Sonne

Der gesundheitliche Einfluss der Sonne wird seit Jahren kontrovers diskutiert. Besonders nach langen, verregneten Tagen sehnen sich viele von uns nach wärmenden, wohltuenden Sonnenstrahlen auf der Haut. Die Sonne soll unser Gemüt positiv beeinflussen, die Vitamin-D-Produktion (wichtig für Knochen und Immunsystem) in unserem Körper anregen und den Blutdruck senken. Unbestritten ist jedoch auch die schädigende, hautalternde und krebserregende Wirkung der Sonne.

Es gibt verschiedene Arten der Sonnenstrahlung. Die Hautgesundheit wird am stärksten von Ultraviolettstrahlen (UV-Strahlen) beeinflusst. Sie sind von Auge nicht sichtbar. UV-A-Strahlen dringen tief in die Haut ein. Sie bewirken, dass die Haut ihre Spannkraft verliert und frühzeitig altert. UV-B-Strahlen dringen weniger tief in die Haut ein, bewirken eine längerfristige Bräunung, sind aber auch Verursacher des Sonnenbrands. Die Vitamin-D-Produktion wird ebenfalls durch UV-B-Strahlen angeregt. Sowohl UV-A- als auch UV-B-Strahlen sind krebserregend.

Zu beachten ist, dass UV-Strahlen in Wasser, Schnee und Sand reflektiert werden und so einen stärkeren Effekt auf unsere Haut haben. Als weitere Regel gilt: Je höher über Meer und je näher am Äquator, desto stärker die UV-Strahlung.

Kurzfristige Folgen: Sonnenbrand

Durch übermässige Bestrahlung der Haut mit UV-Strahlen kommt es zum Absterben einiger Hautzellen. Die sterbenden Zellen schütten Botenstoffe aus, die zur Erweiterung kleiner Blutgefässe führen. Durch die vermehrte Durchblutung erscheint die betroffene Hautpartie rot. Das Maximum erreicht die Rötung 12 bis 24 Stunden nach der Sonnenexposition. Zusammen mit der Rötung können Schmerzen, Hitzegefühl und Juckreiz auftreten. In ausgeprägten Fällen können sich auch Brandblasen bilden. Grossflächiger Sonnenbrand kann auch Fieber, Schwäche und Kopfschmerzen auslösen.

Nach drei bis sieben Tagen bilden sich die Symptome wieder zurück. Dies lässt den Sonnenbrand als harmlos erscheinen, jedoch ist er der wichtigste Risikofaktor für den schwarzen Hautkrebs.

Behandeln lässt sich der Sonnenbrand durch kühlende Tücher und feuchtigkeitsspendende Lotionen. Bei starkem Sonnenbrand mit Blasenbildung und Symptomen wie Schwächegefühl, Kopfschmerzen oder Fieber sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Langfristige Folgen: Hautkrebs

Der Hautkrebs gehört zu den häufigsten Krebsarten in der Schweiz. 3,1% der Männer und 2,6% der Frauen entwickeln im Laufe ihres Lebens einen Hautkrebs. Jährlich sterben schweizweit rund 300 Leute an Hautkrebs. Der wichtigste Risikofaktor für Hautkrebs ist die Exposition gegenüber UV-Strahlen: Je mehr UV-Strahlen man in seinem Leben ausgesetzt ist, desto höher ist das Risiko, an Hautkrebs zu erkranken.

Personen, die schon öfters einen Sonnenbrand erlitten haben (vor allem in ihrer Kindheit), sollten ihre Haut regelmässig kontrollieren. Dabei ist auf allgemeine Hautveränderungen zu achten und speziell auf Muttermale, die sich in Form, Farbe oder Grösse verändern. Vergessen Sie nicht, Hals, Nacken, Ohrmuscheln und Kopfhaut zu kontrollieren. Zeigen Sie verdächtige Stellen einem Arzt.

 

Augen

Zu den kurzfristigen Schäden bei zu intensiver UV-Bestrahlung können sich Bindehautentzündungen entwickeln, längerfristig besteht das Risiko einer Linsentrübung (grauer Star, Katarakt).

 

Risikogruppen

Angehörige folgender Gruppen haben ein erhöhtes Risiko, eine durch UV-Strahlen ausgelöste Krankheit zu bekommen:

  • Kinder: Die Haut von Kindern ist noch empfindlicher gegenüber der Sonne, als jene von Erwachsenen.
  • Helle Hauttypen: Je heller die Haut, desto durchlässiger ist sie für UV-Strahlen.
  • Arbeit im Freien: Je mehr Zeit man an der Sonne verbringt, desto höher ist das Risiko, an einer bösartigen Hautkrankheit zu leiden.

Schutz vor UV-Strahlen

  • Sonnenschutzcreme verwenden: Cremen Sie die ungeschützten Hautpartien mit reichlich Sonnencreme (sind den Sonnensprays zu bevorzugen wegen der besseren Flächenabdeckung) mit hohem Lichtschutzfaktor, sowohl gegen UVA und UVB schützend, ein. Durch Baden und Schwitzen wird die Schutzwirkung reduziert. Wählen Sie einen ausreichenden Lichtschutzfaktor für Ihren Hauttyp. Je heller der Hauttyp, desto höher sollte der Lichtschutzfaktor sein. Das Bundesamt für Gesundheit empfiehlt für Kinder einen Lichtschutzfaktor von mind. 30, für Erwachsene mind. 20.
  • Sonnenbrille aufsetzen: Beachten Sie beim Kauf einer Sonnenbrille, dass sie UV-Strahlung blockiert. Solche Brillen sind meist mit dem Aufkleber „UV 400“ gekennzeichnet. Da sich die Pupillen unter der Sonnenbrille weiten, können bei UV-durchlässigen Brillen noch mehr UV-Strahlen ins Auge eindringen und dort Schaden anrichten.
  • Tragen Sie eine Kopfbedeckung.
  • Kleidung bietet Schutz für den ganzen Tag: Es braucht keine spezielle UV-Schutzkleidung, jegliche Textilien schützen vor UV-Strahlen. Dabei gilt: Je dichter das Gewebe und je dunkler die Farbe, desto besser ist der Schutz. Zudem sind trockene und locker getragene Textilien weniger durchlässig für UV-Strahlen als gedehnte Kleidung.
  • Anzahl Sonnenbäder reduzieren: Meiden Sie die Sonne besonders zwischen 11:00 und 15:00 Uhr. Dann ist die UV-Strahlung am stärksten.