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Forstliche Eingriffe und Sicherungsmassnahmen im Schutzwald

27.01.2014
Oberhalb des „Uhuweges“ in Füllinsdorf werden forstliche Eingriffe und weitere Massnahmen zur nachhaltigen Sicherung der Schutzwaldleistungen ausgeführt . Nach den Fällarbeiten wird das geschlagene Holz mit dem Helikopter aus dem Bestand geflogen und in der Nähe abgeladen.
Beim Wald im Gebiet "Büechlihau-Uhuweg" handelt es sich um einen klassischen Schutzwald, der Menschen und Gebäude vor Steinschlag und Murgängen schützt. Im vergangenen Frühling blieb ein grosser Steinblock erst am letzten Waldrandbaum hängen. Eine geologische Überprüfung des Gebietes hat deutlich gemacht, dass regelmässig kleinere bis mittlere Steinblöcke aus der Felswand ausbrechen und talwärts rollen. Der Waldbestand erfüllt zwar zur Zeit seine Schutzwirkung gegen Steinschlag noch einigermassen, diese ist aber nicht mehr optimal. Die Schutzwirkung wird weiter abnehmen, da die Alters- und Gesundheitszustandsentwicklung der überalterten Buchen zu einer weiter abnehmenden Stammzahl und Instabilität des Bestandes führen werden. Eine Verjüngung des Waldes ist unumgänglich, damit Platz für die Entwicklung eines jungen, stabilen und stammzahlreichen Waldes entsteht. Es ist geplant die Naturverjüngung mit gezielten Pflanzungen von steinschlagresistenten Bäumen zu ergänzen.

Aufwändige Holzereiarbeiten mit Helikoptereinsatz
Der gesamte Eingriffsperimeter erstreckt sich über eine Fläche von 1.2 Hektaren, die im Besitz der Bürgergemeinde Füllinsdorf sind. Insgesamt werden im Gebiet rund 500 Kubikmeter Holz geschlagen. Die Holzereiarbeiten sind in diesem schwierigen und schlecht erschlossenen Gelände sehr anspruchsvoll und aufwendig, der Holzerlös deckt die Kosten bei weitem nicht mehr. Zwei Drittel des geschlagenen Holzes wird mit dem Helikopter aus dem Bestand geflogen, dabei kommt es unvermeidlich zu entsprechenden Lärmemissionen. An den Kosten beteiligen sich Bund, Kanton, Einwohner- und Bürgergemeinde. Die Holzereiarbeiten beginnen am Montag, 3. Februar 2014, und dauern rund zwei Wochen, der Helikoptereinsatz ist Anfang März vorgesehen.

Steinschlagschutz auch während Projektdauer sichergestellt
Im ganzen Bereich "Büechlihau-Uhuweg" sind oberhalb der betroffenen Liegenschaften Steinschlagschutznetze montiert. Rund ein Drittel des gefällten Holzes bleibt im Wald liegen und dient temporär als Steinschlagschutz bis die Verjüngung die Schutzwirkung sicherstellen kann. Zudem bleiben die Wurzeln der Bäume und Sträucher auch nach den Fällarbeiten im Boden aktiv.

Integrales Risikomanagment
Ergänzend zu den - im Vergleich zu baulichen Massnahmen - kostengünstigen Schutzwaldeingriffen müssen zur Optimierung der Schutzwirkung im Gebiet "Büechlihau-Uhuweg" weitere Massnahmen getroffen werden. Dazu gehören der bereits erfolgte Einbau von Betonriegeln zur Stabilisierung der tiefergelegenen Hangrutsche und Massnahmen zur Entwässerung des Hanges. Die Kombination von aufeinander abgestimmten waldbaulichen und technischen Massnahmen erzielt das beste Kosten-Nutzenverhältnis.
Trotz dieser geplanten Massnahmen können bei ausserordentlichen Witterungsverhältnissen Naturereignisse nicht ganz ausgeschlossen werden, das Schadenrisiko wird durch die Massnahmen aber deutlich gesenkt.
Helikoptereinsatz  
Die Helikoptertransporte finden voraussichtlich Anfang März statt und werden rund zwei Tage dauern. Wegen der Helikopterflüge kommt es im Gebiet "Büechlihau-Uhuweg" in Füllinsdorf zu erheblichen Lärmimmissionen. Während den Flugarbeiten darf sich nie jemand unterhalb des Helikopters aufhalten. Deshalb müssen während den Helikoptertransporten verschiedene Wald- und Wanderwege aus Sicherheitsgründen gesperrt werden. Sämtliche Waldbesucherinnen und Waldbesucher werden gebeten, die Signalisationen zu beachten und den Weisungen des Forstpersonals Folge zu leisten. Der Abwind dieses Helikopters (Superpuma) ist sehr stark.
Steinschlagschutz - Jeder Baumtreffer bremst den Stein
Rollt ein Stein den Wald hinunter, trifft dieser auf Hindernisse wie Bäume oder liegende Stämme. Jeder Treffer reduziert die Bewegungsenergie und bremst den Stein. Die verminderte Geschwindigkeit bewirkt, dass der Stein das gefährdete Objekt nicht erreicht oder zumindest geringere Schäden verursacht. Grundsätzlich gilt, dass ein Wald mit vielen Bäumen die Wahrscheinlichkeit von Baumtreffern erhöht. Da die Schutzwirkung langfristig sichergestellt werden muss, braucht es zudem über die gesamte Waldfläche verteilt genügend jüngere Bäume verschiedenen Alters, welche die Schutzwirkung übernehmen können, wenn benachbarte Bäume absterben. Solche schutzwirksame Waldstrukturen können nur mit regelmässigen Pflegeeingriffen über einen längeren Zeitraum erreicht werden.
Schutzwald
Der Wald leistet einen wesentlichen Beitrag zum Schutz unseres Lebensraumes vor Naturgefahren. Er schützt an vielen Orten im Baselbiet die tiefer gelegenen Siedlungen, Gewerbegebiete und Verkehrswege vor Steinschlag, Rutschungen, Murgängen und Erosion. Bedingt durch das langsame Wachstum der Bäume kann die Wirkung des Schutzwaldes jedoch nur mittel- bis langfristig aufgebaut werden. Schutzwalderhaltung und damit auch die Schutzwaldpflege sind deshalb Aufgaben, die nachhaltig erfüllt werden müssen und ein kontinuierliches Engagement erfordern.
Volkswirtschafts- und Gesundheitsdirektion Basel-Landschaft, Kommunikation

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