Epidemiologie / Inzidenz

Epidemiologie

Die bekanntesten Vertreter der Hantaviren sind das Hantaan-, Puumala-, Dobrava-Belgrad-, Seoul-, Sin-Nombre- und Andesvirus.

Im asiatischen Teil Russlands, der koreanischen Halbinsel, und in China ist das Hantaanvirus (HTNV) endemisch. Hingegen in Mitteleuropa und im europäischen Teil Russlands, sowie in den Balkanländern, sind das Puumala­Virus (PUUV) und das Dobrava-Belgrad-Virus (DOBV) verbreitet. In Nord- und Westeuropa findet man fast ausschliesslich PUUV. Über das Seoulvirus (SEOV) ist bisher zu wenig bekannt, es soll jedoch weltweit vorkommen.

Auf dem amerikanischen Kontinent kommen vor allem folgende Virustypen vor: Sin-Nombre (SNV), New York (NYV), Black Creek Canal (BCCV) und Bayou (BAYV) sowie das in Südamerika vorkommende Andesvirus (ANDV).

Hantaviren haben ihr Reservoir in kleinen Säugetieren, meist Nagetieren, und zählen daher zu den Zoonosen. Besonders ist hier die Rötelmaus (Myodes glareolus) als Überträger des Puumala-Virus, welches in Deutschland zu grösseren Ausbrüchen führte, zu nennen. Das Auftreten der Krankheit, sowie seine episodenartigen Ausbrüche, hängen mit der Populationsgrösse der Wirtstiere zusammen.

Inzidenz

Die Krankheitszahlen variieren von Jahr zu Jahr sehr stark. In Deutschland kam es 2012 zu ca. 3000 Erkrankungen. Auch in Finnland kam es in den letzten Jahren immer wieder zu dreistelligen Fallzahlen. In der EU Region/Europäischer Wirtschaftsraum wurden im Jahr 2017 4239 gemeldete Fälle dokumentiert. In der Schweiz gibt es nur sehr wenige Krankheitsmeldungen (in den letzten 2 Jahren im einstelligen Bereich). Die meisten Fälle treten bei Menschen im Alter zwischen 45 - 64 Jahren auf. Männer sind häufiger betroffen. (Quelle: ECDC )