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«Gesundheit BL 2030» wird konkret: Leistungserbringer und Krankenversicherer unterzeichnen Letter of Intent für ein Modell der integrierten Versorgung
Gesundheit BL 2030
Leistungserbringer und Krankenversicherer haben ihre Bereitschaft zur gemeinsamen Entwicklung eines integrierten Versorgungsmodells mit einer Absichtserklärung bekräftigt. Mit dem «Versorgungsmodell Baselland» strebt das Baselbiet ein Novum in der Schweiz an – und markiert den Übergang von «Gesundheit BL 2030» vom Rahmenkonzept zur konkreten Umsetzung.
Von der Strategie zur Umsetzung
Im November 2024 hat der Regierungsrat das «Rahmenkonzept Gesundheit BL 2030» veröffentlicht, das Zielbild, Handlungsfelder und Massnahmen für die kantonale Gesundheitsversorgung der Zukunft beschreibt. Der «Statusbericht 2026» zeigt nun: Die Umsetzung ist gestartet. Über 20 konkrete Projekte sind aktuell in Arbeit, um die Gesundheitsversorgung im Baselbiet auf die zukünftigen Herausforderungen auszurichten und eine verstärkt ambulante, wohnortsnahe Medizin sicherzustellen. Lösungen entstehen dabei im engen Austausch mit Verbänden, Organisationen, Leistungserbringern und Versicherern – interdisziplinär, praxisnah und verbindlich.
Versorgungsmodell Baselland – integrierte Qualität als Ziel
Kernstück der aktuellen Etappe ist das «Versorgungsmodell Baselland»: ein Modell, das auf einer neuen, verbindlicheren Zusammenarbeit zwischen Leistungserbringern und Krankenversicherern basiert – mit dem Ziel, die Qualität für Patientinnen und Patienten zu verbessern und das Kostenwachstum zu dämpfen. Parallel dazu soll «OpenHealth BL» digitale Interoperabilität schaffen, damit relevante Gesundheitsdaten allen Leistungserbringern datenschutzkonform zur Verfügung stehen.
Die Ärztegesellschaft Baselland, der Basellandschaftliche Apotheker-Verband, der Telemedizinanbieter Medgate, der Hausarztverband mediX nordwest, die Stiftung Medizinische Notfallzentrale, die Klinik Arlesheim und das Kantonsspital Baselland haben den Letter of Intent für die gemeinsame Weiterentwicklung des Modells unterzeichnet. Auf Versichererseite haben SWICA, Assura, CONCORDIA, CSS, EGK, Helsana und Sanitas ihre Bereitschaft ebenfalls mit einer Absichtserklärung bekräftigt – Versicherer, die zusammen 63.6 % der Bevölkerung im Kanton Basel-Landschaft abdecken. Eine Erweiterung auf weitere Leistungserbringergruppen und Fachgebiete ist für Folgephasen vorgesehen.
Was das Modell konkret bedeutet
Patientinnen und Patienten profitieren von besser koordinierter Versorgung, höherer Qualität und dem Potenzial tieferer Krankenkassenprämien. Drei Beispiele verdeutlichen, was das im Alltag heisst:
- Eine junge Frau erhält am Wochenende eine medizinische Einschätzung, ohne den Spitalnotfall aufsuchen zu müssen – via Telemedizin, koordiniert im Netzwerk. Siehe Video
- Eine 88-jährige Patientin mit mehreren Erkrankungen und einer Hüftfraktur wird nahtlos versorgt – alle Beteiligten haben Zugang zu denselben relevanten Informationen. Siehe Video
- Ein Diabetiker, dessen Hausarzt bereits geschlossen hat, erhält bei erhöhtem Blutzucker rasch die richtige Anlaufstelle – ohne Umwege. Siehe Video
Nächste Schritte
Die unterzeichneten Absichtserklärungen bilden die Grundlage für die nun folgende Konkretisierung des Modells. Ziel ist es, in den kommenden Monaten die vertraglichen und operativen Grundlagen für eine erste Pilotphase zu erarbeiten.
