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Geschichte der Schauenburgerkirsche
Aller Wahrscheinlichkeit nach wurde die Kirschensorte Schauenburger um 1900 von Emil Flury, dem Hotelier von Bad Schauenburg, aus dem Libanon in die Schweiz eingeführt. Von seinem Betrieb aus verbreitete sie sich und hat später den Markt der spätreifen Kirschen während Jahrzehnten dominiert. Heute ist sie noch eine unserer wichtigsten traditionellen Kirschensorten. Sie wurde zur Sorte des Jahres 2016 gewählt.(Quelle: www.wikipedia.org/Bad_Schauenburg).
Die Kirschensorte „Schauenburger“
Schauenburger Bäume (© Bauernzeitung)Die Schauenburgerkirsche galt in der Schweiz über viele Jahrzehnte als die wichtigste spätreife Kirschensorte. Auf ihrem Höhepunkt war sie sogar die wichtigste Kirschensorte überhaupt, was ihr hier den Übernamen „Königin der Kirschen“ einbrachte.
Gedenkstein
Gedenkstein der Obstproduzenten Baselland (© Fructus 2016)1986 gedachten die Obstproduzenten Baselland ihrer herausragenden Sorte mit einem Gedenkstein und einem Erinnerungsbaum beim heutigen Parkplatz des Hotels Bad Schauenburg. Dazu verfassten sie eine Gedenkschrift, die einen tiefen Einblick in die spannende Geschichte dieser einzigartigen Sorte gibt. Die vorliegende Website macht sie nun einem breiten Publikum zugänglich.
Obstsorte des Jahres 2016
Hochstammlandschaft im Baselbiet (© Fructus 2016)2016 wurde die «Schauenburger» von Fructus – der Vereinigung zur Förderung alter Obstsorten – zur Obstsorte des Jahres erkoren und auch damit für ihre grosse Bedeutung geehrt. Diese bezieht sich nicht nur auf den Markt, sondern ausdrücklich auch auf die Prägung des Landschaftsbildes. Unter anderem heisst es in der damaligen Würdigung: «In der Nachkriegszeit, bis in die frühen Achtzigerjahre, kam man im Baselbiet an der Schauenburger nicht vorbei. Tausende Hochstammbäume zierten die hiesige Landschaft».
Besondere Qualitäten
Kirschenverlad Aesch BL 1942 (© SBB Archiv)Zu ihren besonderen Qualitäten zählten «regelmässige Erträge, für die damalige Zeit grosse Früchte mit relativ guter Regenfestigkeit, die Fähigkeit, mehrere Tage in optimaler Pflückreife am Baum zu hängen, vergleichsweise gute Lager-, Transport- und Exportfähigkeit in europäische Länder, wo es eine Nachfrage für spätreife Kirschen gab» (Fructus, 2016).
Bis heute gilt sie zudem als pflegeleichte und anspruchslose Sorte. Sie ist geeignet für alle Höhenlagen, sonnige und halbschattige, windgeschützte Standorte mit leicht- bis mitteldurchlässigen, kalkhaltigen, nährstoffreichen, feucht bis frischen – aber niemals staunassen – Böden. Einmal gut angewachsene Bäume benötigen Bewässerung nur bei extremer Trockenheit.
Die pomologischen Beschreibungen nach Kobel und Aeppli
Schauenburgerkirsche (© E. Probst, Frenkendorf, 2002)Jede Sorte hat ihre Eigenheiten, die sie von den anderen unterscheidet. Die Schauenburgerkirsche wurde erst von Kobel (1937) sorgfältig wissenschaftlich beschrieben und dann von Aeppli et al. (1983).
Lernen Sie die charakteristischen Eigenschaften der Schauenburgerkirsche kennen:
Auszug aus der Gedenkschrift "Die Kirschensorte Schauenburger"
Flurianer – wie die Schauenburgerkirsche in die Schweiz kam
In der literarischen Skizze von Philipp Alder, dem ehemaligen Pfarrer von Ziefen, aus dem Jahre 1980, beschreibt dieser, wie seine Frau Johanna 1974 die Herkunft der Kirschensorte „Schauenburger“ durch Zufall entdeckt hatte.
Lesen Sie die spannende Geschichte im Originalwortlaut:
Auszug aus der Gedenkschrift "Die Kirschensorte Schauenburger"
Die Bedeutung der Schauenburgerkirsche anno 1986 – ein Rückblick
Die Kirschensorte „Schauenburger“ hat den Kirschenanbau in der Schweiz während mehr als 50 Jahren in einzigartiger Weise geprägt. Erst Mitte der 1980er Jahre zeichnete sich eine rapide Ablösung der Überfliegersorte durch modernere Züchtungen ab.
Lesen Sie selber den Bericht des Zeitzeugen Ernst Schläpfer:
Auszug aus der Gedenkschrift "Die Kirschensorte Schauenburger"
Bad Schauenburg und Emil Flury
Emil Flury um ca. 1900 (© wikipedia.org)Der Entdecker der Kirschensorte „Schauenburger“ war Emil Benedikt Emanuel Flury, einst Hotelier von Bad Schauenburg im Röserental oberhalb Liestal.
Erfahren Sie mehr über ihn und die Geschichte von Bad Schauenburg, die sein Grossneffe Adrian Bordbeck verfasste:
Auszug aus der Gedenkschrift "Die Kirschensorte Schauenburger"
Schauenburger oder Flurianer – Klarheit über den Namen
Der ursprüngliche Name der Kirschensorte „Schauenburger“ war „Flurianer“, in Anlehung an den Namen ihrers Entdeckers Emil Flury. Lokal ist dieser Name bis heute erhalten geblieben. Offiziell wurde er aber schon in den 1920er Jahren geändert. Weshalb sich für die Erfolgssorte eine Namensänderung aufdrängte, erfahren Sie hier:
Auszug aus der Gedenkschrift "Die Kirschensorte Schauenburger"
Gedenkschrift
Titelbild Gedenkschrift "Die Kirschensorte Schauenburger"
Die gesamte Gedenkschrift, die die Vereinigung der Obstproduzenten Baselland dem „Schauenburger Chirsi“ und seinem Entdecker gewidmet hat, finden sie hier:
Gedenkschrift "Die Kirschensorte Schauenburger"
Herausgegeben von der Zentralstelle für Obst- und Weinbau Basel-Landschaft, 4410 Liestal, Juni 1986.
