Chlamydien

Die Chlamydiose ist weltweit die häufigste bakterielle sexuell übertragene Krankheit. Eine Chlamydien-Infektion verläuft oft asymptomatisch, so dass die Betroffenen nichts von ihrer Erkrankung bemerken. In vielen Fällen heilt die Infektion nach einigen Monaten spontan aus. Unbehandelt können Chlamydien zur Unfruchtbarkeit bei der Frau führen. Es gibt Schätzungen, dass 3 bis 10% der sexuell aktiven Bevölkerung von Chlamydien betroffen ist. Die Fallzahlen steigen seit einigen Jahren stark an. Eine Antibiotikatherapie kann die Chlamydiose heilen. 

Der Übeltäter der Chlamydiose

Verursacht wird die Chlamydiose durch das Bakterium Chlamydia trachomatis. Die Infektion kann durch oralen, vaginalen oder analen Geschlechtsverkehr erfolgen. Die Übertragung von der Mutter auf das ungeborene Kind ist möglich. Beim Kind kann dies nach der Geburt zu Bindehaut- und Lungenentzündungen führen. Zwei bis sieben Wochen nach der Ansteckung können erste Symptome auftreten.

Die Chlamydiose ist weit verbreitet

Es gibt Schätzungen, dass 3 bis 10% der sexuell aktiven Bevölkerung von einer Chlamydien Infektion betroffen ist. 11‘013 Fälle wurden dem BAG im Jahr 2016 gemeldet. Die Zahl der Betroffenen steigt von Jahr zu Jahr. Im Gegensatz zu anderen sexuell übertragbaren Krankheiten sind von der Chlamydiose deutlich mehr Frauen betroffen. Der häufig asymptomatische Verlauf der Krankheit lässt Betroffene im Unwissen und fördert somit die Ansteckung weiterer Personen.

Chlamydiose ist schwierig zu erkennen

Eine Chlamydien Infektion verläuft oft asymptomatisch: 70% der Frauen und 50% der Männer mit bestätigter Chlamydiose bemerkten nichts von ihrer Krankheit. Daher geht man davon aus, dass die dem BAG gemeldeten Fälle nur die Spitze des Eisbergs sind.

Bei Frauen können vaginaler Ausfluss, Blutungen nach vaginalem Geschlechtsverkehr und Zwischenblutungen auftreten. Männer klagen über Ausfluss aus der Harnröhre und Hodenschmerzen. Bei beiden Geschlechtern führt die Chlamydien-Infektion zu Schmerzen und Brennen beim Urinieren.

Rektale Infektionen verlaufen fast immer asymptomatisch. Sie sind eine wichtige Ansteckungsquelle beim Geschlechtsverkehr zwischen Männern. 

Chlamydien und ihre Folgen

Ähnlich der Gonorrhoe kann auch die Chlamydiose bei Frauen zu Entzündungen im kleinen Becken und Verklebung der Eileiter führen. Aus 1000 Chlamydien Infektionen bei Frauen resultieren statistisch 2 Bauchhöhlenschwangerschaften und 5 Frauen werden unfruchtbar.

Zu den Folgen einer Chlamydien-Infektion bei Männern liegen kaum Daten vor. Obwohl Chlamydien eine Hoden- und Nebenhodenentzündungen auslösen können, konnte ihnen bis anhin kein Einfluss auf die Fruchtbarkeit nachgewiesen werden.

97% Heilungschance durch Antibiotika

Chlamydien lassen sich durch Antibiotika gut bekämpfen. Eine spontane Ausheilung ist auch möglich. Dies dauert aber einige Monate und in dieser Zeit könnten weitere Sexualpartner angesteckt werden.

Bis heute gibt es keine Impfung gegen Chlamydien. Zum Schutz  wird jedoch der Gebrauch von Kondomen beim Geschlechtsverkehr empfohlen.

 

Weiterführende Informationen zum Thema Chlamydien finden Sie beim Bundesamt für Gesundheit (BAG).