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Aktuelles aus dem Kursgarten

Hier finden Sie Neuigkeiten und Tipps aus dem Kursgarten.
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Gärtli am Ebenrain

Das Gärtli am Ebenrain ist offen für Kinder und ihre Begleitpersonen, für kleine und grosse Pflanzenfans, Naturforschende und Kompostmäuse: Es lädt ein zum Anpacken, Entdecken, Ausprobieren und Dräckeln.
Das Gärtli - ein Projekt von Bioterra in Kooperation mit dem Ebenrain - befindet sich im Kursgarten Ebenrain, direkt neben dem Pavillon. Beim Projekt "Gartenkind" kann jedes Kind zur Gärtnerin oder zum Gärtner werden. Eine eigens dafür zur Verfügung gestellte Fläche lädt zum Pflanzen, Säen, Jäten und Ernten ein.
Daten Gartennachmittage
Jeweils am Samstag von 14.00 bis 17.00 Uhr. Ein gemeinsames kleines z’Vieri gibt es jeweils um 15.30 Uhr
25.04.26 Wir säen, setzen und stecken im Beet und im Topf. Zum Zvieri gibt es frische Bärlauchbutter.
30.05.26 Tomaten, Bohnen und Kürbis werden heute gepflanzt. Hast du schon einmal Brennnesseln gegessen?
Zum Zvieri gibt es Brennnesselchips.
20.06.26 Wir feiern, malen und basteln zu Mitsommer. Ausserdem pflegen und jäten wir natürlich auch unseren Garten.
29.08.26 Die Tomaten sind reif und können geerntet werden. Zum Zvieri geniessen wir Butterbrot mit
selbstgemachtem Kräutersalz.
19.09.26 Wir ernten Gemüse und Blumensamen. Aus den Samen basteln wir Samenkugeln, die du nachhause nehmen darfst.
17.10.26 Zum Erntedankfest sind nochmal alle herzlich eingeladen, zum Ernten und den Garten geniessen.
Wichtig: Das "Gärtnere" und die Anlässe sind kostenlost und finden bei jeder Witterung statt. Anmelden können Sie sich hier: https://www.bioterra.ch/angebote-engagement/gartenkind/thementage
Die Kinder bleiben in der Obhut der Begleitpersonen. Das Gärtli-Team ist vor Ort und sorgt für ein interessantes Gartenerlebnis.
Unordnung hilft Insekten beim Auszug

Es riecht nach Frühling! Die Tage werden länger, langsam kehrt das Licht zurück, die Vögel singen und die Hummeln summen.
Es ist die Zeit der Frühblüher. Im Garten begrüssen uns Schneeglöckchen und Winterlinge – sie gehören zu den allerersten Frühlingsboten. Über die Wiese tanzen elfengleich die Krokusse und am Heckenrand sind mit etwas Glück ein paar Leberblümchen zu entdecken. Letztere breiten sich nur langsam aus, da ihre Samen, wie die der Schneeglöckchen, des Lerchensporns und anderer Frühblüher, von Ameisen verteilt werden. Die Samen haben ein fetthaltiges, schmackhaftes Anhängsel, welches für die Ameisen unwiderstehlich ist. Diese tragen das sogenannte Elaiosom mitsamt dem Samen in ihren Bau, verspeisen dort das delikate Anhängsel und bugsieren dann den Samen, an dem sie nicht interessiert sind, wieder aus dem Nest und verbreiten ihn so.
An trockenen Tagen können wir jetzt erste Gartenarbeiten durchführen. Aber noch nicht im Beet, dafür ist der Boden viel zu nass. Solange die Erde am Werkzeug kleben bleibt, sollte der Boden nicht bearbeitet werden. Sonst leidet die Bodenstruktur, und das wertvolle Bodenleben wird zerstört. Wir können aber mit dem Rückschnitt der Stauden anfangen. Diese haben dem Garten im Winter Struktur gegeben und verschiedenen Insekten Unterschlupf gewährt. Genau diese Insekten schlafen aber noch, weshalb wir die Gräser und Stauden, die wir jetzt schneiden, nicht einfach kompostieren oder häckseln. Wir legen das Schnittgut vorerst im Garten auf Haufen, bis die Temperaturen milder werden und die Insekten Zeit hatten, auszuziehen. Gehen Sie die Aufräumarbeiten im Garten gemütlich an – der Vorfrühling darf gerne noch ein bisschen unordentlich sein.
Eine der ersten, die durch den Garten fliegt, ist die Hummel. Arbeiterhummeln und männliche Drohnen sterben im Herbst, aber die junge Königin ist direkt nach der Paarung im Hochsommer in die Winterruhe gegangen und hat die Zeit an gut geschützter Stelle im Boden verbracht.
Ab Februar, wenn das Thermometer über den Gefrierpunkt klettert, fliegt sie aus und sucht sich einen geeigneten Platz für ein neues Nest. Das kann in einem Mausloch, einer Totholzhecke, einem hohlen Baum oder einem ruhigen Komposthaufen sein. Je vielfältiger und natürlicher der Garten gestaltet ist, desto leichter findet die Hummel ein Wohnquartier und Baumaterial für den Nestbau. Ein vielfältiges Angebot an Frühblühern stellt sicher, dass die Hummel genug Nahrung findet.
In der Schweiz leben rund 40 verschiedene Hummelarten. Zusammen mit ihren Verwandten, den Wildbienen und den Honigbienen, sind sie unverzichtbar für die Bestäubung unserer Wild- und Kulturpflanzen.
Und wenn die Hummeln summen, ist der Frühling wirklich nicht mehr weit.
Der Garten schläft, das Leben wächst weiter

