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Bäuerinnen lernen sicheres Traktorfahren

04.05.2011
Die Baselbieter Landwirtschaft hat sich stark mechanisiert. Fast 4'000 Fahrzeuge sind mittlerweile registriert. Und die Technisierung geht weiter. Zunehmend ist es wichtig, dass auch die Bäuerinnen die Fahrzeuge beherrschen. Das hilft mit, Unfälle zu verhüten. Das Landwirtschaftliche Zentrum Ebenrain in Sissach hat an einem Traktorkurs für Frauen über die Mechanisierung der Baselbieter Landwirtschaft und die Prävention von Unfällen informiert.

Die Zahl der Landwirtschaftsbetriebe im Kanton Basel-Landschaft ist in den letzten 20 Jahren um 800 auf 1000 gesunken. Deutlich zurückgegangen ist auch die Zahl der Beschäftigten. Heute arbeiten noch 3'200 Personen in der Landwirtschaft, 1'300 weniger als 1990. In der gleichen Zeit hat sich die Mechanisierung der Agrarwirtschaft jedoch stark intensiviert. Fast 4'000 landwirtschaftliche Fahrzeuge sind in Baselland registriert, davon gut drei Viertel Traktoren ( siehe Grafik ).

Hohe Unfallgefahr
Die Landwirtschaft ist die Branche mit der dritthöchsten Unfallhäufigkeit pro 1000 Arbeitnehmende. In den letzten zehn Jahren hat die Beratungsstelle für Unfallverhütung in der Landwirtschaft fast 500 tödliche Unfälle registriert ( siehe Grafik ). Ursachen seien zunehmend der falsche Umgang mit Fahrzeugen und Maschinen. Einfachste Sicherheitsregeln würden bei Betriebsstörungen und Stresssituationen missachtet. Erhöht wird das Unfallrisiko, weil Landwirte und Lohnunternehmer einem hohen Erfolgsdruck ausgesetzt sind. Das gilt auch für die Baselbieter Landwirtschaft.

Tragisches Ereignis
Eine gute Ausbildung in der Landtechnik ist darum entscheidend, um Unfälle zu verhüten. Das Landwirtschaftliche Zentrum Ebenrain in Sissach hat schon Mitte der Neunziger Jahre angefangen, Traktorkurse für Frauen anzubieten. Auslöser war ein tragischer Unfall: Ein Bauer wurde von einem Ladewagen eingeklemmt. Seine Frau war dabei, wusste aber nicht, wie sie den Traktor abstellen muss. Der Mann starb noch auf der Unfallstelle. Wäre der Traktor sofort abgestellt worden, hätte der Unfall verhindert werden können.

Schwierige Manöver
Seit diesem Ereignis wird der Traktorkurs für Frauen jährlich abwechselnd am „Ebenrain“ und am bäuerlichen Bildungszentrum Wallierhof im Kanton Solothurn angeboten. Zum Kurs 2011 haben sich zwölf Frauen angemeldet. Die Teilnehmerinnen aus den Kantonen Basel-Landschaft, Basel-Stadt, Solothurn und Aargau lernen mit schweren Traktoren zu manövrieren. Zuerst auf einem Parcours, dann in schwierigem Gelände. Dazu gehören  knifflige Aufgaben wie Rückwärtsfahren mit einem Ladewagen oder Kippanhänger. Zudem erfahren die Frauen die wichtigsten technischen Grundkenntnisse und Strassenverkersregeln und lernen, wie Unfällen vorzubeugen ist. Die Traktoren und Anhänger werden von lokalen Landmaschinenhändlern zur Verfügung gestellt.

Die meisten Traktoren und Maschinen in der Landwirtschaft werden nach wie vor von Männern gefahren oder bedient. Fast 40 Prozent der Beschäftigten in der Baselbieter Landwirtschaft sind jedoch Frauen. Nicht wenige Frauen helfen bei Arbeitsspitzen mit, indem sie Tätigkeiten mit dem Traktor erledigen. Der Traktorkurs ist darum sehr beliebt und wird jedes Jahr rege genutzt.

Technischer Fortschritt geht weiter
Zu den Leistungen des Landwirtschaftliche Zentrums Ebenrain in der Landtechnik gehören Kurse, Maschinenvorführungen, technische und finanzielle Beratung, Beiträge an Maschinen wie etwa den Schleppschlauchverteiler zum Ausbringen der Jauche, Tests mit speziellen Maschinen und die Unfallverhütung. Bei den Schleppschlauchverteilern war Baselland der erste Kanton, welche diese Technik zur umweltfreundlicheren Art der Naturdüngung subventionierte.

Der technische Fortschritt wird die Baselbieter Landwirtschaft auch in Zukunft prägen. Die Stärke der Traktoren wird weiter zunehmen, der Trend zu High-Tech-Maschinen hält an. Im Baselbiet sind schon einige Melkroboter im Einsatz, auch und bei der Automatisierung der Fütterung ist gibt es noch einiges Potenzial.

Grafiken:
- Statistik landwirtschaftliche Fahrzeuge in BL
- Statistik Unfälle

Volkswirtschafts- und Gesundheitsdirektion Basel-Landschaft, Informationsdienst

Auskünfte:
Fritz Ziörjen, Landwirtschaftliches Zentrum Ebenrain, Sissach, Telefon 079 600 09 80
E-Mail: fritz.zioerjen@bl.ch

Liestal / Sissach, 4. Mai 2011

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