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Russrindenkrankheit am Ahorn

Die Russrindenkrankheit gilt als typisches Beispiel einer «Pilz-Baumkrankheit», die von hoher Sommertemperatur und -trockenheit profitiert. Nach extrem trockenen und heissen Jahren kann es zu Ausbrüchen der Krankheit an den Bäumen kommen, während sie in Jahren mit durchschnittlicher Niederschlagshäufigkeit und Temperatur in den Sommermonaten oft ohne äusserlich sichtbare Symptome für den Baum verläuft.

Die Pilzart Cryptostroma corticale (ursprünglich beschrieben als Coniosporium corticale) ist in Nordamerika schon seit Ende des 19. Jahrhunderts bekannt. Wirtspflanzen sind in erster Linie verschiedene Ahornarten, Berichten zufolge aber auch Linden und Birken. In Europa wurde der Pilz zuerst in England und Frankreich während der 1940er und 1950er Jahre nachgewiesen. Betroffen waren vorwiegend Bergahorn- Bäume im urbanen Bereich.

Ahorn-Arten, speziell der Bergahorn, gelten allgemein als Hoffnungsträger für den Ersatz von Baumarten, die durch Klimaänderungen gefährdet sind. Doch auch dieser Gattung scheinen Grenzen der Anpassungsfähigkeit gesetzt zu sein, wie das akute vermehrte Auftreten der Russrindenkrankheit, vor allem in Deutschland, zeigt.

Cryptostroma corticale ernährt sich von Totholz bzw. kann in durch Trockenstress geschädigten Ahorn-Arten parasitisch auftreten. Ahorn-Arten, insbesondere Berg-Ahorn und Spitz-Ahorn, haben als Edel-Laubhölzer eine forstliche Bedeutung und gehören im urbanen Grün zu den häufig angepflanzten Baumarten (z. B. als Alleebaum oder in Parks).

Auswirkungen auf den Menschen

Bei Trockenheit kommen die Pilzsporen in die Luft und werden von Menschen, insbesondere Waldarbeitern und Spaziergängern, eingeatmet. Durch die Pilzsporen kann eine so genannte exogen allergische Alveolitis entstehen (Entzündung der Lungenbläschen, Farmerlunge). Bei intensivem Aufenthalt in der Nähe stark betroffener Bäume besteht zudem die Gefahr einer Beeinträchtigung der Atemwege; vor allem für Menschen mit einer vorbelasteten Lunge oder einer allergischen Grunderkrankung. Die Symptome (Reizhusten, Fieber, Atemnot bzw. Schüttelfrost) treten charakteristischerweise sechs bis acht Stunden nach Kontakt auf und halten mehrere Stunden, selten über Tage oder Wochen, an. Normalerweise gehen nach 12 – 24 Stunden die Symptome wieder zurück, auch ohne dass eine Behandlung nötig geworden ist. Gefährdet an einer Lungenkrankheit schwer zu erkranken sind mehrheitlich Menschen, die durch ihren Beruf diesen Sporen ständig intensiv ausgesetzt sind (Arbeiter in Sägewerken, Förster, Waldarbeiter). Hier sind entsprechende Schutzmassnahmen unbedingt erforderlich.

Wie kann man sich schützen?

  • Befallene Bäume der zuständigen Stadtverwaltung bzw. dem Eigentümer melden.
  • Abgestorbene Bäume sollten aus Gründen der Verkehrssicherheit von Spezialisten (z. B. Feuerwehr, Baumpfleger) gefällt werden.
  • Bei Fällung erkrankter Bäume in öffentlichen Anlagen ist weiträumig abzusperren, durch Sicherheitsposten auf die Arbeiten aufmerksam zu machen und den Durchgang zu untersagen.
  • Maschinelle Verfahren und feuchte Witterung sind bei Entsorgungsarbeiten zu bevorzugen.
  • Abgestorbene Bäume nicht als Brennholz verwenden, da das Zerkleinern zahlreiche Sporenfreisetzt; Holz abgedeckt abtransportieren und einer Verbrennung zuführen.

Mögliche Schutzempfehlungen für exponierte Berufsgruppen

  • Tragen einer Korbbrille
  • Aufsetzen eines partikelfiltrierenden Atemschutzes (im Handel erhältlich als Feinstaubmaske) FFP2/FFP3 mit Ausatemventil
  • Tragen körperbedeckender Arbeitskleidung mit Kopfbedeckung oder Chemikalienschutzanzug, z. B. Einweg-Overall Chemikalienschutz Typ 4B
  • Anziehen von Schutzhandschuhen mit ausreichender mechanischer Belastbarkeit
  • Tragen von geschlossenen, leicht zu reinigenden desinfizierbaren Schuhen oder Stiefel

Weitere Informationen.

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