Haben Sie sich auch schon gefragt, warum wir uns in der Weihnachtszeit so viel Grünzeug ins Haus holen? Wir binden Adventskränze aus grünen Ästen, stellen Sträusse aus Stechpalmen und Tannenzweigen in die Vasen, hängen Mistelzweige auf und verschenken Weihnachtssterne, Christrosen und Amaryllis. Und als Höhepunkt stellen wir uns an Weihnachten eine ausgewachsene Tanne ins Wohnzimmer. Der Grund dafür sind die Hoffnung und die Zuversicht, die diese Pflanzen verbreiten; das Versprechen, dass nach dem kalten, kargen Winter irgendwo der grüne Frühling wartet und die hellen Tage zurückkommen werden.
Schon die Germanen und Kelten schmückten ihre Häuser mit grünen Zweigen. Sie waren überzeugt, dass in den immergrünen Pflanzen ganz besondere Kräfte stecken, weil diese dem Winter trotzen. Und tatsächlich, das Geheimnis liegt an den sehr robusten, ledrigen Blättern und Nadeln, die mit einer Wachsschicht überzogen sind, die diese vor dem Austrocknen schützen. Andere Pflanzen setzen sich mit einer dicken Rinde, mit wolligen Haaren oder einem dichten Wuchs gegen die klirrende Kälte zur Wehr.
Diese Strategien haben aber nur winterharte Pflanzen. Wenn oberirdisch alles kalt und starr ist, zieht sich das meiste Leben in den Boden zurück. Die einjährigen Pflanzen haben sich schon mit dem ersten Frost verabschiedet. Ihre Samen sind jedoch richtige Überlebenskünstler. Sie überwintern unter der Erde, keimen im Frühling und bringen neues Leben hervor, sobald es wieder wärmer wird. Manche Samen können im Boden sogar viele Jahre überdauern.
Die Stängel, Blütenstände, Ähren und Samenkapseln, die zwar dürr und leblos sind, dürfen im Garten bis im Frühling stehenbleiben. Sie bieten den Tieren Unterschlupf und Nahrung, wenn die Natur sonst nicht mehr viel zu bieten hat. Nur hie und da leuchten uns im Winter rote und blaue Beeren aus der Wildhecke entgegen, von Hagenbutten, Pfaffenhütchen oder Schlehen, die die Vögel nähren in der dunklen Jahreszeit.
Mehrjährige Stauden überleben den Winter unter der Erde, wo sie in ihren Wurzeln, Knollen und Rhizomen geduldig auf den Frühling warten. Auch die Zwiebelpflanzen sind gut geschützt im Boden. Wie die Wurzelkinder im Bilderbuchklassiker von Sibylle von Olfers «schlafen» sie behütet von Mutter Erde, bis sie im Frühling wieder austreiben: «Und als der Frühling kommt ins Land, da ziehn gleich einem bunten Band, die Käfer, Blumen, Gräser klein, frohlockend in die Welt hinein.»
Erfreuen Sie sich am ruhigen Wintergarten und der schlafenden Natur, im Wissen darum, dass der Frühling mit Sicherheit zurückkommt und die Tage schon bald wieder länger werden.
Zucchettischwemme und Radieschenregen

