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Moderater Anstieg der Gesundheitskosten

20.04.2016
Das Wachstum der Spitalkosten zu Lasten des Kantons Basel-Landschaft nahm 2015 im Vergleich zu den Vorjahren signifikant ab. Aufgrund dieses Jahresergebnisses verändert sich auch die Prognose für die folgenden Jahre.

Im Jahr 2015 betrugen die Kosten des Kantons Basel-Landschaft für stationäre Spitalbehandlungen der Baselbieter Bevölkerung 359,5 Millionen Franken. Gegenüber dem Vorjahr sind die Kosten gemäss Baselbieter Staatsrechnung um moderate 1,4 Prozent gestiegen. Das Wachstum der Spitalkosten schwächte sich gegenüber den Vorjahren somit massiv ab.

Hauptgrund für die Dämpfung des Wachstums ist ein Rückgang der Kosten am Universitätsspital Basel (USB) um 4,9 Prozent, welcher sich trotz einer Zunahme der Anzahl Fälle einstellte. Das USB macht rund 20 Prozent der Spitalkosten des Kantons Basel-Landschaft aus. Der Kostenrückgang beim USB ist auf eine Absenkung der durchschnittlichen Fallschwere CMI (Case Mix Index, ein Wert für den Behandlungsaufwand in einem Spital) um fast 7 Prozent und auf den leichten Rückgang des Tarifs zurückzuführen. Im Übrigen ist bei den meisten anderen Spitälern auf der Spitalliste des Kantons Basel-Landschaft ein moderates Wachstum festzustellen. Ebenfalls ein Rückgang der Kosten ist bei den «übrigen Leistungserbringern CH und Ausland» bemerkbar. In dieser Rubrik befinden sich sämtliche Spitäler, die Patientinnen und Patienten aus dem Baselbiet behandelten, welche sich nicht auf der Spitalliste des Kantons befinden.

Relativ starkes Wachstum am Kantonsspital Baselland
Mit diesen rückläufigen oder mindestens stabilen Trends konnte ein relativ starkes Wachstum des Kostenvolumens am Kantonsspital Baselland (KSBL) von 5,4 Prozent «kompensiert» werden, welches knapp einen Drittel der Spitalkosten des Kantons Basel-Landschaft beansprucht. Das KSBL weist einerseits eine Zunahme bei den Fällen aus, andererseits stieg die durchschnittliche Fallschwere (CMI) um 6,1 Prozent an.

Auffällig entwickelten sich die Kosten im Bereich der geriatrischen Akutsomatik (stationäre Spitalkosten in der Altersmedizin). Im Bereich der Geriatrie wurden die Parameter für die Fallschwere im Jahr 2015 massiv angehoben. Daher stiegen die Kosten in diesem Bereich deutlich stärker an als die eigentlichen Fallzahlen. Dieser Sachverhalt wurde insbesondere bei den Kosten des Felix Platter Spitals und des Adullam Spitals deutlich. Jedoch macht die geriatrische Akutsomatik lediglich etwa 1,5 Prozent der gesamten Spitalkosten des Kantons Basel-Landschaft aus.

Aufgrund dieser doch erfreulichen Entwicklung verändert sich auch die Prognose für die folgenden Jahre. Es kann nun von einem Basiswachstum von 2 bis 3 Prozent für die folgenden Jahre ausgegangen werden, was einerseits dem bereinigten Wachstum von 2014 auf 2015 entspricht und andererseits aus Prognosen renommierter Wirtschaftsfachleute abgeleitet werden kann. Im 2014 betrug der Anstieg gegenüber dem Vorjahr noch 7,6 Prozent.

Die Kostentwicklung im Spitalbereich unterliegt einem Automatismus, gesteuert von demographischer Alterung, medizinischem Fortschritt und Erwartungen auf Patientenseite. Der Kanton hat nur begrenzte Handlungsfreiheit, da die Spitäler, auch die kantonalen, selbständige Unternehmen sind und das Bundesrecht (KVG) zwingend eine Abgeltung der erbrachten Leistungen vorschreibt. Der Kanton bezahlt aus Steuermitteln von Gesetzes wegen 55 Prozent an alle stationären Spitalbehandlungen.


Für Rückfragen
Dr. Jürg Sommer, Leiter Amt für Gesundheit, Volkswirtschafts- und Gesundheitsdirektion (VGD), erreichbar über Rolf Wirz, 061 552 59 11

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