Deutlich tiefere Infektionsraten im Bruderholz-Spital

10.01.2011
Im Kantonsspital Bruderholz treten nach Kaiserschnitt- und Dickdarmoperationen deutlich weniger Wundinfektionen auf. Die Infektionsraten liegen um ein Mehrfaches unter dem schweizerischen Durchschnitt. Das zeigen erstmals national einheitlich ausgewertete Erhebungen in den Spitälern.

Die Wahrscheinlichkeit, nach einem Kaiserschnitt oder einer Dickdarmoperation einen Wundinfekt zu erleiden, ist im Kantonsspital Bruderholz deutlich tiefer als in anderen Spitälern der Schweiz. Bei nur gerade 0,6 Prozent der Kaiserschnitt-Eingriffe kam es während der Bemessungsperiode zu einem Infekt. Das ist ein Mehrfaches weniger als der schweizerische Durchschnitt von 1,9 Prozent. Bei den Dickdarmoperationen liegt das Bruderholz-Spital bei der Wundinfekt-Rate ebenfalls um ein Vielfaches unter dem schweizerischen Durchschnittswert von 13,2 Prozent.

Infektraten um 70 und 80 Prozent tiefer
Wenn der Krankheitsgrad der Patientinnen und Patienten berücksichtigt wird, ist die Infektrate im Bruderholz-Spital bei den Kaiserschnitten um 70 Prozent und bei den Dickdarmoperationen sogar um 80 Prozent tiefer als der schweizerische Durchschnitt. Diese Ergebnisse liefert die Auswertung erstmals erfasster Häufigkeiten von Wundinfektionen nach Operationen in Schweizer Spitälern. Die Daten wurden zwischen dem 1. Juni 2009 und 31. Mai 2010 erhoben und liegen nun in anonymisierter Form vor.

„Das Resultat ist für uns Ansporn“
„Das sehr gute Resultat bestätigt unsere Anstrengungen der letzten Jahre“, sagt Philip Tarr, Leitender Arzt Infektiologie + Spitalhygiene. Dieser Erfolg sei aber auch Ansporn, „weiter an diesem wichtigen Thema zum Wohle unserer Patientinnen und Patienten zu arbeiten.“ Organisiert haben die Erhebungen der Spitalhygieneverein Swissnoso in Zusammenarbeit mit der Gesundheitsdirektorenkonferenz, dem Spitalverband H-plus, dem Branchenverband der Krankenversicherer (Santésuisse) sowie mit dem Nationalen Verein für Qualitätsentwicklung in Spitälern und Kliniken (ANQ).

Die Wundinfektionen werden schweizweit nach der gleichen, international anerkannten Methode sowie durch speziell geschultes Personal erhoben. Dadurch lässt sich die Häufigkeit der Infekte zuverlässig messen und können die Infektraten zwischen den Schweizer Spitälern verglichen werden. Zuständig für die Erfassung der Wundinfekte im Kantonsspital Bruderholz ist Daniela Maritz von der Abteilung Infektiologie und Spitalhygiene. Sie ist zudem Präsidentin der deutschsprachigen Interessengruppe der Beraterinnen und Berater für Infektionsprävention und Spitalhygiene (dibis).

Auskunft:
PD Dr. Philip Tarr, Leitender Arzt Infektiologie + Spitalhygiene
Telefon 061 436 22 12, E-Mail: [email protected]