Es ist August und die Salate schiessen in die Höhe, die Tomatenstauden brechen unter der Last der Früchte fast zusammen und die Zucchetti wachsen täglich mehrere Zentimeter in die Länge – wehe dem, der sie nicht früh genug entdeckt! Hinter jedem Gartenhag springen die Gärtnerinnen und Gärtner hervor und decken uns mit selbst gezogenen Gurken und Radiesli ein, wo wir doch selber kaum wissen, wohin damit. Wir stecken mitten in der Haupterntezeit. Dafür haben wir im Frühling den ganzen Aufwand mit Gartenplanung, Beetvorbereitung und Setzlingsanzucht betrieben und uns über Schnecken geärgert, über das Wetter gewettert und Unkraut gejätet. Jetzt gilt es, das schöne Gemüse auch zu ernten.
Das wichtigste beim Ernten ist der richtige Zeitpunkt. Die meisten Gemüse schmecken jung am besten. So zum Beispiel Zucchetti, Gurken und Radiesli, die mit dem Alter holzig, zäh und ungeniessbar werden. Salat wird mit der Zeit bitter und wenn der richtige Erntemoment verpasst ist, «schiesst» er: er wächst in die Höhe und beginnt zu blühen.
Von Broccoli und Blumenkohl wollen wir die Knospen essen bevor sie aufblühen. Es braucht ein gutes Gespür für den richtigen Zeitpunkt und wir kontrollieren die Pflanzen am besten täglich. Wenn wir die Broccolipflanze stehen lassen, wachsen allenfalls wieder kleine Blüten nach. Auch vom Lauch lassen wir fünf Zentimeter stehen und ernten ein Zweites Mal, wenn er wieder nachgewachsen ist. Krautstiel kann immer wieder geerntet werden, wenn wir jeweils nur die äussersten Blätter pflücken. Im nächsten Frühling beginnt aber auch er zu blühen, dann ist es mit der Ernte vorbei. Bei Zwiebeln erkennen Sie den richtigen Erntezeitpunkt daran, dass das Laub umknickt. Bei Kürbis zeigt ein verholzter, brauner Stiel die Erntereife an. Trockenbohnen wie Borlotti oder Feuerbohnen müssen an der Staude ganz ausreifen. Erst wenn die Schoten braun und trocken sind, können sie gepflückt und ausgekernt werden. Die Kerne werden gut getrocknet und kommen dann für ein paar Tage in den Tiefkühler, um Larven und Eier der Bohnenkäfer zu vernichten, die sonst die ganze Ernte zunichtemachen können. Weil wir die ganze Fülle, die uns der Garten jetzt schenkt, nicht auf einmal essen können, machen wir einen Teil der Ernte haltbar für den Winter. Gemüse lassen sich gefrieren, trocknen, heiss einfüllen, sterilisieren und fermentieren. Gerade die (zu) vielen Zucchetti lassen sich wunderbar mit einer Mischung aus exotischen Gewürzen wie Curry, Kardamom, Paprika und Kreuzkümmel einmachen und im Winter zum Raclette geniessen. Bohnen können wir trocknen und als «dürri Bohne» in ein ganz neues Gericht verwandeln. Obst und Beeren kochen wir ein zu Brotaufstrich und aus den Tomaten zaubern wir Sugo. So macht das Gemüse gleich doppelt Freude.
Damit wir auch im Winter etwas zu ernten haben, pflanzen wir jetzt noch Wintergemüse wie Palmkohl, Winterlauch und Rosenkohl. Auch Spinat und Nüsslisalat kann jetzt wieder ausgesät werden – auf dass die Ernte niemals enden wird.
Endlich wieder Erde unter den Fingernägeln

