FAQ Arbeitszeitbewilligungen

Im Grundsatz dürfen Arbeitnehmende von Montag bis Samstag von 6 Uhr bis 23 Uhr bewilligungsfrei beschäftigt werden. Konkret heisst das, dass Arbeiten in der Nacht von 23 Uhr bis 6 Uhr morgens sowie Arbeiten von Samstag 23 Uhr bis Sonntag 23 Uhr vorgängig bewilligt werden müssen. Feiertage (siehe § 2 f. RTG) sind den Sonntagen gleichgestellt. Arbeiten an Feiertagen bedürfen ebenfalls der vorgängigen Bewilligung.

Unter bestimmten Umständen kann die Nachtarbeitszeit für den ganzen Betrieb oder einen Betriebsteil verschoben werden. Gerne erteilen wir zu diesem Thema individuell Auskunft.

Ja, Pikettdienst muss vorgängig bewilligt werden. Je nach Dauer wird die Bewilligung vom KIGA Baselland oder vom Staatsekretariat für Wirtschaft (SECO) erteilt.

Für bestimmte Betriebe resp. deren Arbeitnehmende bestehen Ausnahmen von der Bewilligungspflicht für Sonntags- und/oder Nachtarbeit (siehe die Sonderbestimmungen der ArGV 2). Gerne erteilen wir zu diesem Thema individuell Auskunft.

Bis zum 16. Geburtstag dürfen Jugendliche höchstens bis 20 Uhr, danach bis 22 Uhr beschäftigt werden. Unter bestimmten Voraussetzungen können Ausnahmen bewilligt werden (siehe die Sonderbestimmungen der ArGV 5). Der Bund hat zudem Ausnahmen vom Nacht- und Sonntagsarbeitsverbot während der beruflichen Grundbildung für bestimmte Branchen festgelegt. Gerne erteilen wir individuell Auskunft.

Bau- und Unterhaltsbetriebe können Nachtarbeit in vollem Umfang ohne behördliche Bewilligung anordnen, sofern sie auf aktiv betriebenen Nationalstrassen Arbeiten an Tunnels, Galerien und Brücken vornehmen und soweit Nachtarbeit aus sicherheitstechnischen Gründen notwendig ist. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn eine Fahrspur gesperrt werden muss. Die Arbeiten auf dieser Baustelle müssen mindestens 14 Tage vor Arbeitsbeginn im Schweizerischen Handelsamtsblatt (SHAB) veröffentlicht werden. Weitere Information sind hier publiziert.

Von einem «ununterbrochenen Betrieb» ist die Rede, wenn ein Betrieb 24 Stunden pro Tag an sieben Tagen in der Woche Mitarbeitende beschäftigt. Dieser ununterbrochene Betrieb ist bewilligungspflichtig. Ist der ununterbrochene Betrieb vorübergehend und von geringerer Dauer als sechs Monate, so ist das Gesuch dem KIGA Baselland einzureichen. Ist die Dauer des ununterbrochenen Betriebs für mehr als sechs Monate vorgesehen, so ist das Gesuch dem SECO einzureichen.

Das Gesetz regelt den Lohnzuschlag sowie die Zeitkompensation bei Nachtarbeit und den Lohnzuschlag bei Sonn-/Feiertagsarbeit.

Der Lohnzuschlag für Nachtarbeit bis 24 Nächte pro Jahr beträgt mindestens 25 % (Art. 17b Abs. 1 ArG und Art. 31 ArGV 1). Arbeitnehmende, welche dauernd oder regelmässig wiederkehrend Nachtarbeit leisten (ab 25 Nächte pro Kalenderjahr), haben Anspruch auf eine Kompensation von 10 % der Zeit, während der sie Nachtarbeit geleistet haben. Die Ausgleichsruhezeit ist innerhalb eines Jahres zu gewähren (Art. 17b Abs. 2 ArG; Art. 31 ArGV 1).

Für vorübergehende Sonn- und Feiertagsarbeit ist ein Lohnzuschlag von mindestens 50 % zu gewähren (Art. 19 Abs. 3 ArG und Art. 32a ArGV 1).

