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Life-Sciences-Industrie braucht offene Arbeitsmärkte

27.01.2011
Arbeitsmarktfachleute des Kooperationsnetzwerkes EURES-T-Oberrhein haben in Liestal im Kanton Baselland Probleme und Entwicklungen des grenzüberschreitenden Arbeitsmarktes erörtert. Vertreter der Life-Sciences-Industrie forderten mehr hochqualifizierte Arbeitskräfte für diese Schlüsselbranche der trinationalen Region Basel und Massnahmen gegen den Verlust von Deutschkenntnissen französischer Grenzgänger.

Der Baselbieter Volkswirtschafts- und Gesundheitsdirektor Peter Zwick bezeichnete die Nordwestschweiz und das angrenzende Ausland am Oberrhein an einer Tagung von Arbeitsmarktfachleuten in Liestal als wirtschaftliche Einheit. Von der Wirtschaftskraft der Life-Sciences-Industrie profitiere die ganze trinationale Region, sagte der Wirtschaftsminister. Die politischen Grenzen der drei Länder dürften aber kein Hindernis sein, diese Schlüsselbranche weiter zu entwickeln. Wichtig sei darum eine hohe Durchlässigkeit der Grenzen, etwa beim Arbeitsmarkt.

Arbeitsmarktexperten erstmals im Baselbiet
Regierungsrat Peter Zwick sprach vor rund 50 Vertreterinnen und Vertretern der EURES-T-Oberrhein (EURES = European Employment Services), eine Vereinigung öffentlicher Arbeitsämter, Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände. Ziel von EURES ist es, die grenzüberschreitende Mobilität von Arbeitnehmenden zu fördern.

Das Netzwerk zählt in ganz Europa mehr als 700 Beraterinnen und Berater, elf davon in der Schweiz. Diese ist seit 2004 Mitglied von EURES. Die Fachleute aus Deutschland, Frankreich und der Schweiz haben sich mit dem Tagungsort Liestal erstmals im Kanton Basel-Landschaft zu ihrem jährlichen zweitägigen Seminar versammelt.

Ein Berater für drei Kantone
EURES -T-Oberrhein zählt 14 Beraterinnen und Berater. Diese hätten im letzten Jahr rund 30'000 Beratungsgespräche geführt, sagte EURES-Präsidentin Eva Strobel, Leiterin der Regionaldirektion Baden-Württemberg der Bundesagentur für Arbeit. „Hauptaufgabe von EURES-T Oberrhein ist es, einen gemeinsamen, integrierten und transparenten Arbeitsmarkt zu schaffen, der den Fachkräftebedarf und das Bewerberangebot der Grenzregion  zusammenführt“, so Strobel. Der EURES-T-Berater für die Kantone Basel-Landschaft, Basel-Stadt und Jura, Beat Britt, ist im Amt für Wirtschaft und Arbeit Basel-Stadt angesiedelt. Dieses hat das EURES-T-Seminar organisiert.

Life Sciences weitgehend krisensicher
Der Leiter des Amtes für Arbeit und Wirtschaft Basel-Stadt, Hansjürg Dolder, bezeichnete die Life-Sciences-Industrie als weitgehend resistent gegen Konjunkturkrisen. Basel-Stadt sei der einzige Kanton gewesen, der von der Rezession der letzten beiden Jahre verschont geblieben sei. Die Arbeitslosigkeit sei aber immer noch zu hoch. „Wir haben zu viele unqualifizierte Arbeitskräfte, die keine Stelle finden“.

Verschiedene Referenten betonten, dass noch mehr für eine gute Ausbildung in den drei Ländern getan werden müsse. “Wir brauchen die besten Leute“, sagte Bruno Weissen, Leiter Personal bei Roche in Basel, der die Zusammenarbeit mit den Arbeitsmarktbehörden diesseits und jenseits der Grenze lobte.

Fachkräfte aus dem Ausland – eine Tradition
Die Schweiz habe eine lange Erfahrung mit dem Mangel an top-qualifizierten Arbeitskräften, blickte Thomas Keller zurück. „Die Schweizer Unternehmen“, so der Gastgeber der Tagung und Leiter des basellandschaftlichen Amtes für Industrie, Gewerbe und Arbeit, „haben immer schon Fachkräfte aus dem Ausland holen müssen, die mit hohen Löhnen gewonnen werden konnten“.

Auch die lokale Belegschaft müsse gut ausgebildet sein, forderte Stephan Mumenthaler, Head Economic Affairs & Swiss Public Affairs bei Novartis. „Vor allem bei den Naturwissenschaften droht ein zunehmender Mangel beim Nachwuchs“.

Der Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung beider Basel (BaselArea), Franz Saladin, stellte den Menschen in den Mittelpunkt des internationalen Standortwettbewerbes. Die Life-Sciences-Industrie der trinationalen Region Basel sei die grösste in Europa. Durch die Vermittlung von BaselArea komme es jedes Jahr zu 60 bis 80 Firmengründungen in der Nordwestschweiz.

Volkswirtschafts- und Gesundheitsdirektion Basel-Landschaft, Informationsdienst

Auskunft
Liestal, 27. Januar 2011

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