Salmonellen

Salmonellen können verschiedene Krankheiten auslösen

Die Erreger der Salmonellose sind Bakterien der Gattung Salmonella spp.. Davon gibt es rund 2‘500 verschiedene Arten. Je nach Art können Salmonellen eine Durchfallerkrankung oder auch Typhus auslösen.

Die Salmonellose zählt zu den Zoonosen, d.h. der Mensch kann sich am Tier anstecken und umgekehrt. Am häufigsten geschieht eine Ansteckung durch die Aufnahme kontaminierter Lebensmittel. Salmonellen kommen häufig auf Eiern und Geflügelfleisch vor. Es sind relativ umweltstabile Bakterien, so sind sie zum Beispiel resistent gegen Einfrieren. Erst durch ausreichendes Erhitzen sterben die Bakterien ab. Um Krankheitssymptome beim Menschen auszulösen, ist eine hohe Keimzahl erforderlich.

Die Situation in der Schweiz

Die Salmonellose ist eine häufige Durchfallerkrankung, welche weltweit auftritt. In der Schweiz sind Salmonellen die zweithäufigsten lebensmittelbedingten Durchfallerreger (nach Campylobacter). Jährlich werden die Erreger in 1‘200 bis 1‘500 Laboruntersuchungen nachgewiesen. Die Fallzahlen sind in den letzten Jahren rückläufig.

Brechdurchfall als Hauptsymptom

Die ersten Symptome nach einer Salmonellen-Infektion können nach wenigen Stunden bis mehreren Tagen auftreten. Charakteristisch sind häufige Brechdurchfälle mit allgemeinen grippeähnlichen Symptomen. Normalerweise klingt die Krankheit nach wenigen Tagen von selbst wieder ab. Vor allem bei Immungeschwächten Personen kann die Krankheit einen lebensbedrohlichen Verlauf nehmen. Durch Erbrechen und Durchfall verliert der Körper viel Flüssigkeit, Blutsalze und Nährstoffe. Besonders bei Kleinkindern und alten Menschen, welche kaum über Kompensationsmechanismen verfügen, kann dies zu akutem Kreislaufversagen und im Extremfall zum Tod führen.

In seltenen Fällen bleibt nach der Erkrankung eine anhaltende gastrointestinale Störung bestehen. Das sogenannte Reizdarmsyndrom ist ein Symptomkomplex aus Bauchschmerzen, Blähungen und anhaltenden Stuhlveränderungen (chronische Verstopfung, Durchfall oder beides im Wechsel). Eine organische Ursache für die Beschwerden kann dabei meist nicht gefunden werden. Frauen sind doppelt so häufig vom Reizdarmsyndrom betroffen wie Männer. Es handelt sich dabei  grundsätzlich um keine gefährliche Erkrankung, da weder das Risiko einer chronisch entzündlichen Darmerkrankung oder eines Krebsleidens erhöht ist. Die Betroffenen sind aber in ihrer Lebensqualität und Leistungsfähigkeit stark beeinträchtigt. 

Nach einer durchgemachten Salmonellen-Infektion besteht keine schützende Immunität, d.h. man kann sich immer wieder erneut mit Salmonellen anstecken.

Antibiotische Therapie nur in ausgewählten Fällen

Da die Salmonellose in den meisten Fällen nach einigen Tagen spontan ausheilt, ist eine kausale Therapie mit Antibiotika routinemässig nicht empfohlen. Bei Patienten mit erhöhtem Risiko für einen schweren systemischen Verlauf (z.B. bei Immunsupprimierten) soll die Krankheit jedoch antibiotisch therapiert werden.

Prävention: Wie man sich vor Salmonellen schützen kann

Die korrekte Küchenhygiene ist der wichtigste Ansatzpunkt in der Salmonellen-Prävention. Da sich Salmonellen in Lebensmitteln bei Zimmertemperatur vermehren, sollten verderbliche Lebensmittel wie rohes Fleisch, Geflügel, Meeresfrüchte, Eier, Mayonnaise und Salate immer kühl gelagert werden. Die sichere Abtötung der Erreger erfolgt durch Erhitzen für 10 Minuten auf 70°C. Genaue Tipps finden Sie unter https://sichergeniessen.ch.

In der Schweiz überwacht die Geflügelindustrie ihre Produktion im Rahmen der Selbstkontrolle Der jährliche Anteil an positiven Proben von Schweizer Fleisch schwankt zwischen 0.2 und 2%. Bei importiertem Fleisch sind über 15% Salmonellen-positiv. Im Jahr 2009 wurde die routinemässige Untersuchung von Milchprodukten gestoppt, da seit 2004 nie Salmonellen gefunden wurden.

Gegen Typhus, eine durch eine Salmonellen-Subspezies bedingte Erkrankung, ist eine Schluckimpfung, v.a. für Reisende indiziert, in der Schweiz zugelassen.

Weitere Informationen bezüglich Salmonellen finden Sie beim Bundesamt für Gesundheit (BAG).