Bei regelmässiger Nachtarbeit können Arbeitnehmende eine medizinische Untersuchung in Anspruch nehmen. Dabei wird der aktuelle Gesundheitszustand untersucht und der Arzt berät die Arbeitnehmenden, wie ihre im Zusammenhang mit der Nachtarbeit stehenden gesundheitlichen Probleme vermindert oder vermieden werden können. Für die Untersuchung ist eine Ärztin oder ein Arzt zu beauftragen, die/der sich mit dem Arbeitsprozess, den Arbeitsverhältnissen und den arbeitsmedizinischen Grundlagen vertraut gemacht hat. Weitere Informationen sind unter Medizinische Untersuchung und Beratung bei Nachtarbeit (admin.ch) aufgeschaltet.

Arbeitnehmende mit 25 und mehr Nachteinsätzen pro Jahr haben Anspruch auf eine medizinische Untersuchung und Beratung (Art. 44 ArGV 1).

Erwachsene Arbeitnehmende, welche mit besonderen Belastungen und Gefahren verbundene Nachtarbeit leisten sollen, dürfen diese nur verrichten, wenn aufgrund einer vorgängigen medizinischen Untersuchung und Beratung feststeht, dass sie für den geplanten Einsatz geeignet sind (Art. 45 ArGV 1).

Für Jugendliche, welche dauernd oder regelmässig Nachtarbeit leisten, ist die medizinische Untersuchung in jedem Fall obligatorisch.

Ja, auch bei bewilligten Nacht‑/Sonntags-/Feiertagsarbeiten müssen die gesetzlichen Bestimmungen zu den Arbeits- und Ruhezeiten eingehalten werden.

Als allgemeine Feiertage gelten: Neujahrstag, Ostermontag, 1. Mai, Auffahrt, Pfingstmontag, 1. August, Bettag sowie der Stephanstag.

Als hohe Feiertag gelten:
Karfreitag, Ostersonntag, Pfingstsonntag und der Weihnachtstag.

Nein, Bewilligungen müssen immer für konkrete und terminierte Arbeiten eingeholt werden. Bewilligungen auf «Reserve» werden nicht erteilt.

An zwei Adventssonntagen sowie an zwei Sonntagen zum Saisonstart pro Jahr besteht im Kanton Basel-Landschaft die Möglichkeit, Arbeitnehmende in Verkaufsgeschäften bewilligungsfrei zu beschäftigen. Die jährlichen Daten der Saisonverkäufe pro Gemeinde findet man auf unserer Website.

Zuständigkeit des Kantons: Gesuche um Arbeitszeitbewilligungen für vorübergehende Arbeitseinsätze in der Nacht und/oder an Sonn- bzw. Feiertagen von weniger als 6 Monaten sind beim KIGA Baselland einzureichen. Vorausgesetzt ist ein dringendes Bedürfnis.

Eine sog. Dauerbewilligung des Staatsekretariats für Wirtschaft (SECO) wird benötigt, wenn die Nacht- und/oder Sonn- bzw. Feiertagsarbeit länger als sechs Monate dauert. Ebenso sind Einsätze, welche sich jährlich aus demselben Grund wiederholen, vom SECO zu bewilligen. Das Gesuch wird direkt beim SECO eingereicht. Vorausgesetzt ist eine wirtschaftliche oder technische Unentbehrlichkeit.

Ja, der SECO-Schichtplan muss zwingend ausgefüllt und bei jedem Gesuch, welches Schichtarbeiten beinhaltet, eingereicht werden.

Der SECO-Schichtplan kann direkt auf der Website des SECO heruntergeladen werden. Ebenso stehen dort Erläuterungen zum Ausfüllen von Schichtplänen zum Download bereit.

Das vollständige Gesuch um Bewilligung von vorübergehender Nacht-, Sonntags- oder Feiertagsarbeit muss sieben Tage vor Arbeitsbeginn beim KIGA Baselland eingereicht werden. Vor dem Versand des Gesuchs ist zu überprüfen, ob alle notwendigen Felder ausgefüllt sowie die erforderlichen Anhänge eingefügt sind. Es werden nur Gesuche bewilligt, bei welchen ein dringendes Bedürfnis gemäss Art. 27 ArGV 1 nachgewiesen ist.

