Gonorrhoe (Tripper)

Gonorrhoe ist eine bakterielle sexuell übertragbare Krankheit. Unbehandelt kann Gonorrhoe zu Unfruchtbarkeit führen. Wie viele andere sexuell übertragbare Krankheiten steigen die Fallzahlen von Gonorrhoe seit einigen Jahren stark an. Durch eine Doppeltherapie mit zwei verschiedenen Antibiotika ist die Gonorrhoe heilbar. Es werden jedoch vermehrt Resistenzen in Gonokokken beobachtet, was die Therapie erschwert.

Der Erreger der Gonorrhoe

Die Gonorrhoe wird durch ein Bakterium namens Neisseria gonorrhoeae ausgelöst und findet sich in Schleimhautsekreten infizierter Personen. Gonokokken sind menschenspezifische Keime. Die Infektion erfolgt durch ungeschützten Geschlechtsverkehr. Infizierte Schwangere können das Bakterium auf ihr ungeborenes Kind übertragen und haben ein erhöhtes Risiko für eine Fehlgeburt. Kommen die Kinder lebensfähig zur Welt, leiden diese häufiger an Blindheit. 

Eine weiter zunehmende Krankheit

Wie andere bakterielle sexuell übertragbare Krankheiten hat die Gonorrhoe in den vergangenen Jahren in der Schweiz stark zugenommen. Im Jahr 2016 wurden dem BAG 2270 Fälle gemeldet. Dies entspricht einer Zunahme um 20% im Vergleich zum Vorjahr, dem Trend der Vorjahre folgend. Weltweit geht man jährlich von über 60 Mio. Neuerkrankungen aus. Nur jede vierte an Gonorrhoe erkrankte Person ist weiblich.

Wie Gonokokken zu Unfruchtbarkeit führen

Die Gonorrhoe manifestiert sich 2 bis 7 Tage nach der Ansteckung. Beim Mann äussert sich die Krankheit durch eine Rötung und Schwellung am Harnröhrenausgang mit Schmerzen beim Urinieren und Geschlechtsverkehr. Gelegentlich fliesst ein eitriges Sekret aus der Harnröhre. Bei Männern sind die Symptome meist deutlich ausgeprägter als bei Frauen. Frauen klagen über leichte Schmerzen beim Urinieren und Blutungen ausserhalb der Menstruation. Bei weiblichen Betroffenen verläuft die Infektion oft über längere Zeit asymptomatisch, was die Gefahr des Nicht-Erkennens in sich birgt. Das fördert die weitere Verbreitung des Keims.

Unbehandelt geht die Infektion beim Mann auf Prostata und Nebenhoden über und führt so zu Unfruchtbarkeit. Bei Frauen breitet sich die Infektion im Becken aus und die Eileiter können verkleben. Dies steigert das Risiko einer Bauchhöhlenschwangerschaft und Unfruchtbarkeit. Je nach Sexualpraktiken kann die Infektion auch im Mund-, Rachen- oder Analbereich erfolgen. Betroffene sind dann fast immer asymptomatisch. Manchmal ist eine leichte Rötung zu sehen.

Gonorrhoe bald nicht mehr heilbar?

Da in den vergangenen Jahren weltweit immer mehr Gonokokken Resistenzen gegen Antibiotika entwickelten, veröffentlichte die Eidgenössische Kommission für Sexuelle Gesundheit EKSG 2014 neue Behandlungsguidelines. Die Resistenzentwicklung soll durch eine Therapie mit zwei verschiedenen Antibiotika gebremst werden.

Im Frühjahr 2018 traf eine erschreckende Meldung aus England ein. Darin wurde der erste Gonorrhoe-Patient beschrieben, der auch auf diese Therapie nicht ansprach. Die WHO geht davon aus, dass sich in Zukunft solche antibiotikaresistente Gonokokken häufen werden und ruft deshalb zur Entwicklung neuer Medikamente auf (weitere Informationen hierzu finden Sie hier).

Eine Impfung gegen Gonokokken ist nicht vorhanden. Der Gebrauch von Kondomen schützt jedoch vor einer Infektion mit Gonokokken.

 

Weitere Informationen zum Thema Gonorrhoe finden Sie beim Bundesamt für Gesundheit (BAG).