Riesen-Bärenklau

Ein verhängnisvolles Geschenk

Der Riesen-Bärenklau stammt aus dem Kaukasus. Der Legende nach soll nach dem Wienerkongress im Jahr 1815 Zar Alexander I dem Fürst Clemens von Metternich eine Schale mit Samen vom Riesen-Bärenklau überreicht haben. Die genauen Beweggründe für dieses Geschenk sind nicht bekannt. Daraufhin soll Fürst Metternich die Samen in seiner Heimat Böhmen angepflanzt haben.

Ob man der Legende glaubt oder nicht: Tatsache ist, dass sich der Riesenbärenklau seit Ende des 19. Jahrhunderts rasant in ganz Europa ausgebreitet hat. Der Riesen-Bärenklau kann sich an viele unterschiedliche Lebensräume anpassen. So ist er vom Tiefland bis in Bergtäler, an Waldrändern, auf Wiesen und im Uferbereich von Gewässern anzutreffen. Eine Pflanze bildet jährlich über 10‘000 Samen, die durch den Wind einige Meter weitergetragen werden. Samen des Riesen-Bärenklaus können aber auch schwimmen. Selbst nach vier Tagen im Wasser sind die Samen noch keimfähig. Gerade in Ufergebieten kann sich der Riesen-Bärenklau dadurch über hunderte Meter bis Kilometer ausbreiten. Ausserdem sind die Samen nach bis zu sieben Jahren im Boden noch keimfähig. 

Die Gefahren für die Natur

Der Riesen-Bärenklau kann bis zu drei Meter in die Höhe schiessen und durch seine dichte Besiedlung einheimische Pflanzen verdrängen. So wurde im Jahr 2008 mit der Freisetzungsverordnung in der Schweiz jeglicher Umgang mit dieser Pflanze verboten, mit Ausnahme von Bekämpfungsmassnahmen.

Die Bekämpfung kann durch mechanische oder chemische Mittel geschehen. Bei der mechanischen Bekämpfung muss der Pflanzenstil ca. 20 cm ausgegraben werden und dort durchtrennt werden. Wichtig ist, dass man dabei ausreichende Schutzkleidung inklusive Handschuhe trägt. Der Riesen-Bärenklau hat ein sehr hohes Regenerationspotential. Würde man ihn nur über der Erdoberfläche durchtrennen, könnte er trotzdem wieder aussprossen. Die chemische Bekämpfung mittels Herbiziden ist ebenfalls möglich, muss aber mit der kantonalen Pflanzenschutzstelle abgesprochen werden.

Das Antibiotikum der Pflanzen

Der Riesen-Bärenklau enthält sogenannte Furancumarine. Das sind Stoffe, die in der Pflanze eine antimikrobielle Wirkung haben. Die Pflanze schützt sich damit vor der Ausbreitung, dem Wachstum und der Vermehrung von Bakterien und Pilzen.

Kommt ein Mensch mit Furancumarinen in Kontakt, wird an den betroffenen Hautstellen der natürliche UV-Schutz ausser Kraft gesetzt. Folgt auf den Kontakt mit Riesen-Bärenklau eine Sonnenexposition (UV-Strahlen), kann dies heftige Verbrennungen mit Blasenbildung nach sich ziehen. Die Verbrennungen heilen nur langsam wieder ab und gehen meist mit bleibender Narbenbildung einher. Je nach Verbrennungsgrad und anderen Begleiterscheinungen (Fieber, Schweissausbrüche, Kreislaufstörungen), ist eine ärztliche Behandlung angeraten. Ausserdem können Hautpigmentierungsstörungen hervorgerufen werden, welche sich in für Monate bestehenden braunen Stellen äussern.

Wichtige Vorsichtsmassnahmen

  • Lassen Sie nie Kinder in der Nähe von Riesen-Bärenklau spielen
  • Falls Sie Riesen-Bärenklau in Ihrem Garten entdeckt haben, tragen Sie beim Entfernen der Pflanze eine ausreichende Schutzausrüstung: lange Ärmel, lange Hosen, geschlossene Schuhe, Handschuhe, Kopfbedeckung und Schutzbrille

Richtiges Verhalten nach Kontakt mit Riesen-Bärenklau

  • Waschen Sie die betroffenen Hautstellen mit Wasser und Seife
  • Tragen Sie eine Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor (50+) auf und meiden Sie die Sonne für mindestens zwei Tage
  • Suchen Sie bei Anzeichen von Verbrennungen einen Arzt auf
  • Unter www.toxinfo.ch finden Sie weitere Informationen zum Riesen-Bärenklau. Im Zweifel können Sie auch die 145 wählen, wo Sie direkt mit der toxikologischen Notfallzentrale verbunden werden