Tularämie

Der eigentliche Wirt des Erregers sind Wildtiere

Bei der Tularämie, auch Hasenpest genannt, handelt es sich um eine Infektionskrankheit, welche durch das Bakterium Francisella tularensis ausgelöst wird. Es handelt sich um eine Tierkrankheit (Zoonose), welche auch durch Zecken- und Mückenstiche auf den Menschen übertragen wird. Die Zecken sind aber im Gegensatz zu den anderen durch Zecken übertragbaren Krankheiten (Borreliose, Früh-Sommer-Meningo-Encephalitis FSME) nicht der natürliche Wirt, sondern lediglich Überträger der Krankheit. Das eigentliche Reservoir der Bakterien sind kleine Säugetiere, Wildtiere wie Hasen, Nagetiere und Eichhörnchen. Neben der Übertragung durch Zeckenstiche, können die Bakterien über den Verzehr von ungenügend erhitztem Fleisch von infizierten Wildtieren oder durch den direkten Kontakt mit ihnen auf den Menschen übergehen. Da die Bakterien sehr langlebig sind und auch über die Luft übertragen werden können (Aerosole), kann es auch zur Infizierung über das Einatmen von Staub (z. B. Heu), Erde oder Luft kommen, die mit infizierten Tierkadavern oder dem Kot dieser Tiere in Kontakt kam.

In der Schweiz sind die Zeckenbisse die Hauptinfektionsquelle (31%). Kontakte mit Wildtieren und die Einatmung von kontaminiertem Material spielen eine untergeordnete Rolle. Häufig bleibt die Infektionsroute allerdings unbekannt.

Eine seltene Krankheit, die immer häufiger auftritt

Die Tularämie kommt in der gesamten nördlichen Hemisphäre vor. Trotz der hohen Kontagiösität tritt die Krankheit allerdings sehr selten und fast ausschliesslich bei Risikopersonen auf. Dies sind Personen mit häufigem Kontakt zu Wildtieren oder Aufenthalt im Wald (wie Wildhüter, Jäger, Tierärzte und Personen, die in der Land- und Forstwirtschaft tätig sind).

Da bereits wenige Erreger eine Erkrankung auslösen und die langlebigen Bakterien auch über die Luft übertragen werden können, ist die Krankheit in der Schweiz seit 2004 meldepflichtig und seit 2015 steigen die Fallzahlen an. Männer sind fast doppelt so häufig von der Krankheit betroffen wie Frauen.

Im Kanton Basel-Landschaft blieben die Fallzahlen mit 0 bis 2 Fällen pro Jahr stabil.

Je nach Übertragungsweg sind die Symptome unterschiedlich

Die Zeit von der Ansteckung bis zur Erkrankung dauert drei bis fünf, selten bis zu 21 Tagen. Die Symptome der Erkrankung variieren stark, je nach Übertragungsweg der Bakterien.

    • Werden die Bakterien über Insektenstiche von Zecken, Bremsen oder Mücken übertragen, bildet sich ein Geschwür an der Einstichstelle. Infolge der Entzündung können die regionalen Lymphknoten anschwellen.
    • Treten die Bakterien über das Auge in den Körper ein, kann es zu einer Bindehautentzündung kommen.
    • Werden die Bakterien über die Luft eingeatmet, befallen sie die Lunge, was sich in einer Lungenentzündung äussert.
    • Werden die Bakterien über den Verdauungstrakt aufgenommen, entweder durch den Verzehr von kontaminiertem Fleisch oder durch das Trinken von kontaminiertem Oberflächenwasser, kann Erbrechen, Durchfall, abdominale Schmerzen oder Rachenentzündungen auftreten.
    • Unabhängig von dem Übertragungsweg wird eine Infektion mit Francisella tularensis manchmal von starken Allgemeinsymptomen wie Fieber, Muskel- und Gelenkschmerzen begleitet.

Die Krankheit kann unbehandelt in seltenen Fällen tödlich verlaufen. Der in der Schweiz vorkommende Subtyp des Bakteriums weist aber eine geringe Sterblichkeit von unter 1% auf und die Zunahme der Fälle über die letzten Jahre betraf ausschliesslich milde Verläufe. So sanken auch die Anzahl der Hospitalisierungen trotz steigenden Fallzahlen über die letzten Jahre.

Eine Impfung gibt es in der Schweiz nicht, aber mit Antibiotika ist die Tularämie gut behandelbar. Zur Prävention dient das Vermeiden von Zeckenstichen durch einen genügenden Zeckenschutz (Tragen von geschlossener Kleidung im Wald, Verwendung von Anti-Zeckenspray und die systematische Haut- und Haarkontrolle auf Zeckenstiche, nachdem man wieder zu Hause ist). Weitere Informationen zu Zecken finden Sie hier.

 

Weiter führende Informationen finden Sie unter den folgenden Links:

Bundesamt für Gesundheit (BAG), Tularämie