Warum darf man junge Wildtiere nicht anfassen?

Während der Brut- und Setzzeit entdeckt man im hohen Gras am Waldrand manchmal Jungtiere, zum Beispiel Rehkitze. Auch wenn diese noch so verlassen und hilflos aussehen, dürfen sie auf keinen Fall angefasst und schon gar nicht mitgenommen werden. Häufig sind die Tiereltern nicht weit weg oder kommen später zurück und versorgen ihren Nachwuchs. Haben dann Jungtiere menschlichen Geruch an sich, können sie von der Mutter verstossen werden. Ausserdem ist es für Räuber einfacher, die sonst geruchlosen Tiere zu finden.

Im Frühjahr und Sommer entdeckt man auch immer wieder junge Vögel ausserhalb ihres Nests. Einige machen dabei noch nicht den Eindruck, für das Leben gewappnet zu sein. Doch bei vielen Vogelarten gehört eine sogenannte «Ästlingszeit» zur Aufzucht dazu. Dabei sind die Jungvögel noch nicht flugfähig und wirken ungeschickt. Sie haben das Nest bereits verlassen und sind in Gebüschen, auf Ästen und teilweise auch auf dem Boden unterwegs. Die Eltern versorgen sie in dieser Zeit aber noch mit Nahrung. Deshalb sollten auch diese Jungvögel nicht angefasst werden.

Auch Wildkatzen sind in den Baselbieter Wälder unterwegs. Optisch sind sie nur schwer von einer getigerten Hauskatze zu unterscheiden. Es ist üblich, dass die Wildkatzenmutter ihre Jungtiere ablegt und selbstständig auf Futtersuche geht, bevor sie wieder zu ihren Jungtieren zurückkehrt. Die jungen Kätzchen sind also nicht zwingend verwaist. Werden solche Kätzchen angefasst oder gar eingefangen,  bedeutet dies Stress für die Jungtiere und kann dazu führen, dass sie von ihrer Mutter verlassen werden.

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