«Gesundheit BL 2030» bleibt das, was es von Beginn an war: ein lernendes System – offen für neue Erkenntnisse, getragen von Zusammenarbeit und Dialog mit Leistungserbringern, Verbänden, Organisationen und Krankenversicherern.
Stimmen der Partnerinnen und Partner
Das Versorgungsmodell Baselland ist das Ergebnis eines gemeinsamen Prozesses. Was die Beteiligten antreibt, zeigen ihre eigenen Worte:
«Integrierte Versorgung ist kein neues Schlagwort – sie ist eine Notwendigkeit. Mit dem Versorgungsmodell Baselland möchten wir aufzeigen was möglich ist, wenn alle an einem Strang ziehen: Ärztinnen und Ärzte, Apotheken, Spitäler, Telemedizin, Krankenversicherer und der Kanton. Wer etwas wagt, kann verlieren. Wer nichts wagt, hat schon verloren.»
Thomi Jourdan, Regierungsrat, Vorsteher der Volkswirtschafts- und Gesundheitsdirektion BL
«Unser Gesundheitswesen ist eines der besten weltweit – und trotzdem erleben die Menschen immer wieder unnötige, ärgerliche Schnittstellen und Brüche im System. Das Versorgungsmodell Baselland ist ein konsequenter, gemeinsamer Ansatz, diesen Missstand zu überwinden: Leistungserbringer, Kanton und Versicherer definieren zusammen, wie die Qualität erhöht und die Ressourcen besser eingesetzt werden. Das ist keine Selbstverständlichkeit – das ist eine echte Kulturveränderung.»
Eva Blozik, Leiterin Versorgungsmanagement, SWICA
«Das Versorgungsmodell Baselland schafft klare Rahmenbedingungen für den Informationsaustausch und die Verantwortlichkeiten. Als Spital beziehen wir die Expertise der Partner gezielt ein und stellen gleichzeitig sicher, dass Informationen verlässlich zurückfliessen.»
Lukas Rist, CEO Kantonsspital Baselland
«Die Stiftung Medizinische Notrufzentrale MNZ ist die neutrale, unabhängige Navigationsstelle des Versorgungsmodells Baselland. Sie sorgt dafür, dass jede Patientin, jeder Patient den richtigen Weg findet. Das entlastet den Notfall, spart Kosten und schafft Vertrauen.»
Tobias Eichenberger, Präsident der Ärztegesellschaft Baselland
«Das Versorgungsmodell Baselland stärkt die Rolle der Hausarztpraxis, als «medical home» des Patienten, der Patientin. Gleichzeitig wird durch OpenHealth BL und die verbindliche Zusammenarbeit die richtige Behandlung am richtigen Ort für die richtige Patientin möglich.»
Xaver Huber, Geschäftsführer des Hausarztverbands mediX nordwest
«Patientinnen und Patienten können im Versorgungsmodell Baselland neu einen Medgate-Arzt als ihren persönlichen Fallführer wählen. Medgate wird zur digitalen Gemeinschaftspraxis – ist erste Anlaufstelle, Fallführerin und Gatekeeperin.»
Cédric Berset, Director Marketing, Communications & Sales, Medgate
«Mit OpenHealth BL erhalten Apotheken Zugang zu aktuellen, relevanten Medikationsdaten – inklusive Kontraindikationen, Unverträglichkeiten und Allergien, selbstverständlich datenschutzkonform. Das ist ein entscheidender Fortschritt für die Medikationssicherheit und stärkt unsere Rolle entlang des gesamten Behandlungspfads.»
Katherine Gessler, Präsidentin des Vorstands des Basellandschaftlichen Apotheker-Verbands
«Ich bin überzeugt, dass durch das Versorgungsmodell Baselland eine bessere Medizin entsteht, da Zusammenarbeit wirklich gelebt wird - zum Wohl der Patientinnen und Patienten.»
Lukas Schöb, Co-CEO Klinik Arlesheim
Anhang