Yersinien

Durch Schweizer Arzt entdeckt

Die Yersiniose ist eine sogenannte Zoonose, also eine Infektionskrankheit, die vom Tier auf den Menschen übergeht. Rund 60% der Y. enterocolitica-Infektionen können mit dem Konsum von rohem Schweinefleisch in Verbindung gebracht werden. In Lebensmitteln können sich die Bakterien auch unter gekühlten Bedingungen vermehren. Nur durch genügendes Erhitzen können die Bakterien abgetötet werden. Während der Infektion werden Yersinien nur kurzfristig in kleinen Mengen über den Stuhl ausgeschieden. Eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung ist daher eher ungewöhnlich.

Die Situation in der Schweiz

Y. enterocolitica ist in Mitteleuropa schätzungsweise für 1% aller akuten Durchfallerkrankungen verantwortlich. In der Schweiz ist die Yersiniose seit 1999 nicht mehr meldepflichtig.  Als Risikofaktoren gelten die Nähe zu Tieren und Landwirtschaft, das Leiden an einer Grundkrankheit, welche eine dauerhafte Medikamenteneinnahme erfordert, und das Reisen ins Ausland innerhalb von 2 Wochen vor der Erkrankung.

 

Yersiniose kann mit einer Blinddarmentzündung verwechselt werden

3 bis 10 Tage nach dem Kontakt mit Yersinien treten erste Symptome der Krankheit auf. Betroffene leiden unter dünnflüssigem Stuhl und kolikartigen Bauchschmerzen. In unterschiedlicher Ausprägung können Fieber, Erbrechen und allgemeine Körperschwäche auftreten. Die Bauchschmerzen sind meist im rechten Unterbauch lokalisiert, da dort die lokalen Lymphknoten anschwellen können. Vor allem bei Kindern über 6 Jahren und jungen Erwachsenen kann dies eine Blinddarmentzündung vortäuschen. Bei immungeschwächten Personen können die Bakterien vom Darm in die Blutbahn gelangen, in verschiedenen Organen Abszesse bilden und eine Entzündung der Herzinnenhaut (Endokarditis) oder eine Knochenmarksentzündung (Osteomyelitis) auslösen.

Die Yersiniose ist normalerweise nach wenigen Tagen selbstlimitierend. Gelegentlich kann eine reaktive Entzündung durch das eigene Immunsystem ausgelöst werden, welche wenige Wochen nach der Infektion zu einer Entzündung des Herzmuskels (Myokarditis), der Gelenke (Arthritis) und der Haut (schmerzhafter Hautausschlag (Erythema nodosum)) führen kann.

 

Therapie

In den meisten Fällen heilt die Yersiniose nach einigen Tagen spontan ab. Treten Komplikationen auf, sollte eine antibiotische Therapie eingeleitet werden.

Prävention: Wie man sich vor Yersinien schützen kann

Die Hygiene ist besonders zu beachten.Fäkalien dürfen weder das Essen/Futter noch das Trinkwasser verschmutzen. Meist erfolgt eine fäkal-orale Übertragung vom Tier auf den Menschen über kontaminierte Lebensmittel (v.a. Schweinefleisch) oder Wasser. Rohes Schweinefleisch sollte nicht verzehrt werden. Yersinien können aber auch durch direkten Tierkontakt auf den Menschen übertragen werden.

In Schlachtbetrieben sollten vor der Zerlegung Kopf und Hals von Schweinen gesondert verarbeitet werden, um eine allfällige Kontamination des Fleisches zu verhindern.