Im April klebt die Erde nicht mehr am Werkzeug, wenn im Garten gewühlt wird. Höchste Zeit, den Garten für die anstehende Saison vorzubereiten. Die Beete werden vom letzten Wintergemüse und vom Unkraut befreit und mit der Grabgabel gelockert. Sie werden feststellen, dass die Erde dort, wo sie während den kalten Monaten begrünt oder bedeckt war, schon ganz locker und krümelig ist. Würmer, Asseln, Springschwänze und viele weitere Bodenlebewesen haben da gut geschützt vor Wind und Wetter ganze Arbeit geleistet.
Ausgelaugte oder humusarme Beete freuen sich über eine Gabe Kompost. Er lockert schwere Böden auf, speichert Feuchtigkeit und versorgt die Pflanzen mit einer ausgewogenen Mischung an Nährstoffen. Kompost kann entweder oberflächlich eingearbeitet oder als Mulchschicht ausgebracht werden. Auch hier helfen die Bodenlebewesen kräftig mit, indem sie ihn nach und nach in den Boden «einarbeiten».
Direkt ins fertige Beet können jetzt Radieschen, Spinat, Rüebli, Randen und Pflücksalat gesät werden. Auch Erbsen werden jetzt im Abstand von 3 Zentimetern gesteckt und gut angegossen. Da Erbsen gerne ranken, freuen sie sich über ein Gitter, Rankstäbe oder Äste, an denen sie sich festhalten können. Diese steckt man am besten gleich mit ins Beet. Je nach Sorte dauert es nur rund vierzehn Wochen bis zur Ernte.
Über eine extra Portion Dünger, zum Beispiel in Form von Schafwolle, freuen sich die Kartoffeln. Sie werden in Wolle gebettet in die lockere Erde gelegt und mit Erde und Mulch bedeckt. Mulchen – das Abdecken des Bodens mit organischem Material, ist sowieso eine tolle Methode, die das Unkraut zurückhält, verhindert, dass der Boden austrocknet und die Bodenlebewesen unterstützt.
In Schalen und Töpfen kann jetzt alles gesät werden, was das Herz begehrt. Die Anzucht auf der Fensterbank braucht ein bisschen Übung. Aber dann ist es das pure Glück, wenn man beobachten kann, wie die Samen keimen und daraus kräftige Pflanzen werden. Wichtig ist, dass die Pflänzchen viel Licht haben, aber nicht zuviel Wärme, sonst wachsen sie zu schnell. Besonders gut gelingen Kürbis, Gurken, Zucchetti, verschiedene Kohlsorten, Kräuter und Blumen.
Aufgepasst, bis Mitte Mai kann es nachts noch frostig werden! Wärmeliebende Pflanzen bleiben darum noch auf der Fensterbank, im Frühbeet oder im Gewächshaus.
Probieren Sie es aus und starten Sie in die Saison – mit Erde unter den Fingernägeln und einem Lächeln im Gesicht.
Der Stukturengarten nimmt Formen an

Die Strukturen bieten Lebensräume für einheimische Vögel, Kleinsäugetiere und Insekten, die den Garten beleben und die Natur im Gleichgewicht halten. So geht Biodiversität im Siedlungsraum!
Wildobst - altes Wissen, neu entdeckt

Im Ebenrain Kursgarten wächst neu eine Wildobstsammlung heran.
Mispeln zum Beispiel sind heute nur noch selten in den Gärten anzutreffen. Dabei ist der kleine Baum eine äusserst attraktive Einzelpflanze mit einem aussergewöhnlichen Wuchs. Im Sommer hat er kräftig grüne Blätter und eine schöne Färbung im Herbst. Die bronzefarbenen Früchte, die bis im Winter hängen bleiben, sind ein Blickfang. Die Früchte können nach dem ersten Frost geerntet und zu einer schmackhaften Konfi verarbeitet werden. Wegen der Gerbstoffe waren die Früchte schon im Mittelalter ein bewährtes Hausmittel bei Verdauungsstörungen und wegen ihrer entzündungshemmenden Wirkung zur Linderung von Nieren- und Harnwegsentzündungen. Aufgrund ihrer Heilkraft stand die Mispel in jedem Klostergarten.
Zusammen mit anderem Wildobst kann die Mispel auch in eine Hecke gepflanzt werden. Als Nachbarn eignen sich etwa Holunder, Hasel oder Tierlibaum. Der Tierlibaum, auch bekannt als Kornelkirsche, galt schon im Mittelalter als wichtiges Obstgehölz. Seine gelben Blüten erscheinen schon früh im Frühling, noch vor dem Blattaustrieb. Für Insekten ist das ein willkommenes Fressen, wenn das übrige Blütenangebot noch rar ist. Im Spätsommer trägt der Tierlibaum schliesslich leuchtend rote Früchte, die weitere «Tierli» anlocken. Auch für uns sind die vitaminreichen Beeren eine Delikatesse. Die Wildform schmeckt vom Baum zwar sehr herb und sauer, ergibt aber guten Gelée oder Sirup. In Österreich wird aus den «Dirndl» Likör gemacht. Wer es pikant mag, kann die Früchte als falsche Oliven in Essig einlegen. In Osteuropa sind viele Sorten bekannt, die grössere Früchte tragen und die sogar frisch vom Baum ausgezeichnet schmecken.
In jede Wildhecke gehört auch eine Wildrose. Ihre Dornen schützt Vögel, die in der Hecke brüten, erfolgreich vor Katzen. In der Schweiz gibt es rund 30 verschiedene Wildrosenarten. Im Sommer verströmen die Blüten ihren betörenden Duft und bieten Nektar für viele Wildbienen und andere Insekten, im Herbst leuchten dann ihre Früchte, die Hagenbutten orange, rot oder sogar schwarz. Übrigens: alle Hagenbutten sind essbar und dienen vielen Säugetieren und noch mehr Vögeln als Nahrung. Die Verarbeitung der Hagenbutten ist aufwändig, weil die feinen Härchen, die die Samen umgeben, entfernt werden müssen. Sie lösen sonst einen Juckreiz aus. Ist das aber erst einmal geschafft, haben die Hagenbutten nebst einem fruchtigen Geschmack viele Vitamine, Mineralien und Antioxidantien zu bieten, die unser Immunsystem stärken.
Das sind nur drei Beispiele von Wildobstsorten, die Ihren Garten bereichern, einen Beitrag für die Natur leisten und für kulinarische Abwechslung sorgen. Es wäre doch schade, wenn die wertvollen Pflanzen in Vergessenheit geraten würden.
Gemüse für immer

