Japankäfer

Japankäfer mit seinen typischen Erkennungsmerkmalen

T. Graf, Agroscope

T. Graf, Agroscope 

Der gebietsfremde Japankäfer kann bei uns grosse Schäden an Pflanzen und Grünflächen anrichten. Er ernährt sich von rund 400 Pflanzen aus diversen Pflanzenfamilien. Dazu zählen viele landwirtschaftliche Kulturen wie Beeren, Obstbäume, Weinreben oder Mais, aber auch Rosen und Bäume wie Ahorn, Birken oder Linden. Oft bleiben nur die Gerippe der Blätter zurück, die Pflanze wird stark geschwächt oder stirbt sogar ab. Die Larven des Käfers schädigen Wiesen und Rasenflächen, indem sie die Graswurzeln fressen. Das führt dazu, dass die Pflanzen absterben und der Rasen braun wird.

Erkennungsmerkmale 

Die adulten Japankäfer sind 8 bis 12mm lang und gleichen dem Gartenlaubkäfer. P.japonica hat aber ein auffällig gold-grün schimmerndes Halsschild und fünf weisse Haarbüschel an jeder Seite des Hinterleibes und zusätzlich zwei Büschel auf dem letzten, verhärteten Addominalsegment. Zudem sind sie durch ihr spezielles Alarmverhalten, das beim Annähern eines Feindes gezeigt wird, gut von ähnlichen Käfern unterscheidbar. Die Käfer sind vor allem bei warmem Wetter den Tag hindurch aktiv.

Meldung eines verdächtigen Käfers

Der Japankäfer ist in der Schweiz melde- und bekämpfungspflichtig. Bei einem Verdachtsfall muss umgehend der kantonale Pflanzenschutzdienst informiert werden. Machen Sie ein Foto des Käfers, notieren Sie den genauen Fundort und frieren Sie den Käfer ein. Schicken Sie die Informationen an den kantonalen Pflanzenschutzdienst.

Eleonor Fiechter, [email protected], 061 552 21 57 und Sven Gysin, [email protected], 061 552 21 53.

Erneut wurde auch in diesem Jahr der schädliche Japankäfer im Kanton Basel-Landschaft in der Brügligerebene in Münchenstein entdeckt. Neu wurde der Käfer auch auf baselstädtischem Boden im Rankhof gefunden. Dank der raschen und engmaschigen Überwachung des Gebiets konnten die beiden Kantone BS und BL erste Massnahmen zur Tilgung in die Wege leiten. So wurde die Überwachung des gebietsfremden invasiven Schädlings stark intensiviert und erste Tilgungsmassnahmen veranlasst. Der Schädling kann sowohl im Larvenstadium als Engerling wie auch als adulter Käfer beträchtliche Schäden an landwirtschaftlichen Kulturen, in öffentlichen Grünflächen und in Hausgärten verursachen.

Bild Legende:
C. Schweizer, Agroscope

Massnahmen / Verfügung

1. im Befallsherd gilt:

  • Bewässerungsverbot:
    Es ist verboten, Rasen und mit Gras bewachsene Grünflächen zu bewässern. Das Giessen von Pflanzen im Garten und auf Balkonen bleibt erlaubt, wenn in den Töpfen und den Beeten keine Gräser wachsen. Das Bewässerungsverbot gilt bis Ende September. Es hilft, den Boden unattraktiv für die Eiablage zu machen. Denn Japankäferweibchen bevorzugen dafür feuchte Wiesen.
  • Grüngut:
    Kein Grüngut aus dem Befallsherd hinaustransportieren:Japankäfer können bei Gartenarbeiten ins Grüngut gelangen, wenn sie sich beispielsweise auf Hecken oder anderen Gartenpflanzen befinden. Damit sie nicht versehentlich verschleppt werden, wird der Wegtransport von Grüngut untersagt. Ausgenommen ist Grüngut, das kleingehäckselt und während des Transports insektensicher abgedeckt wird. Diese Regelung gilt bis Ende September. Die Entsorgung über die Grünabfuhr ist weiterhin möglich.
  • Kompost:
    Keinen Kompost aus dem Befallsherd hinaustransportieren: Es darf kein Kompost aus dem Befallsherd hinaustransportiert werden. So soll verhindert werden, dass Larven oder Käfer, welche sich um Kompost befinden könnten, aus dem Befallsherd hinaustransportiert und in andere Gebiete verschleppt werden. Ausgenommen ist Material aus professionellen Kompostieranlagen.
  • Reinigung:
    Fahrzeuge und Geräte reinigen: Fahrzeuge und Geräte, die zur Bodenbearbeitung oder für Arbeiten mit Erde eingesetzt werden, dürfen den Befallsherd nur verlassen, wenn sie so gereinigt worden sind, dass kein Risiko mehr besteht, damit Erde und darin befindliche Japankäferlarven zu verschleppen.
  • Bodenmaterial:
    Kein Bodenmaterial aus dem Befallsherd hinaustransportieren: Bodenmaterial bis zu einer Tiefe von 30 cm darf nicht aus dem Befallsherd hinaustransportiert werden.

2. in der Pufferzone gilt:

  • Grüngut:
    Grüngut nicht aus Pufferzone hinaustransportieren: Um zu verhindern, dass der Japankäfer unbeabsichtigt verschleppt wird, wird der Wegtransport von Grüngut aus der Pufferzone untersagt. Ausgenommen ist Grüngut, das kleingehäckselt und während des Transports insektensicher abgedeckt wird. Der Transport innerhalb der Pufferzone sowie in den Befallsherd hinein ist gestattet. Diese Regelung gilt bis Ende September. Die Entsorgung über die Grünabfuhr ist weiterhin möglich.

    3. Weitere Informationen:

    Verfügung Kanton BL vom 4. Juli 2024

    Übersichtskarte

    Bild Legende:
    Karte Befallsherd Grün 80 / Münchenstein BL

    Karte A4 (PDF) 

    Adresse

    Ebenrain-Zentrum für Landwirtschaft,
    Natur und Ernährung
    Ebenrainweg 27
    4450 Sissach

    Lageplan
     
    Tel. 061 552 21 21

     
    Telefonzentrale, Schalter, Empfang
    07.45 - 11.45 und 13.30 - 16.30 Uhr

    Kontaktstellen 

    Kontaktstellen Pflanzenschutzdienst BL: