Poliomyelitis

Polio oder auch Kinderlähmung oder Heine-Medin-Krankheit genannt, wurde im 18. Jahrhundert das erste Mal klinisch vom englischen Arzt Michael Underwood beschrieben. Der Name Kinderlähmung ist dadurch begründet, dass vor allem Kinder von der Krankheit betroffen sind.

Der Virus kann Nervenbahnen befallen und so zu bleibenden Lähmungen der Extremitäten oder zur Atemlähmung führen. Dies führte auch zur Entwicklung des ersten maschinellen Beatmungsverfahren. Seit den 1950ern sind Impfstoffe vorhanden, sodass die Polioinfektionen mit der Zeit stetig abnahmen. Aber auch heute gibt es noch in einigen Teilen der Welt Polio-Wildinfektionen, allen voran sind hier Pakistan und Afghanistan zu nennen.

Der letzte, von einem wilden Virus verursachte Fall von Kinderlähmung in der Schweiz, ereignete sich im Jahr 1982.

Das Virus wird vor allem fäko-oral über eine Schmierinfektion übertragen. Das heisst, ein mit Polio infizierter Mensch scheidet grosse Mengen an Viren über den Stuhl aus und kann so Andere anstecken. Kurz nach einer Infektion kann ein infizierter Mensch das Virus auch aerogen (über die Luft) weitergeben, da sich das Virus primär in der Rachenschleimhaut vermehrt. Die Inkubationszeit beträgt ca. 3 - 35 Tage.