Hepatitis B

Hepatitis B ist eine virale, sexuell übertragbare Krankheit. HBV (Hepatitis-B-Viren) gelten als eine der häufigsten Virusinfektionen des Menschen. Unbehandelt führt eine Hepatitis B zur Leberschädigung. In einigen Fällen entwickelt sich daraus eine Lebervernarbung (Leberzirrhose) und schliesslich ein Leberkarzinom. Eine Impfung kann vor der Infektion schützen.

Die Bedeutung von HBV in der Schweiz

In der Schweiz wurde 2015 die tiefste Melderate akuter HBV-Infektionen seit Start der Überwachung im Jahr 1988 erreicht. Dieser Trend ist auf HBV-Impfungen, Abgabe von sauberen Spritzen an Drogenkonsumierende und HIV-Kampagnen (Safer Sex) zurückzuführen. Rund 40 akute HBV-Infektionen werden jährlich in der Schweiz gemeldet, 70% der Betroffenen sind männlich.

Weltweit sind regionale Unterschiede in der Häufigkeit klar ersichtlich: Während in Südostasien, Afrika und Gebieten des Amazonas bei fast 80% der Bevölkerung im Blut eine bestehende oder vorangegangene HBV-Infektion nachgewiesen werden kann, ist dies in Industrieländern nur bei 5% der Fall.

Wie HBV in den Körper gelangt

HBV befindet sich in Körperflüssigkeiten infizierter Personen. So wird das Virus vor allem durch Blutkontakt und ungeschützten Geschlechtsverkehr übertragen. Das Virus wird auch durch intravenösen Drogenkonsum oder dem Stechen von Tattoos mit kontaminierten Nadeln übertragen.

Schwangere, die unter einer akuten oder chronischen HBV-Infektion leiden, können während der Geburt das Virus auf ihr Neugeborenes übertragen.

74% der akuten Hepatitis-B-Infektionen in der Schweiz werden durch sexuelle Kontakte ausgelöst. Bei chronischen Hepatitiden zeigt sich folgendes Bild: 39% entstehen durch Mutter-Kind-Übertragung bei der Geburt, 26% durch andere Ansteckungswege (z.B. Arbeit) und 23% über sexuelle Kontakte.

Besonders gefährdet sind Personen mit wechselnden Sexualpartnern und Männer mit gleichgeschlechtlichen sexuellen Beziehungen.

Von Gelbsucht zum Leberkarzinom

Ein bis sechs Monate nach der Ansteckung mit HBV entwickelt sich eine akute Hepatitis, jedoch bei nur einem Drittel der Infizierten treten folgende Beschwerden auf: grippeähnliche Symptome, Oberbauchschmerzen, Müdigkeit und Gelbverfärbung der Haut. Nach drei bis sechs Wochen sind diese Beschwerden rückläufig. In über 90% der Fälle ist die Hepatitis B damit auch komplett ausgeheilt.

Bei rund 10% persistieren die Viren jedoch im Körper und führen zu einer chronischen Hepatitis (> 6 Monate). Bei einem geringen Teil führt das Virus über die Jahre dazu, dass hochwertiges Lebergewebe durch minderwertiges Narbengewebe ersetzt wird. Dieser Vorgang nennt sich Leberzirrhose. Dadurch verliert die Leber über die Zeit ihre Funktion und der Gewebeumbau bietet die Grundlage für die Entwicklung eines Leberkarzinoms.

Prophylaxe

Einer HBV-Infektion kann mit einer Impfung vorgebeugt werden. Die Impfung wird vom BAG im Rahmen der Grundimmunisierung von 11 bis 15-Jährigen empfohlen, kann aber auch im Erwachsenenalter nachgeholt werden. Kinder von HBV-positiven Müttern sollten direkt nach der Geburt ihre erste Impfdosis erhalten.

 

Weitere Informationen zum Thema Hepatitis B finden Sie beim Bundesamt für Gesundheit (BAG).