Syphilis

Syphilis ist eine bakterielle sexuell übertragbare Krankheit. Die Krankheit verläuft schubweise und führt unbehandelt über Jahre zur Schädigung innerer Organe und schliesslich zum Tod. Die jährlichen Meldungen von Syphilis-Erkrankungen haben sich in den letzten zehn Jahren fast vervierfacht. Eine Antibiotika-Therapie kann die Krankheit jedoch heilen.

Der Verursacher von Syphilis

Auslöser der Syphilis ist ein Bakterium namens Treponema pallidum, welches ausschliesslich den Menschen befällt. Der Mensch ist das einzige Opfer dieses Mikroorganismus. Ausserhalb des menschlichen Körpers kann es nur für kurze Zeit überleben. Wird man von Treponema pallidum befallen, führt dies unausweichlich zum Ausbruch von Syphilis.

Übertragen wird der Erreger über sexuelle Kontakte (oral, vaginal, anal). Durch kleinste Läsionen in Schleimhäuten gelingt es den Bakterien, in den Körper einzudringen. Ebenfalls möglich ist die Ansteckung von der Mutter auf das Kind während der Schwangerschaft oder der Geburt. Dies kann zu Missbildungen, Entzündungen oder Blindheit beim Neugeborenen führen.

Syphilis in der Schweiz

Seit der Wiedereinführung der Meldepflicht für Syphilis-Fälle in der Schweiz im Jahr 2006 hat sich die Zahl der jährlichen Erstdiagnosen bis ins Jahr 2016 fast vervierfacht. Im Jahr 2016 wurden dem BAG 733 Fälle gemeldet, 89% der Betroffenen waren männlich.

Vom Hautknötchen zur Persönlichkeitsveränderung

14 bis 24 Tage nach der Ansteckung mit Treponema pallidum bilden sich an der Eintrittsstelle des Erregers rote Flecken. Dies kann z.B. an Penis, After, Scheide oder Rachen sein. Initiale Flecken entwickeln sich weiter zu einem kleinen, harten, schmerzunempfindlichen Knötchen. Da die Syphilis in dieser Phase meist keinerlei Beschwerden verursacht, bleibt die Erkrankung oft unerkannt. Dieses Krankheitsstadium wird auch primäre Syphilis genannt. Daran schliesst sich die sekundäre Syphilis an, in der ein nicht-juckender Hautausschlag im Vordergrund steht. In unterschiedlichen Ausprägungen können folgende Symptome auftreten: Fieber, Appetitlosigkeit, Haarausfall, Rachen-, Kehlkopf- und Augenentzündungen, Gewichtsverlust, Kopf-, Muskel- und Gelenkschmerzen. Die tertiäre Syphilis äussert sich in einem Befall der inneren Organe. Das Bakterium kann an Herz, Haut und Knochen bleibenden Schaden verursachen. In der neueren Literatur wird die Neurosyphilis als eigenständiges Krankheitsstadium, die quartäre Syphilis, angesehen. Die Bakterien gelangen in diesem Stadium ins Gehirn und führen zum Abbau von Nervengewebe, dies kann im Verlauf auch zu Persönlichkeitsveränderung führen. Erkrankte bleiben über alle Stadien hinweg ansteckend, wobei das Risiko mit zunehmendem Krankheitsverlauf abnimmt.

Ein Bluttest reicht

Die Diagnose kann durch Bluttests und Abstriche der Pusteln gestellt werden. Wird eine Syphilis entdeckt, soll auch aktiv nach weiteren Geschlechtskrankheiten abgeklärt werden. Bei rund der Hälfte aller bekannten Fälle in der Schweiz wird die Krankheit im ersten Stadium erkannt.

Heilung durch Antibiotika

Die Therapie richtet sich nach dem Krankheitsstadium. Die primäre und sekundäre Syphilis wird bis ein Jahr nach Infektion mit einer einmaligen intramuskulären Injektion eines langwirksamen Penicillins behandelt. In späteren Krankheitsstadien soll die Injektion nach 7 und 14 Tagen wiederholt werden. Durch den Gebrauch von Kondomen beim Geschlechtsverkehr kann man sich aber vor Syphilis schützen.

 

Weitere Informationen zum Thema Syphilis finden Sie beim Bundesamt für Gesundheit (BAG).