Listerien

Ansteckung durch kontaminierte Lebensmittel

Die Listeriose wird durch ein Bakterium namens Listeria monocytogenes ausgelöst. Listerien können sowohl Menschen als auch Tiere befallen. Die Bakterien sind sehr widerstands- und anpassungsfähig. Aufgrund dessen können sie an vielen unterschiedlichen Orten gefunden werden, so z.B. in Erdproben, Abfällen, pflanzlichen Materialien, Heu, Stroh, Silofutter und roher Milch. Listerien können selbst im Kühlschrank noch wachsen. Auch Säure kann das Bakterium überleben, nur durch Hitze über 70°C können Listerien abgetötet werden.

Die Ansteckung mit Listerien erfolgt meist durch die orale Aufnahme kontaminierter Lebensmittel wie roher Milch, Weichkäse, abgepackter Salat, Aufschnitt, Fleisch, Fisch und Meeresfrüchte. Infizieren sich Schwangere mit Listerien, können die Bakterien noch während der Schwangerschaft oder der Geburt auf das Kind übertragen werden. In solchen Fällen kann es zur Früh- oder Fehlgeburt oder nach der Geburt beim Kind zu einer schweren Hirnhautentzündung kommen.

Risikogruppen

Besonders gefährdet sind Personen mit einem geschwächten Immunsystem. Dies kann aufgrund einer chronischen Krankheit, eines Krebsleidens, HIV-Infektion oder medikamentöser Immunsuppression (z. B. Kortison über längere Zeit, Chemotherapie, Biologics) sein. Ebenfalls zur Risikogruppe gehören Schwangere, Neugeborene und Personen über 65 Jahren.

Listerien sind besonders für Immungeschwächte gefährlich

Vom Zeitpunkt der Ansteckung bis zum Auftreten erster Beschwerden vergehen meist 2 bis 3 Wochen, gelegentlich kann sich dieser Zeitraum auf bis zu 70 Tage erstrecken. Für Menschen mit einem intakten Immunsystem stellen Listerien meist keine ernsthafte Bedrohung dar und können gelegentlich symptomlos verlaufen. Bemerken die Betroffenen die Infektion, so äussert sich diese meist in grippeähnlichen Symptomen. Die Betroffenen leiden an Fieber, Muskelschmerzen, Erbrechen und Durchfall. 

Bei Personen mit geschwächtem Immunsystem (chronisch Kranke, Immunsupprimierte, Schwangere) ist es für das Bakterium ein Leichtes, sich über das Blut im ganzen Körper zu verteilen, verschiedene Organe zu befallen und zu schädigen. Gefürchtet ist hierbei die sogenannte Listerienmeningitis, wobei die Bakterien die Hirnhäute befallen und entzünden. Dies äussert sich in Bewusstseinsstörungen und neurologischen Ausfällen. Die Sterblichkeit beträgt in diesen Fällen bis zu 20%.

Die Listeriose ist heilbar

Listerien können durch Antibiotika behandelt werden. Die Dauer der Therapie richtet sich dabei nach dem Schweregrad der Erkrankung. Haben sich die Listerien bereits im Körper verteilt und Hirn und Herz befallen, müssen die Antibiotika für mindestens 6 Wochen eingenommen werden.

Prävention: Wie man sich vor Listerien schützen kann

  • Listerien können nur durch Hitze abgetötet werden. Daher wird empfohlen, dass Angehörige einer Risikogruppe, insbesondere Schwangere, auf nicht-pasteurisierte Milch, abgepackte Salate und vorgeschnittenes Obst und vor allem Weichkäse verzichten sollten. Fleisch, Fisch und Meeresfrüchte sollen für mindestens 2 Minuten auf 70°C erhitzt werden.
  • Verbrauchen Sie frische Produkte möglichst schnell.

Achten Sie bei der Zubereitung von Nahrungsmitteln auf eine ausreichende Küchenhygiene (https://sichergeniessen.ch).

Weitere Informationen bezüglich Listeriose finden Sie beim Bundesamt für Gesundheit.

Listeriose
Typ Titel Bearbeitet
Listeriose 07.10.2020