Übertragung

Die Legionärskrankheit wird durch Bakterien der Gattung Legionella ausgelöst. Zurzeit sind 48 Arten und 70 Serogruppen bekannt. Den für den Menschen bedeutsamsten Erreger ist Legionella pneumophila. Dieser Keim gilt als besonders virulent und 70 bis 90% der Legionellosen werden von ihm ausgelöst. Legionellen können in fast allen natürlichen wässrigen und feuchten Milieus gefunden werden, allerdings nur in geringen Mengen. In von Menschen geschaffenen Wassersystemen finden sie hingegen optimale Lebensbedingungen: Warmwasserquellen in einem Temperaturbereich zwischen 25 und 50°C mit langen Verweilzeiten. Unter diesen Voraussetzungen können sich die Bakterien optimal vermehren. Die Verdoppelungszeit der Legionellen ist mit 4h relativ langsam (z.B. E. coli hat eine Verdoppelungszeit von 20 Minuten). Zu heiss mögen es die Legionellen dann aber doch nicht. Bei Wassertemperaturen über 65°C werden sie abgetötet. So finden sich Legionellen in Wassertanks, Boilern, Schwimmbädern, Krankenhäusern, öffentlichen Duschen, Luftwäschern von Klimaanlagen und Kaltwasserzuleitungen mit langen Stillstandzeiten (z.B. nach längerem Urlaub). Legionellen treten nicht nur in öffentlichen Einrichtungen (Schwimmbäder, Spitäler, Altersheime) auf, sie können auch in privaten Haushalten die Wasserleitungen und schliesslich den Menschen befallen.

Im Verdauungssystem gelten Legionellen als harmlos. Das Trinken von Legionellen-haltigem Wasser oder das Essen von kontaminierten Lebensmitteln führt zu keinerlei Symptomen. Gefährlich wird es erst, wenn kleinste Legionellen-haltige Wassertröpfchen in die Luft geraten (sogenanntes Bioaerosol) und eingeatmet werden. Dies geschieht typischerweise beim Duschen, in Whirlpools, bei Klimaanlagen und anderen lüftungstechnischen Anlagen. In der Lunge angekommen, können die Bakterien eine schwere Lungenentzündung auslösen. Wenn mehrere Menschen gleichzeitig betroffen sind, ist in der Regel eine gemeinsame Ansteckungsquelle der Grund und nicht eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung.

In den vergangenen Jahren wurde vermehrt auch auf kontaminierte Komposterde aufmerksam gemacht. Offenbar fühlen sich Legionellen auch darin wohl. In Australien, Neuseeland, Japan und den USA haben bereits Infektionen stattgefunden, welche auf Komposterde zurückgeführt wurden.