- Basel-Landschaft
- Organisation
- Direktionen
- Volkswirtschafts- und Gesundheitsdirektion
- Medienmitteilungen
- Luftschadstoffe gefährden den Waldboden
04.12.2015
Luftschadstoffe gefährden den Waldboden
Waldböden sind die Grundlage für das Wachsen eines gesunden Waldes. Das Amt für Wald sensibilisiert deshalb am Tag des Bodens (5. Dezember) und im Internationalen Jahr des Bodens für den Schutz der wertvollen Ressource. Dabei spielt neben der mechanisch-physikalischen auch die Belastung der Böden mit Luftschadstoffen eine Rolle. Sie führen zu einer Nährstoffverarmung im Boden. Woher die Luftschadstoffe in der Region Basel kommen und was sie in den umliegenden Wäldern verursachen, haben Fachleute an einer Medienorientierung auf der Chrischona bei Basel gezeigt.
Dank der seit dreissig Jahren laufenden interkantonalen Walddauerbeobachtung ist es heute weitgehend möglich zu zeigen, wie Luftschadstoffe den Waldboden und das Pflanzenwachstum beeinflussen. Sabine Braun, Leiterin des Instituts für angewandte Pflanzenbiologie IAP und Verantwortliche für das Beobachtungsprogramm wies insbesondere auf die Bedeutung der Stickstoffverbindungen hin. Sie tragen zur Bodenversauerung (siehe Kasten) bei und führen zum Auswaschen von Nährstoffen. Dies führt zur Mangelernährung bei den Bäumen und sie sind weniger widerstandsfähig gegenüber Schädlingen, Trockenheit und Sturm. So hat das Baumwachstum in der Region Basel um 23 Prozent abgenommen, wahrscheinlich aufgrund von Nährstoffmangel. Der an sich bekannte Düngeeffekt des Stickstoffes führt auch zu einer Veränderung in der Pflanzenwelt. Stickstoffliebende Pflanzen wie die Brombeere profitieren davon und breiten sich zu Lasten anderer Pflanzen stark aus.
Für den Schutz des Waldbodens ist es deshalb wichtig, den Eintrag von Stickstoff zu vermindern. Andrea von Känel, Leiter des Lufthygieneamts beider Basel, weiss anhand der Luft-Messungen, woher die Stickstoffverbindungen stammen. Zu zwei Dritteln ist es Ammoniak, das bei der intensiven Tierhaltung entsteht. Ein Drittel sind Stickoxide, die hauptsächlich vom Strassenverkehr stammen. In praktisch allen Wäldern der Region liegen die Stickstoffeinträge 50 bis 150 Prozent über dem kritischen Wert, so dass mit einer Veränderung der Vegetation gerechnet werden. muss. Im Luftreinhalteplan 2016 sind Massnahmen – vor allem in der Landwirtschaft – zur weiteren Verminderung der Stickstoffemissionen vorgesehen.
Doch was tun, wenn die Waldböden bereits schlecht mit Nährstoffen versorgt sind? Ueli Meier, Kantonsforstingenieur beider Basel zeigte auf, dass viele der heute bekannten Massnahmen zur Verbesserung der Nährstoffsituation die Waldbewirtschaftung betreffen. Es handelt sich dabei aber hauptsächlich um eine Symptombekämpfung. Die damit verbundenen zusätzlichen Kosten tragen die Waldeigentümer und nicht die Verursacher. Das Problem kann im Kern nur gemeinsam gelöst werden – dafür setzen sich die beiden bikantonalen Ämter ein.
Die Bodenversauerung – Drama in vier Akten
Dank der seit dreissig Jahren laufenden interkantonalen Walddauerbeobachtung ist es heute weitgehend möglich zu zeigen, wie Luftschadstoffe den Waldboden und das Pflanzenwachstum beeinflussen. Sabine Braun, Leiterin des Instituts für angewandte Pflanzenbiologie IAP und Verantwortliche für das Beobachtungsprogramm wies insbesondere auf die Bedeutung der Stickstoffverbindungen hin. Sie tragen zur Bodenversauerung (siehe Kasten) bei und führen zum Auswaschen von Nährstoffen. Dies führt zur Mangelernährung bei den Bäumen und sie sind weniger widerstandsfähig gegenüber Schädlingen, Trockenheit und Sturm. So hat das Baumwachstum in der Region Basel um 23 Prozent abgenommen, wahrscheinlich aufgrund von Nährstoffmangel. Der an sich bekannte Düngeeffekt des Stickstoffes führt auch zu einer Veränderung in der Pflanzenwelt. Stickstoffliebende Pflanzen wie die Brombeere profitieren davon und breiten sich zu Lasten anderer Pflanzen stark aus.
Für den Schutz des Waldbodens ist es deshalb wichtig, den Eintrag von Stickstoff zu vermindern. Andrea von Känel, Leiter des Lufthygieneamts beider Basel, weiss anhand der Luft-Messungen, woher die Stickstoffverbindungen stammen. Zu zwei Dritteln ist es Ammoniak, das bei der intensiven Tierhaltung entsteht. Ein Drittel sind Stickoxide, die hauptsächlich vom Strassenverkehr stammen. In praktisch allen Wäldern der Region liegen die Stickstoffeinträge 50 bis 150 Prozent über dem kritischen Wert, so dass mit einer Veränderung der Vegetation gerechnet werden. muss. Im Luftreinhalteplan 2016 sind Massnahmen – vor allem in der Landwirtschaft – zur weiteren Verminderung der Stickstoffemissionen vorgesehen.
Doch was tun, wenn die Waldböden bereits schlecht mit Nährstoffen versorgt sind? Ueli Meier, Kantonsforstingenieur beider Basel zeigte auf, dass viele der heute bekannten Massnahmen zur Verbesserung der Nährstoffsituation die Waldbewirtschaftung betreffen. Es handelt sich dabei aber hauptsächlich um eine Symptombekämpfung. Die damit verbundenen zusätzlichen Kosten tragen die Waldeigentümer und nicht die Verursacher. Das Problem kann im Kern nur gemeinsam gelöst werden – dafür setzen sich die beiden bikantonalen Ämter ein.
Die Bodenversauerung – Drama in vier Akten
-
Akt, im Boden
H+ ist die Hauptperson der Säure. Es ist ein Wasserstoffteilchen, das im Boden bei gewissen natürlichen Vorgängen gebildet wird. H+ löst seine Freunde aus dem Gestein. Es sind Aluminium-, Eisen- und Manganteilchen. -
Akt, im Boden
Nun treten die Luftschadstoffe auf, allen voran Stickstoffverbindungen. Sie gelangen per Regen oder Staub in den Boden. Mit Hilfe von Bodenbakterien wandeln sie sich in neue Verbindungen um. Dabei entstehen viele zusätzliche H+. -
Akt, an einem Bodenteilchen
Gemeinsam machen sich H+ und all seine Freunde daran, die Nährstoffe Kalzium, Magnesium, Kalium und Natrium von ihren Plätzen an den Bodenteilchen zu verdrängen. -
Akt, im Bodenwasser
Das Sickerwasser schwemmt die abgelösten Nährstoffe weg, begleitet vom überschüssigen Stickstoff. Nun stehen sie den Bäumen nicht mehr zur Verfügung. Ohne Kalzium und Co erleiden die Pflanzen eine Mangelernährung.
Amt für Wald beider Basel