Rotaviren

Der häufigste Durchfallerreger bei Kindern

Rotaviren sind weltweit die häufigsten Durchfallerreger bei Kindern unter 5 Jahren. Es gibt verschiedene Typen von Rotaviren, die zeitlich und saisonal unterschiedlich auftreten. Rotaviren sind sehr hygiene- und umweltresistent und selbst wenige Viren reichen aus, um die Krankheit auszulösen. Der Infektionsweg bei Rotaviren ist fäkal-oral, d.h. Erkrankte scheiden die Erreger durch den Darm aus. Durch ungenügende Händehygiene können Oberflächen wie Türgriffe, Spielzeuge oder Lebensmittel kontaminiert werden und sich weitere Personen mit den Viren infizieren

In der Schweiz geht man jährlich von 6‘600 Erkrankten aus, wovon 660 Patienten aufgrund des Rotavirus hospitalisiert werden müssen; seit 1995 wurde keine Todesfall mehr verzeichnet. In der Schweiz sind vor allem Kinder zwischen 6 Monaten und 2 Jahren betroffen. Eine weitere Risikogruppe bilden Erwachsene über 60 Jahren.

 

Die Durchfallerreger bei Kindern

Eine Rotavirus-Infektion ist gekennzeichnet durch plötzlich einsetzende starke Durchfälle mit teilweisem Erbrechen. Die Betroffenen klagen häufig über Bauchschmerzen. Etwa die Hälfte der Erkrankten hat zusätzlich Symptome einer Infektion der oberen Atemwege (laufende Nase, Niesen, behinderte Atmung, Kopfschmerzen). Die Symptome treten ca. 1 bis 3 Tage nach Ansteckung auf und bleiben durchschnittlich für 2 bis 6 Tage bestehen.

Als wichtigste Komplikation der Erkrankung ist die Dehydrierung (Austrocknung) der Betroffenen zu nennen. Durch den Durchfall verlieren sie in relativ kurzer Zeit grosse Mengen an Flüssigkeit. Gesunde Erwachsene können diesen Verlust einigermassen ausgleichen, vor allem auch dadurch, dass sie ein intaktes Durstgefühl haben. Bei Kindern und älteren Menschen funktionieren die Kompensationsmechanismen nicht so gut. Oftmals fehlt auch die notwendige Selbständigkeit, um dem Flüssigkeitsverlust durch Trinken entgegenzuwirken. Als Zeichen der Dehydrierung gelten Unruhe, Reizbarkeit, trockene Zunge und Schleimhäute, Verwirrtheit und eine verminderte Urinausscheidung.

 

Eine ursächliche Therapie besteht nicht

Die Diagnose einer Rotavirus-bedingten Durchfallerkrankung kann anhand einer Stuhlprobe gestellt werden. Eine ursächliche Therapie besteht nicht. Daher ist es wichtig, die Symptome zu bekämpfen. Betroffene sollten genügend Flüssigkeit zu sich nehmen. Je nach Alter eignen sich Muttermilch, Säuglingsnahrung, ungesüsster Kräutertee oder Wasser. Treten Symptome einer Dehydrierung auf, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Gegebenenfalls muss der Körper intravenös mit Flüssigkeit versorgt werden. Es ist nicht nötig, auf eine spezielle Schon- oder Aufbaukost umzustellen oder längere Nahrungspausen einzulegen.

 

Prävention: Wie man sich vor Rotaviren schützen kann

Als wichtigste Präventionsmassnahme gilt die strikte Händehygiene. Dadurch kann die Übertragung der Krankheit zu einem gewissen Teil verhindert werden.

Ausserdem ist in der Schweiz seit 2007 ein Impfstoff gegen Rotaviren vorhanden. Die Impfung kann knapp 90% der schweren Rotaviren-Verläufe und Rotavirus-bedingte Hospitalisationen verhindern. Die Rotavirus-Impfung ist eine Schluckimpfung und kann im Rahmen der normalen Impftermine im Alter von 2 und 4 Monaten durchgeführt werden. Seit 2014 empfiehlt die Eidgenössische Kommission für Impffragen EKIF die Rotavirus-Impfung für Säuglinge als ergänzende Impfung.

Weitere Informationen zu Rotaviren finden Sie beim Bundesamt für Gesundheit (BAG).