Das Gesetz schreibt vor, dass das Einverständnis eingeholt werden muss (vgl. Art 17 Abs. 6 ArG resp. Art 19 Abs. 5 ArG.) Aus Gründen der Nachweisbarkeit empfehlen wir, das Einverständnis der Mitarbeitenden in schriftlicher Form mittels Unterschrift einzuholen.

Nein, das Einverständnis der Mitarbeitenden muss den Behörden nicht eingereicht werden. Im Fall einer Kontrolle muss der Betrieb jedoch belegen können, dass die Mitarbeitenden mit der Nacht respektive Sonntags-/Feiertagsarbeit einverstanden waren.

Gemäss Art. 20 ArG muss für die Sonntagsarbeit ein Ersatzruhetag gewährt werden. Sonntagsarbeit von einer Dauer bis zu fünf Stunden ist durch Freizeit auszugleichen. Dauert sie länger als fünf Stunden, so ist während der vorhergehenden oder der nachfolgenden Woche im Anschluss an die tägliche Ruhezeit (11 Std.) ein auf einen Arbeitstag fallender Ersatzruhetag von mindestens 24 aufeinander folgenden Stunden zu gewähren, d. h. insgesamt 35 Std. Ruhezeit.

Ein dringendes Bedürfnis liegt gemäss Art. 27 ArGV 1 vor, wenn

  • es weder mit planerischen noch organisatorischen Mitteln möglich ist, die Arbeit tagsüber oder abends an Werktagen durchzuführen

und

  • die Arbeiten zusätzlich anfallen,

oder

  • aus Gründen der Gesundheit oder Sicherheit der Arbeitnehmenden,

oder

  • aus anderen Gründen des öffentlichen Interesses.

Des Weiteren können besondere Firmenanlässe (bspw. Jubiläen) oder Veranstaltungen, welche auf die lokalen Besonderheiten zugeschnitten sind, das dringende Bedürfnis begründen. Dies ist im Einzelfall abzuklären.

Planbare respektive terminierbare Arbeiten müssen in der bewilligungsfreien Zeit durchgeführt werden.

Unter planerischen Massnahmen ist zu verstehen, dass sämtliche in der Planung zu Verfügung stehenden Mittel und Methoden eingesetzt werden müssen, um die Arbeit in der bewilligungsfreien Zeit durchzuführen.

Unter organisatorischen Massnahmen ist zu verstehen, dass der Betrieb alle möglichen Vorkehrungen getroffen hat, damit die Arbeiten in der bewilligungsfreien Zeit stattfinden können.

Arbeiten im bewilligungspflichtigen Zeitraum sind nicht aufschiebbar, wenn sie nicht ohne einschneidende Konsequenzen für den Betrieb auf einen anderen Tag oder auf einen anderen Zeitraum verschoben werden können. Diese Konsequenzen sind im Gesuch zwingend aufzuzeigen.

Die Beurteilung wird anhand der Informationen im Gesuch vorgenommen. Dabei wird berücksichtigt, welche Anspruchsgruppen von den Arbeiten betroffen sind. Beispiel: Arbeiten auf Strassen, für welche der Zugang sichergestellt werden muss. Dies ist insbesondere der Fall bei Zufahrten zur Notfallstation eines Spitals oder zur Feuerwehr, aber auch bei Tätigkeiten, die den Strassenverkehr stark behindern würden. Beispiel: Arbeiten an stark befahrenen Strassen oder an einem Verkehrsknotenpunkt.

Unter das öffentliche Interesse fallen auch sicherheitstechnische Gründe.

Besondere Firmenanlässe liegen vor, wenn ein Betrieb ein Fest / ein Event organisiert, welches der breiten Öffentlichkeit zugänglich ist, beispielsweise ein grosses Firmenjubiläum (10, 20 oder 25 Jahre).

Es handelt sich um öffentliche Veranstaltungen von lokaler Bedeutung wie z. B. Dorffeste, die Fasnacht oder Museumsnächte.

Fallen in der Nacht oder am Sonntag/Feiertag lärmintensive Arbeiten an, so ist dies der Gemeinde, in welcher der Lärm anfällt, zu melden. Weitere Informationen zum Thema Lärm sind hier zu finden.