Sexuell übertragbare Krankheiten

Die Sexualität begleitet die Menschheit seit jeher und gehört zu uns wie die Fähigkeit zu gehen oder zu sprechen. Sie ist notwendig für die Fortpflanzung und somit für den Erhalt der Menschheit. Das Liebesleben dient aber nicht nur der Zeugung von Nachwuchs, körperliche Nähe ist auch Ausdruck von Liebe, Zuneigung und Sicherheit. Doch bereits seit Jahrhunderten wird die Sexualität von ansteckenden Krankheiten wie der Syphilis oder der Gonorrhoe begleitet. Spätestens seit dem Ausbruch von HIV in den 1980er-Jahren trugen viele Kampagnen dazu bei, dass sexuell übertragbare Krankheiten ins Bewusstsein der Menschen gedrungen sind. Dies führte dazu, dass bis zur Jahrtausendwende die Fallzahlen der meisten sexuell übertragbaren Krankheiten konstant blieben oder abnahmen. In den letzten Jahren ist jedoch ein beunruhigender Trend festzustellen: Die Fallzahlen der jährlichen Neudiagnosen der meisten sexuell übertragbaren Krankheiten nehmen wieder drastisch zu.

Eine Studie aus dem Jahr 2018 zeigte, dass fast 10% der 24-26-jährigen in der Schweiz wohnhaften Personen bereits einmal die Diagnose einer sexuell übertragbaren Krankheit erhielten. In der Tabelle unten werden die einzelnen Erkrankungen und die Häufigkeit in Prozent aufgelistet.

 

Frauen

Männer

Total

STI

13.6

6.2

9.8

Chlamydiose

38.1

44.4

40.1

Gonorrhoe

2.0

18.8

7.4

Syphilis

0.2

7.8

2.6

HPV

33.9

25.7

31.2

Virale Hepatitis

0.2

0

0.2

Andere

5.4

5.9

5.6

Unbekannt

10.9

14.3

12.0

Des weiteren zeigte die Studie, dass sich 84,1% der Personen beim ersten sexuellen Kontakt mit neuen Partnern mit Kondom vor sexuell übertragbaren Krankheiten schützen.

 

Besonders gefährdet von sexuell übertragbaren Krankheiten sind Menschen mit wechselnden Sexualpartnern und Männer, die sexuelle Kontakte zu Männern haben. Bei diesen Risikogruppen werden sexuell übertragbare Krankheiten häufig in früheren Krankheitsstadien diagnostiziert, was auf eine regelmässigere Testung innerhalb dieser Gruppen hinweist. 

Es ist wichtig, dass Personen, bei denen eine sexuell übertragbare Krankheit diagnostiziert wird, ihre Sexualpartner über ihre Krankheit informieren, so dass auch diese sich testen und gegebenenfalls therapieren lassen können. Bleiben sexuelle Beziehungen über die Diagnosestellung hinaus bestehen, sollten sich beide Partner gleichzeitig einer Therapie unterziehen und die Regeln des Safer Sex beachten, bis beide nicht mehr infektiös sind. Das Risiko einer gegenseitigen Re-Infektion wird dadurch vermindert.

Den sichersten Schutz gegen sexuell übertragbare Krankheiten bildet der Gebrauch von Kondomen beim Geschlechtsverkehr. Unter www.lovelife.ch finden Sie persönliche Tipps für Safer-Sex.