Boden nachhaltig nutzen und schützen

06.09.2015
Boden ist wohl das knappste Gut auf Erden und gleichzeitig für die Weltbevölkerung eine der wichtigsten Ressourcen. Daher müssen wir sorgsam mit dem Boden umzugehen. Die UNO hat darum das Jahr 2015 zum «Internationalen Jahr des Bodens» erklärt. Das Landwirtschaftliche Zentrum Ebenrain engagiert sich ebenfalls für den Boden und zeigt am Ebenraintag 2015, wie Böden aufgebaut sind, welche Dienste sie uns Menschen bieten und wie wir sie nachhaltig nutzen und schützen können.

Unsere Böden sind die Grundlage für die Produktion von Lebensmitteln, Futtermitteln, Textilien und Energiestoffen. Landwirtschafts- und Waldböden haben zudem äusserst wichtige ökologische Funktionen: Sie speichern und reinigen Wasser, sie speichern Nährstoffe für das Pflanzenwachstum, sie bieten Schutz vor Überschwemmung, sie speichern Kohlenstoff und schützen damit das Klima, und sie beherbergen ein Viertel der globalen Biodiversität.

Diese Funktionen stehen in Konkurrenz mit weiteren Nutzungen durch uns Menschen, welche den Boden für obige Funktionen für immer verschliessen: Wir verbrauchen die Ressource Boden für Wohnen, Verkehr und Infrastruktur. Weltweit werden durch Bautätigkeit jede Minute 2 ha Boden versiegelt. In der Schweiz geht auf diese Weise pro Sekunde 1 m2 Landwirtschaftsfläche verloren. Weitere Gefahren sind die Abholzung, schlechte Agrarpraxis, Erosion, Verschmutzung und Überweidung. Es braucht Tausende von Jahren, um ein paar Zentimeter Boden neu zu bilden. Der Boden ist somit für unser menschliches Dasein eine nicht erneuerbare Ressource.

Umso wichtiger ist ein sorgsamer Umgang mit der Ressource Boden. Am diesjährigen Ebenraintag vom 6. September 2015 möchte deshalb das Landwirtschaftliche Zentrum Ebenrain die Bevölkerung für das Thema Boden sensibilisieren. An einem Stand mit verschiedenen Posten können Besucherinnen und Besucher zum Beispiel einige der vielen Bodenlebewesen unter dem Binokular genauer betrachten und sich mit der grossen Bedeutung der Böden beschäftigen. Unter anderem anhand von Bodenprofilen wird Ihnen näher gebracht, wie Boden aufgebaut und zusammengesetzt ist. Ausserdem werden Hobbygärtnern praktische Tipps mitgegeben, wie sie ihren Gartenboden nachhaltig nutzen und langfristig schützen können.

Ebenrain fördert nachhaltige Bodennutzung auf vielfältige Weise:
  • Angehende Landwirtinnen und Landwirte lernen in verschiedenen Fächern, wie sie Böden nachhaltig bewirtschaften, ohne sie zu beeinträchtigen. Ein besonderes Augenmerk liegt hier bei der Verhinderung von Bodenverdichtung und -erosion und im Aufbau von Humus im Boden.
  • Das LZE prüft sämtliche Bauvorhaben, welche auf landwirtschaftlichen Flächen ausserhalb der Bauzonen liegen. Die Experten sichern im Rahmen dieser Prüfung, dass nur Bauten erstellt werden, welche zonenkonform sind und die Anforderungen von Natur- und Landschaftsschutz einhalten. Nebst dem Schutz von unverbauten Böden spielt hierbei auch der Schutz des Landschaftsbildes eine wichtige Rolle.
  • Bäuerliche und private Gärtnerinnen und Gärtner können am LZE lernen, wie sie ihre Böden nicht mit Schadstoffen anreichern, oder wie sie gezielt die Bodenlebewesen fördern können.
  • Viele der besten Ackerböden – die Fruchtfolgeflächen – wären ohne die grossflächigen Drainagenetze weniger fruchtbar. Mit Beratung und finanzieller Unterstützung im Rahmen von Meliorationsprojekten leistet das LZE einen grossen Beitrag zum Erhalt des ackerfähigen Kulturlandes.

Landwirtschaftliches Zentrum Ebenrain, Kommunikation