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Kariesstudie im Kanton Basel-Landschaft 2011

29.05.2012

Können wir eine kariesfreie Gesellschaft erreichen?



Im Frühjahr 2011 führte die Volkswirtschafts- und Gesundheitsdirektion eine repräsentative zahnärztliche Schüleruntersuchung durch. Das Institut für Präventivzahnmedizin und orale Mikrobiologie der Universität Basel untersuchte 1200 Kinder- und Jugendliche in drei Alterskategorien. Seit 1992 findet regelmässig im Kanton Basel-Landschaft eine solche Studie statt. Sie gibt  Auskunft über den Zustand der Zähne unserer Kinder- und Jugendlichen und über die Arbeit der Zahnärzte.

Resultate der Studie
Bei den Erstklässlern (7-8 jährig) können wir  gute  Resultate präsentieren. Sowohl der Index der geschädigten Milchzähne als auch die Zahl der kariesfreien Milchgebisse sind in den letzten zehn Jahren praktisch konstant geblieben.
Bei den SechstklässlerInnen (12-13 jährig) konnten die guten Resultate der Studie von 2006 knapp nicht erreicht werden. Die durchschnittliche Anzahl von geschädigten Zähnen ist von 0.68 auf 0.85 leicht gestiegen. Die Zahl der kariesfreien Kinder ist im gleichen Zeitraum von 69 Prozent auf 64 Prozent  gesunken. Somit entspricht der Zustand der Zähne unserer Schülerinnen- und Schüler dem Stand von 2001.
Bei den NeuntklässlerInnen (15-16 jährig) wurde gegenüber der Untersuchung von 2006 eine Zunahme der Karies festgestellt. Die durchschnittliche Anzahl von geschädigten Zähnen (kariös, geflickt oder gezogen) pro Individuum ist von 1.48 auf 1.82 gestiegen. Die Zahl der kariesfreien Jugendlichen ist mit 40 Prozent deutlich tiefer als 2006 (49 Prozent) und 2001(50 Prozent).

Nationalität und Schultyp
Bei den früheren Untersuchungen wiesen die ausländischen Schülerinnen und Schüler mehr geschädigte Zähne und mehr unversorgte Löcher auf als die schweizerischen. Die Auswertung nach Schultyp ergab zudem mehr Karies bei tiefem Bildungsniveau.
Diese beiden Trends sind immer noch gültig, jedoch weniger ausgeprägt.

Versorgungszustand
Der Versorgungsgrad wird mit dem DT-Index gemessen. DT 1=destroyed tooth bedeutet, die Kinder haben durchschnittlich 1 unversorgtes Loch.
 Bei unseren  Erstklässlern und Sechstklässlern hingegen gibt es kaum unbehandelte Löcher ( DT 0,07 bzw. 0,18 ). Bei den 15-jährigen ist der DT-Index  leicht höher (DT 0.34). Dies entspricht jedoch den langjährigen Durchschnittszahlen dieser Altersgruppe. Möglicherweise erscheinen die Schulabgänger nicht ganz pflichtbewusst zur Jahreskontrolle und zur Behandlung.

Risikogruppen
Die Studie von 2011 zeigt eine neue Risikogruppe auf, nämlich die Teenager. Die älteren Schülerinnen und Schüler sind zahlreichen Einflüssen ausgesetzt und es kann schnell zu einer Verschlechterung ihrer Zahnsituation kommen. Als Gründe kommen vernachlässigte Mundhygiene, sicher aber auch Ess- und Trinkgewohnheiten in Frage.

Schlussfolgerungen und Empfehlungen
Um die Jahrtausendwende glaubte man, Karies im Griff zu haben. Von Kariesstudie zu Kariesstudie konnten bessere Resultate und weniger Karies präsentiert werden. Zu diesem Erfolg haben die Kinder selbst, die Eltern, die Lehrpersonen, die Prophylaxeinstruktorinnen in den Schulen und die Zahnärztinnen und Zahnärzte ihren Beitrag geleistet.
Dieser Trend wurde gemäss der Kariesstudie von 2011 gestoppt. Die Zahngesundheit der baselbieter Kinder- und Jugendlichen hat ein Niveau erreicht, das zu halten oder gar nochmals zu heben sehr schwierig ist.
Die bestehenden Prophylaxemassnahmen in den Schulen sind unermüdlich von allen Beteiligten weiterzuführen. Für die Risikogruppen wären zusätzliche Massnahmen dringend zu empfehlen:
1. eine gezielte und nachhaltige Information der älteren SchülerInnen der Sekundarstufen Niveaus A und E
2. eine möglichst früh einsetzende Betreuung ausländischer Kinder und deren Eltern

Kariesprophylaxe
  • Hygiene: regelmässige und sorgfältige Zahnpflege
  • Ernährungslenkung: keine zuckerhaltigen Zwischenmahlzeiten und Getränke
  • Fluoridierung: grünes Kochsalz und Fluoridzahnpaste
  • Zahnkontrolle: mindestens einmal jährlich

Volkswirtschafts- und Gesundheitsdirektion Basel-Landschaft, Informationsdienst

Auskünfte:
Dr. med. dent. Ludmila Strickler, Kantonszahnärztin, Telefon 061 552 60 65 (heute ab 14 Uhr erreichbar)
E-Mail: ludmila.strickler@bl.ch

Liestal, 29. Mai 2012

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