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Klimaschutz durch Humusaufbau

Mit Humusaufbau Landwirtschaftsböden stärken und einen Beitrag an den Klimaschutz leisten

Kernpunkte des Humusprojekts
- Klimaschutzprojekt der BLKB für betriebsinterne Emissionen
- Projektpartner: Ebenrain, FiBL + BLKB
- Laufzeit 6 Jahre 2021 – 2027
- 2021: 55 Landwirtschaftsbetriebe, 1'120 ha; 2025: 47 Landwirtschaftsbetriebe, 970 ha offene Ackerfläche und Spezialkulturen
- Ziel 1'000 t CO2 pro Jahr in den Baselbieter Landwirtschaftsböden speichern
- Wirkungsorientierte Beitragszahlung basierend auf Messung des organischen Kohlenstoffs
- GPS gesteuerte Bodenprobeentnahme
- Begleitgruppe: Landwirte, Bauernverband beider Basel BVBB, Ebenrain
Projekthintergrund
Seit Januar 2021 setzt das Ebenrain-Zentrum für Landwirtschaft, Natur und Ernährung (Ebenrain) das Pilotprojekt «Klimaschutz durch Humusaufbau», in Zusammenarbeit mit dem Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) in Frick sowie der Basellandschaftlichen Kantonalbank (BLKB) um. Gemeinsam verfolgen die Partner zwei grosse Ziele:
- Landwirtschaftliche Böden durch Humusaufbau anpassungsfähiger für Trockenheit und so widerstandsfähiger gegen Klimaextreme zu machen.
- CO2 aus der Atmosphäre in landwirtschaftlichen Böden zu speichern.
Das Projekt mit einer Laufzeit von sechs Jahren wird durch den Ebenrain koordiniert und durch das FiBL wissenschaftlich begleitet. In der ersten Projekthälfte 2021 bis 2024 haben sich 55 Landwirtschaftsbetriebe in den beiden Kantonen Basel-Landschaft und Basel-Stadt mit einer Gesamtfläche von 1’100 Hektar, bestehend aus Ackerflächen und Spezialkulturen, beteiligt. Die Massnahmen zum Humusaufbau sind individuell an die Betriebskonzepte der teilnehmenden Betriebe angepasst und werden vom Ebenrain und FiBL bei der Entwicklung und Umsetzung fachlich beraten. Eine Begleitgruppe, bestehend aus Vertretern des Bauernverbands beider Basel (BVBB), Landwirten sowie Fachleuten vom Ebenrain, hat das Projekt mitentwickelt und begleiten es.
Die BLKB bietet den Projektbetrieben die Möglichkeit, ihre Leistungen für obige Zielsetzung über ein regionales Klimaschutzprojekt zu unterstützen. Das Ziel der BLKB ist, jährlich mind. 1'000 Tonnen CO2 pro Jahr in den Baselbieter Landwirtschaftsböden zu speichern und so einen Beitrag zum regionalen Klimaschutz zu leisten.
Kernelemente des Projektes sind:
- Zwei betriebsspezifische Beratungen während der Projektlaufzeit
- Analytische Messungen des organischen Kohlenstoffs im 1., 3. und 6. Jahr, um daraus den Humusgehalt bzw. die CO2-Sequestrierung zu berechnen
- Eine wirkungsorientierte Entschädigung des Humusgehaltes
Zwischenergebnisse 2021-2024
Nach drei Projektjahren kann ein erfreuliches Zwischenfazit gezogen werden: Die Bodenanalysen, die auf der Messung des organischen Kohlenstoffs basieren, zeigen im Evaluationsjahr 2024, dass die teilnehmenden Betriebe auf allen Projektparzellen im Durchschnitt das Fünffache des ursprünglich gesetzten Ziels von 1 Tonne CO2 pro Hektare und Jahr erreicht haben. Die BLKB hat den Landwirtinnen und Landwirte die wirkungsorientierten Beiträge für die erste Projekthälfte ausbezahlt.
Die Gründe für die hohen durchschnittlichen Zunahmen lassen sich derzeit noch nicht abschliessend beurteilen. Am Ende der geplanten Projektdauer im Jahr 2027 wird das FiBL die von den Landwirtinnen und Landwirten umgesetzten Massnahmen in Zusammenhang mit den erzielten Ergebnissen auswerten.
Über den Zwischenstand des Projekts hat die BLKB einen Blog-Beitrag "CO2 im Boden statt in der Luft: Zwischenbilanz" mit Interviews mit zwei beteiligten Landwirten veröffentlicht.

