Buntbrachen, Rotationsbrachen, Saum auf Ackerland

Bild Legende:
Beschreibung:
Ökoflächen im Ackerland sind wertvolle Oasen. Die meist sehr intensiv genutzten Ackerflächen sind arm an natürlichen Strukturen. Typische Ackerlandbewohner wie der Feldhase oder die Feldlerche leiden darunter. In den nicht oder nur zur Pflege bewirtschafteten Flächen, finden sich schnell eine Vielzahl an wilden Tieren und Pflanzen ein. In Buntbrachen tummeln sich Wespenspinnen, Wildbienen und sogar Rehe und Dachse. Brachen und Säume werden mit speziellem Saatgut angesät. Die Säume werden jedes Jahr zur Hälfte gemäht, hier stellt sich eine stabile Vegetation mit spezialiserten Saumpflanzen ein. Die Säume können deshalb, je nach Standort, dauerhaft erhalten bleiben.
Die Brachen hingegen werden nicht bewirtschaftet. Das Saatgut ist mehrheitlich aus nicht ausdauernden Pflanzen zusammengesetzt. So verändert sich der Charakter der Brachen von Jahr zu Jahr. Im ersten Jahr sind Buchweizen, Mohn und Kornblume verbreitet, ab dem zweiten Jahr Königskerzen, wilde Karden und Natternköpfe. Danach wird immer mehr Platz von Gräsern eingenommen, die sich das brache Land langsam zurückerobern. Die Fläche wird langsam wieder monotoner und soll dann umgepflügt und wieder in die Fruchtfolge integriert werden. Um die herausragenden ökologischen Eigenschaften der Brachen zu erhalten, sollte vor dem umbrechen der Brache in der Nähe eine neue angelegt werden.

 

Bedrohung:
Säume und Brachen haben in der heutigen Kulturlandschaft ohne die Beiträge keinen Platz. Dieser Lebensraum ist angewiesen auf bewuchsfreie Böden, wie sie natürlicherweise nach Überschwemmungen, Waldbränden oder anderen Naturkatastrophen vorkommen und spätestens seit der Römerzeit zusätzlich durch die Landwirtschaft dargeboten werden. Der Höhepunkt dieses Lebensraumes war sicher die Dreizelgenwirtschaft im Mittelalter, bei welcher immer ein Drittel der gesamten Ackerfläche brach lag. Seit der Einführung der modernen Fruchtfolge, welche ohne Brache auskommt, wurden die Ackerunkräuter und die typischen Tierarten des Ackerlandes laufend seltener.


Bundesrichtlinien:
Ansaat mit empfohlener Saatmischung
keine Düngung
Säuberungsschnitt nach der Ansaat erlaubt
Schnitt bei Unkrautproblemen erlaubt. Schnitt zwischen 1.10 und 15.3, bei Buntbrachen erst ab dem zweiten Standjahr.
Saum auf Ackerland; Hälfte des Saumes muss alternierend jährlich in Längsrichtung geschnitten werden
Verpflichtungsdauer mindestens 2 Jahre (Rotationsbrachen mindestens 1 Jahr)
Verpflichtungsdauer maximal 8 Jahre bei Buntbrachen und 3 Jahre bei Rotationsbrachen

Bedingungen für einen kantonalen Vertrag:
Saatgut "Vollversion" muss verwendet werden
Vernetzender Standort der Elemente: nicht entlang von Waldrändern oder Strassen
Vertragsdauer 6 Jahre. Rotationsbrachen müssen mindestens einmal den Standort wechseln.
Maximalbreite von 25 Metern, 15m bei Säumen

Adresse

Ebenrain-Zentrum für Landwirtschaft,
Natur und Ernährung
Ebenrainweg 27
4450 Sissach

Lageplan
 
Tel. 061 552 21 21

 
Telefonzentrale, Schalter, Empfang
07.45 - 11.45 und 13.30 - 16.30 Uhr

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