Jetzt geht es wieder los mit Säen und Pflanzen, Beete vorbereiten und Setzlinge anziehen. Mir gefallen diese Arbeiten: Sie machen mich zufrieden und froh und wecken die Vorfreude auf den bunten Sommergarten und das reife Gemüse. Aber nicht alle haben Zeit und Lust, jedes Jahr bei null anzufangen. Für jene ist ein «Dauernutzgarten» mit mehrjährigem Gemüse eine Alternative zum herkömmlichen Gemüsegarten.
Mehrjährige Gemüse überwintern und treiben jedes Jahr aufs Neue aus. Sind sie erst einmal angewachsen, brauchen sie nicht mehr viel Pflege. Dank des tiefen Wurzelwerks überstehen sie trockene Zeiten und müssen auch nicht übermässig gedüngt werden. Ein wenig Kompost im Frühjahr reicht. Der Boden muss – im Gegensatz zum herkömmlichen Garten – nicht ständig bearbeitet werden. Ideal ist eine Mulchdecke, welche die freien Stellen bedeckt. Dadurch haben die Bodenlebewesen Schutz und Nahrung und machen für uns die Hauptarbeit, indem sie den Boden lockern, belüften und Pflanzenreste in wertvollen Humus umwandeln.
Die Erntezeit dauert bei mehrjährigem Gemüse viel länger. Selbst wenn eine Ernte verpasst wird, können die Pflanzen weiterwachsen – im Gegensatz zu einjährigen Gemüsesorten wie Salat oder Gurken, die nach der Ernte absterben. Einige mehrjährige Gemüsesorten können selbst im Winter geerntet werden oder beginnen früher im Jahr zu wachsen als ihre einjährigen Pendants, was die Gemüsesaison um einige Wochen verlängert. Den Insekten bietet das Dauergemüse eine Vielfalt an Blüten, die Pollen und Nektar liefern und sie finden mehr Versteck- und Nistmöglichkeiten.
Bestimmt haben Sie bereits mehrjährige Gemüse in Ihrem Garten, zum Beispiel Rhabarber und Kräuter wie Bärlauch oder Schnittlauch. Bei uns wachsen ausserdem Ewiger Kohl, Baumspinat und Gemüse-Ampfer oder Wurzelgemüse wie Meerrettich, Knollenziest und Topinambur, deren Knollen uns im Winter mit wertvollen Vitaminen versorgen.
Am liebsten mag ich die mehrjährigen Zwiebeln: die Winterheckenzwiebel und die Etagenzwiebel. Letztere macht keine Blüten, sondern Brutzwiebeln, die in Büscheln am Ende langer Stängel sitzen. Die Brutzwiebeln kann man einlegen, braten und kochen wie Schalotten – oder wieder einpflanzen.
Weidenpavillon

Während der Blockwoche «Haus, Hof und Garten» haben die Jugendlichen der Brücke Ebenrain gemeinsam mit dem Gartenteam im Kursgarten einen riesigen Weidenpavillon gepflanzt. Die Weiden werden Wurzeln schlagen und im Sommer wertvollen Schatten spenden.