Humusaufbauende Massnahmen
Im Projekt werden verschiedene bewährte Massnahmen zum Humusaufbau umgesetzt. Jeder Betrieb hat eine individuelle und auf seinen Betrieb abgestimmte Humusaufbaustrategie. Abhängig von der Betriebsstruktur und den vorhandenen Möglichkeiten werden unterschiedliche Massnahmen, in Art und Anzahl, eingesetzt. Beispiele aus dem Projekt sind:
- Gründüngungen
- Untersaaten in z.B. Getreide, Mais, Raps, Sonnenblumen
- Reduzierte Bodenbearbeitungen
- Mistkompostierung / Feldrandkompostierungen
- Einarbeiten von Ernteresten
- Biologische und mechanische Tiefenlockerungen
- Kalkung für Krümelbildung (Ton-Humus-Komplexe) und Bodenstabilität
- Weitere Ansätze wie Effektive Mikroorganismen, Komposttee, Fermente
Gründüngung
Bodenprofil während Beratung
Aggregate im HumusPräzise Probeentnahme
Das Projekt basiert auf einer wirkungsorientierten Beitragszahlung. Im Gegensatz zu anderen Projekten werden die Beiträge nicht für Massnahmen, sondern für die tatsächlich erzielte Leistung im Boden, ausbezahlt. Die über 700 Parzellen werden per GPS angesteuert, was eine präzise Probeentnahme ermöglicht. Auf jeder Parzelle wird nach einem Rastermodell verteilt auf 0 bis 20 cm insgesamt 25-mal eingestochen. Die analytische Bestimmung der Corg-Konzentration erfolgt mittels Elementaranalyse (Verbrennung bei 900°C) in einem Labor.
Zweite Projekthälfte bis 2027
Mit 47 Betrieben und 970 Hektaren Flächen sind wir in die zweite Projektphase gestartet. Es wurden mit allen beteiligten Landwirtinnen und Landwirte Evaluationsgespräche geführt und eine Zweitberatung durchgeführt. Ziel dabei war Veränderungen im Boden festzustellen und für die zweite Phase wiederum betriebsangepasste, humusaufbauende Massnahmen festzulegen.
Weiterbildung und Anlässe

Für das Jahr 2026 sind Veranstaltungen zum Thema geplant, die für die Projektbeteiligten sowie für weitere interessierte Landwirtinnen und Landwirte offenstehen.
Flurgänge und Weiterbildungen, 2026
Flyer "Flurbegehung: Humusaufbau in der Praxis" vom 25. März 2026 im Röschenz
Weitere Kursangebote zur Empfehlung
Bodenpraktiker/in (FIBL, ab März 2025)
Lehrgang Professionelles Kompostieren (März 2025) (Kompost Forum Schweiz, März 2025)
Regenerativer Ackerbau, Gemüsebau, Obstbau (Regenerativ.ch, ab Januar 2025)
Webinar-Reihen zu Agroforst (FIBL)
Dokumente
- Erhebungsblatt zur agronomischen Bodenbeurteilung von Bodenprofil oder Spatenprobe
- Erläuterungen für Formular agronomische Bodenansprache
- Kurzanleitung zur Entnahme von Boden und Blattproben sowie zur Erstellung eines Bodenprofils
- Kompostierung am Feldrand - Eine Anleitung für Landwirtinnen und Landwirte
- Produkteblatt 2024 - Einsaat-Mischungen zur Verbesserung der biologischen und physikalischen Bodeneigenschaften der Baumstreifen in Obstanlagen und in Reben-Junganlagen
Medienberichte
- Artikel "Klimaschutzprojekt erfolgreich - vorläufig", Volksstimme, 30. Januar 2026
- Blog-Beitrag "CO2 im Boden statt in der Luft: Zwischenbilanz", BLKB Webseite, 1. Dezember 2025
- Bericht «Klima», Akzent Magazin für Kultur und Gesellschaft, 3. Juli 2022
- Artikel «Wir dürfen keine wertvolle Zeit verlieren«, Badische Bauernzeitung, 11. Dezember 2021
- Artikel "Mit Humus gegen den Klimawandel", Volksstimme, 27. November 2020
- Artikel "Wenn die Bank in Humus anlegt", WOZ, 18. Juni 2020
- Artikel "Bank will 'Klimasünden reinwaschen'", Bauernzeitung, 7. Februar 2020
- Artikel "Böden stärken und das Klima schützen", Volksstimme, 6. Februar 2020
- Artikel "Mehr Humus gegen Klimawandel", bz, 5. Februar 2020
Kontaktpersonen
Priscilla Hirsbrunner, Projektleiterin
