Shigellen

Shigellen und E. coli haben viele Ähnlichkeiten

Die Shigellose, auch Bakterienruhr genannt, ist eine Durchfallerkrankung, welche durch Bakterien der Gattung Shigella spp. ausgelöst wird. Shigellen haben viele Gemeinsamkeiten mit E. coli Bakterien, daher sind auch die Krankheitsentstehung und die Symptome sehr ähnlich.

Die Shigellose ist eine fäkal-orale Infektion, d.h. die Erreger werden meist durch kontaminiertes Wasser oder Lebensmittel aufgenommen. Um die Krankheit auszulösen, reicht bereits eine Anzahl von weniger als 100 Bakterien aus. Wegen der Säurestabilität können diese Bakterien die Magensäure unbeschadet überstehen und in den Darm gelangen.

Bis heute sind 4 Spezies der Gattung Shigella bekannt:

  • Shigella dysenteriae: Erreger der Shiga-Kruse-Ruhr. Kommt meist in tropischen Ländern vor. Produziert das Shigatoxin, welches zu Schäden an Niere, Gehirn und Darm führen kann; schwere und komplikationsreiche Verläufe. Shigatoxine können sich an Blut- und Nierenzellen binden, diese zerstören und das hämolytisch-urämische Syndrom (HUS), ein schweres Krankheitsbild, auslösen.
  • Shigella flexneri: Kommt vor allem in Mitteleuropa und in tropischen Ländern vor.
  • Shigella boydii: Findet sich vor allem in den Tropen und ist noch wenig bekannt.
  • Shigella sonnei: Erreger der Sommer-Ruhr. Hauptsächlich in Mitteleuropa zu finden, milde Krankheitsverläufe.

Die Shigellose tritt weltweit auf. Am häufigsten erkranken Menschen in warmen Ländern mit niedrigen Hygienestandards. Daher besteht ein erhöhtes Infektionsrisiko für Reisende in solche Gebiete. In der Schweiz werden dem BAG jährlich zwischen 150 und 250 Fälle gemeldet.

Shigellose führt zu starkem Durchfall

Nach dem Kontakt mit Shigellen vergehen bis zum Auftreten von ersten Krankheitssymptomen meist 2 bis 3 Tage. Die Bakterien können nach dem Eindringen in die Schleimhaut des Dickdarms diese verletzen und absterben lassen. Betroffene leiden unter Kolik artigen Bauchschmerzen, starkem und teilweise blutigem oder gar eitrigem Durchfall mit bis zu täglich 30 Stuhlentleerungen. Teilweise kann auch Fieber auftreten, dies ist aber eher untypisch. In der Regel tritt die Genesung nach 5 bis 7 Tagen ein. Die Bakterien können aber noch bis zu 4 Wochen mit dem Stuhl ausgeschieden werden. In diesem Zeitraum besteht also weiterhin ein Infektionsrisiko.

Die Shigellose führt zudem durch die starken Durchfälle zu einem massiven Flüssigkeits- und Elektrolytverlust. Der Flüssigkeitsmangel kann im Extremfall zu akutem Herz-Kreislauf- und Nierenversagen, der Elektrolytverlust zu Krämpfen oder Koma führen.

 

Antibiotika helfen bei Shigellose

Die Shigellose kann antibiotisch Therapiert werden. Besonders wichtig ist zudem auf eine ausreichende Flüssigkeits- und Elektrolytzufuhr zu achten. Wird der Betroffene apathisch, sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden, um dem Körper intravenös Flüssigkeit und Elektrolyte zuzuführen.

Prävention: Wie man sich vor Shigellen schützen kann?

Gegen Shigellose gibt es keine Impfung. In Ländern mit schlechten Hygieneverhältnissen gilt deshalb die altbekannte Reiseregel «Cook it, boil it, peel it or forget it!» (Koch es, siede es, schäl es oder vergiss es!). Beachten Sie deshalb:

  • Nur abgekochtes, filtriertes oder chemisch behandeltes Wasser verwenden (auch zum Zähneputzen)
  • Nur gut gekochte Speisen essen
  • Früchte selber schälen
  • Auf Eiswürfel verzichten
  • Hände regelmässig waschen
  • Im Restaurant wenn möglich heisse Getränke oder Getränke in Originalflaschen, die am Tisch geöffnet werden, bestellen

 

Weitere Informationen bezüglich Shigellose finden Sie beim Bundesamt für Gesundheit (BAG).