grundversorgung und Spitalplanung ein, welche die beiden Regierungsräte Lukas Engelberger (BS) und Thomas Weber (BL) am 29. Juni 2015 der Öffentlichkeit vorgestellt haben.

> Schlussbericht

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